Winterwanderung mit 3-Gänge-Menü

Kategorien Biosphäre Entlebuch, Empfehlungen, Kulinarik, Wandern

Laila im Schnee geht in die zweite Runde – dieses Mal aber etwas weniger rasant als beim Skifahren (obwohl von aussen betrachtet, letztes Mal auch nicht wirklich rasant war). Auf jeden Fall tausche ich dieses Mal Skier gegen Wanderschuhe ein und entdecke die Region Sörenberg auf einer gastronomischen Rundwanderung.

Eine kulinarische Winterwanderung? Es ist genau so toll, wie es sich anhört. Eine Wanderung durch die verschneite Winterwelt von Sörenberg, wobei man unterwegs in vier verschiedenen Gastrobetrieben einen kulinarischen Stopp einlegt und sich den Bauch vollschlägt. Nur um nachher wieder einen Verdauungsspaziergang einzulegen. Gran-di-os.

Bequem mit dem ÖV an die Talstation

Meine Reise beginnt in Luzern. Mit dem Zug geht’s nach Schüpfheim und von dort mit dem Postauto nach Sörenberg. Die Talstation Rossweid befindet sich unmittelbar neben der Bushaltestelle Sörenberg, Post und für 50.- beziehe ich mein Ticket am Schalter der Station. Ich reihe mich in die Schlange vor der Gondelbahn ein und ziehe mir in der 20minütigen Wartezeit die hektische Szenerie rein. Eltern, die ihren Sprösslingen mit Skiern zur Beruhigung Reiswaffeln in den Mund schieben. Ältere Ehepaare die sich über die drängelnden Skifahrer echauffieren. Und schliesslich noch ich müder Zwerg, der einfach ein wenig Sonne tanken will in den Bergen.

In knapp fünf Minuten erreichen wir die Bergstation Rossweid.  Dank der Auskunft am Schalter weiss ich bereits, dass mich meine erste Überraschung im gelben Zelt des Erlebnis-Restaurants Rossweid erwartet. Ich setze mich in die Sonne und geniesse mein Cüpli. Ich bin mir nicht sicher, wie gut der Alkohol sich mit meinem bereits eingeschränkten Orientierungssinn vertragen wird. Wir werden es herausfinden.

Die Vorspeise

Die einfach Winterwanderung führt mich durch einen traumhaften Winterwald. Weiss gezuckerte Tannen säumen den Weg, die Sonne funkelt verschmitzt zwischen den Zweigen hindurch und ausser dem Knistern des Schnees unter meinen Schuhen, liegt die Landschaft ruhig da. Immer wieder lichtet sich der Wald und gibt den Blick frei auf den Brienzer Grat und die markanten Felsen der Schrattenfluh.

Die Aussicht auf den Brienzer Grat begleitet einen die gesamte Wanderung

Auf dem richtigen Weg zu bleiben gestaltet sich dank prominenter, pinker Wegweiser als nicht ganz so schwierig wie auch schon (siehe Blogbeitrag zum Waldstätterweg). Nach rund einer Stunde Fussmarsch auf schön verschneiten Wanderwegen erreiche ich das Berggasthaus Salwideli. Es scheint ein begehrter Startpunkt für Langlauf-Ausflüge zu sein, da ein schnittig angezogener Mensch nach dem anderen seine Langlauf-Ski vorbereitet.

Zu meiner Verwunderung ist bereits ein Tisch für mich reserviert. Sobald man sein Ticket für die gastronomische Rundwanderung am Schalter löst, werden alle involvierten Gastrobetriebe umgehend kontaktiert und auf den anreisenden Gast vorbereitet. Wirklich toll! So hat man auch am geschäftigsten Skitag einen Platz auf sicher.

Ankunft im Berggasthaus Salwideli

Zur Vorspeise geniesse ich «Dinkel-Chruseli» an einem Baumnuss-Pesto mit Sbrinz. Das Menü wechselt je nach Saison und setzt sich aus regionalen Zutaten zusammen. So stammen die Dinkel-Chruseli beispielsweise vom Entlebucher Pastahersteller «Fidirulla». Die Pasta ist herrlich cremig und ich geniesse einmal mehr die Sonne in meinem Gesicht.

Der Hauptgang

Meine Winterwanderung führt mich weiter Richtung Rischli. Vorbei an schnuckeligen Holzhüttchen und weiten weissen Landschaften gelange ich an eine etwas steilere Passage. Zum Glück ist es nicht zu eisig und mir gelingt es im pinguinähnlichen Watschelschritt den Abschnitt sturzfrei zu passieren.

Nach einem klassischen Seegurkenmoment erreiche ich das Hotel Rischli mit etwas Verspätung (an einer Kreuzung war ich verunsichert, ob ich der asphaltierten Strasse oder dem doch etwas verdächtig aussehendem Schneepfad folgen soll. Dass der pinke Wegweiser tot im Schnee lag, war natürlich alles andere als hilfreich. Natürlich habe ich mich für den falschen Weg entschieden. Anyway).

Das Menü für die gastronomische Rundwanderung ändert auch im Hotel Rischli je nach Saison und Woche. Diese Woche gibt es Riz Cazimir und ich bestelle die vegetarische Variante. Ich staune nicht schlecht, als der Klassiker «Riz Cazimir» mit zwei frittierten Bananen daherkommt. Familien kleckern sich und ihren Kindern Sonnencreme ins Gesicht, während ich natürlich verschwitzt habe mich einzucremen und mich nun auf meine italienischen Gene verlassen muss.  

Das Dessert

Nach meinem Sonnenbad nehme ich den letzten Abschnitt der Rundwanderung in Angriff. Die ersten Meter führen mich durch den Wald und entlang der Waldemme, bevor es an der Hauptstrasse zurück ins Dorf Sörenberg geht.

Im Restaurant Bäckerstube erhalte ich ein leckerer Crêpe mit einer Kugel Vanilleeis. Viel Rahm und Schokoladensauce runden den süssen Traum für mein Gehirn und den bitteren Albtraum für meine Hüften ab. Das Restaurant befindet sich gleich neben der Bushaltestelle und so lasse ich mir stressfrei die letzten Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen, bevor ich mich mit der skifahrenden Meute wieder zurück in den Bus nach Schüpfheim quetsche.

Fazit

Die gastronomische Rundwanderung ist ein tolles Erlebnis für alle, welche mal eine etwas andere Wanderung ausprobieren möchten (oder einfach verfressen sind wie ich). Die Wanderung ist leicht zu meistern und landschaftlich eine Augenweide. Dank den kulinarischen Zwischenstopps hat man stets ein Ziel vor Augen. Und dann erst noch ein leckeres. Die kurzen Wanderzeiten zwischen den Gängen eignen sich hervorragend zum Verdauen. Ausserdem macht die frische Bergluft ja grundsätzlich hungrig.

Gastronomische Rundwanderung

reine Wanderzeit 2,5 Stunden
Distanz 8,5 Kilometer
Aufstieg 135 Höhenmeter
Abstieg 450 Höhenmeter

Das Ticket kann direkt bei der Talstation Rossweid bezogen werden und kostet 50 CHF. Darin sind die Gondelbahnfahrt Sörenberg-Rossweid, das Apéro und die drei Gänge enthalten.

Die gastronomische Rundwanderung findet auch im Sommer statt

Routenverlauf & Karte


Infos und Tipps


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Egal ob im Tanzstudio oder an der Bushaltestelle, Laila ist immer tanzend anzutreffen. Mit einem Lachen im Gesicht und einer Fotokamera in der Hand sucht die gebürtige Luzernerin überall nach Geschichten und Menschen die sie inspirieren. Oder einfach nach weiteren Orten um tanzen zu können.

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