Freeriden in Andermatt: Powder, Couloirs und Kaffeeklatsch

Kategorien Andermatt, Ski / Snowboard

Raus aus den Federn, ab in den Powder. Heute lassen wir mal unsere Männer zu Hause. Wir, ein paar Mädels, haben uns zum Freeriden am Gemsstock in Andermatt verabredet. Ein Skitag ganz ladylike – wir nehmen euch mit:

07:04 Uhr Samstag Früh (viel zu früh): 

Der Wecker klingelt, sollen wir wirklich so früh aufstehen? 
Ein Blick aus dem Fenster genügt, der Tag verspricht Neuschnee und Sonnenschein. Also auf gehts, schnell Frühstück einpacken, Skischuhe anziehen und los zur Gemsstock Gondelbahn in Andermatt.

08:21 Uhr: Die Spannung steigt

Auch unsere Kolleginnen haben es rechtzeitig zur ersten Gondelbahn geschafft. Wir reihen uns in die Schlange ein, wo bereits andere Powder-Junkies ungeduldig warten bis die erste Bahn fährt. Plappernd und lachend vergeht die Zeit schnell und schon sind wir am Berg. Doch bevor es wirklich losgeht, checken wir an der Mittelstation nochmal das aktuelle Lawinenbulletin des SLF.

Für heute ist die Gefahrenstufe 3 «Erheblich» gemeldet, das heisst wir wählen etwas defensivere Abfahrtsvarianten um das Risiko zu minimieren. 

Natürlich haben wir beim Freeriden immer unsere Sicherheitsausrüstung, LVS-Gerät und Rucksack mit Schaufel und Sonde dabei. 

Check aktueller Lawinenbulletin

08:58 Uhr: Gipfelglück

Auch wenn wir schon oft hier oben auf dem Gipfel standen, sind wir noch immer von der Aussicht fasziniert. Vom Gemsstock auf 2961m ü. M. hat man einen umwerfenden Rundblick auf hunderte Berggipfel. Heute bietet sich ein besonderes Naturschauspiel, die Föhnwalze fliesst wie ein Wasserfall vom Tessin her in die Unteralp. Wir besprechen, welche Lines wir heute fahren wollen und in welcher Hangexposition wohl der beste Schnee zu finden ist. Bevor es losgeht, machen wir noch einen LVS-Gruppencheck um sicherzustellen, dass auch jeder sein Gerät angeschaltet hat.

Ausblick vom Gemsstock Richtung Unteralp

09:11 Uhr: 3,2,1 Drop in

Voller Vorfreude starten wir in die erste Abfahrt. Zunächst ist entlang einer schmalen Traverse unsere volle Konzentration gefragt, Steine könnten nur leicht mit Schnee überdeckt sein und hier wäre es nicht gut zu stürzen. Danach erwartet uns die Belohnung, ein unverspurtes Couloir liegt vor uns. Wir stehen an der Einfahrt und mit Schere, Stein, Papier wird ausgelost wer die Glückliche ist und als Erste fahren darf. 

Nachdem wir gefühlt die Rinne hinuntergeschwebt sind, sammeln wir uns am vereinbarten Punkt und blicken nochmal zurück auf unsere Spuren im glitzernden Schnee. 

Freeriden am Gemsstock, Andermatt

11:28 Uhr: Coffee keeps us going…

Nach einigen Powder Runs ist es definitiv Zeit für eine Kaffeepause. Wir lassen nochmal unsere Abfahrten Revue passieren und lachen nochmal über den ungewollten Frontflip. 

Kaffeepause an der Mittelstation

12:14 Uhr: Bereit für eine weitere Runde 

An der Mittelstation treffen wir ein paar Kollegen, die ebenfalls am Freeriden sind. Wir tauschen uns kurz aus und beschliessen am Nachmittag noch ein paar längere Varianten bis ganz ins Tal zu fahren. 

An der Mittelstation mit Blick auf die Gletscherpiste
Freeriden am Gemsstock, Andermatt

15:02 Uhr: Die Beine melden sich…

Nach einer traumhaften Abfahrt durchs Felsental, gehts ein letztes Mal hoch zum Gipfel. Nach einer kurzen Abfahrt auf der Rückseite und einem Gegenanstieg zur Gafallenlücke geht es in der schon tiefstehenden Nachmittagssonne hinunter durchs Guspis. Trotz vieler Spuren ist der Schnee gar nicht so schlecht und wir geniessen die letzten Schwünge hinunter bis zur Gotthardpassstrasse. Was für ein Glück wohnt eine von uns in Hospental und so können wir mit den Ski direkt auf die Terrasse fahren. Beine hoch und Cheers auf einen tollen Mädels Freeride Tag! 

Gemsstockbahn Bergstation

Und wenn ihr euch jetzt fragt, was an diesem Tag so ladylike war –  das fragen wir uns auch schon die ganze Zeit…

Gast-Bloggerinnen: Linda (30 Jahre) aus Andermatt und Petra (39 Jahre) aus Hospental


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Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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