E-Bike & Kneipp im Seetal

Kategorien Allgemein, Bike, Natur, Seetal

Im Sommer einen entspannenden und erfrischenden Tag erleben, ohne in den See zu springen? Das geht. Komm mit auf unsere Kneipptour mit dem E-Bike durchs Seetal und erlebe Erfrischung pur.

Rundtour auf Velolandrouten

Für die heutige E-Bike-Tour haben wir uns eine individuelle Rundroute zusammengestellt. Die Tour führt mehrheitlich auf beschilderten Velolandrouten, sodass wir meist gemütlich den Schildern nachfahren können. Falls du die Tour nachfahren möchtest, folge diesen Schildern:

  • Beinwil am See – Mosen: Kantonale Veloroute
  • Mosen – Richensee: Nr. 56
  • Richensee – Grodhof Nr. 84
  • Kurzer Abstecher vom Grodhof über Holzmatt nach Müswangen
  • Müswangen – Seengen: Nr. 599
  • Seengen – Mosen: Nr. 56
  • Mosen – Beinwil am See: Kantonale Veloroute

Der Link zur Tour

Folge den Velolandrouten mit den bordeauxroten Schildern und dem blauen, nummerierten Routenfeldern.

«Seetal mobil»-Selbstverleihstation

Wir starten am Bahnhof Beinwil am See, wo wir an der «Seetal mobil»-Selbstverleihstation unsere nigelnagelneuen E-Bikes fassen. Stylish sehen sie aus, die modernen Flyer. Reserviert haben wir die E-Bikes bereits am Vortag mit der Rent-a-Bike-App. Die App wird uns auch als Schloss während der Fahrt und am Schluss für die Rückgabe dienen. Ich hätte es nicht gedacht – die Ausleihe mit der Rent-a-Bike-App macht richtig Spass.

Lade die Rent-a-Bike-App runter, damit du die E-Bikes ausleihen kannst.

Nach der Unterführung beim Bahnhof Beinwil am See fahren wir auf der kantonalen Route Richtung Mosen. Der Veloweg führt oberhalb des Sees entlang und bietet uns gleich zu Beginn eine wunderbare Aussicht auf den türkis schimmernden Hallwilersee, den saftig grünen Hügeln und auf die noch verschneiten Alpengipfeln. Beim Camping in Mosen geht’s kurz auf die Hauptstrasse Richtung Aesch. Bei der ARA biegen wir rechts ab und fahren für kurze Zeit auf der Velolandroute Nr. 56. In Richensee wechseln wir auf die Route Nr. 84 bis kurz vor dem Schloss Heidegg. Wir stellen beim Wald unsere E-Bikes ab und gehen zu Fuss am Müliweiher vorbei und erreichen unsere erste Kneippstation.

Am Rande des Siebenbrügglitals stellen wir unsere E-Bikes ab.

Kneippanlage Gelfingen

Die Wassertretanlage und der Barfusspfad liegen idyllisch im Siebenbrügglital gleich beim Müliweiher. Das Schild des Kneippvereins Seetal gibt Auskunft, wie die Anlage zu benutzen ist, sodass auch Kneippanfänger wie wir das Ganze richtig angehen. Behutsam steigen wir ins kalte Wasser und versuchen uns im Storchenschritt. Martin macht es klasse. Ich hingegen schaffe es kaum zwei Schritte, bevor mir die Füsse schmerzen und ich aus dem Wasser steige. Das braucht wohl ein bisschen Angewöhnungszeit, denke ich mir. Vielleicht liegt die Schwierigkeit auch darin, dass es heute besonders heiss ist und unsere Körper vom Velofahren ziemlich aufgeheizt sind. Wir beschliessen, den Barfusspfad auf einer Kneippanlage auszuprobieren. Nach einer kurzen Rast ziehen wir die Schuhe wieder an und spazieren weiter.

Die Anleitungen sind bei jeder Kneippanlage zu finden.
Idyllisch gelegene Wassertretanlage beim Müliweiher im Siebenbrügglital.

Ein Seetal Glace beim Schloss Heidegg

Ich kann es nicht abstellen: Während wir weiter zum Schloss Heidegg wandern, läuft mir die ganze Zeit der Song von Peter Maffay nach: «Über sieben Brücken musst du gehn. Sieben dunkle Jahre überstehn…» Zum Glück ist die kleine Wanderung auf dem Siebenbrüggli-Weg heiterer als der alte Song. Oben angekommen eröffnet sich uns ein wahrlich schöner Anblick: Durch die Reben sehen wir den Baldeggersee, den Pilatus und das ehrwürdige Schloss Heidegg. Auf dem Schloss wird gerade fleissig geheiratet – zwei Paare feiern dort ihre Trauung. Wir gönnen uns ein feines Seetal Glace im Schatten des Schlosses und schauen für eine Weile vergnügt dem Treiben zu.

Aussicht vom Schloss Heidegg auf die Reben, den Baldeggersee und den Pilatus.
Feines Seetal Glace beim Schloss Heidegg.
Auf der Velolandroute Nr. 84 mit Sicht auf das Schloss Heidegg und den Rebberg

Kleine Wohlfühloase

Zurück bei unseren E-Bikes gehts weiter auf der Route 84. Diese führt eine Zeit lang auf der Hauptstrasse. Zum Glück hats heute wenig Verkehr. Wahrscheinlich erfrischen sich die Leute gerade alle im beliebten Hallwilersee. Nach dem Sulzerkreuz fahren wir schon bald in den ebenso erfrischenden Wald bis kurz vor Grod. Dort biegen wir links ab, um zum Buurehof Holzmatt zu gelangen.

Von Weitem hören wir die Klänge einer kleinen Musikkapelle. Sie üben – auch hier wird abends gefeiert. Wir kaufen uns ein kühles Getränk und spazieren durch die lauschige Anlage und nähern uns dem Weiher. Dort finden wir auch die kleine, liebreizende Wassertretanlage. Das Wasser ist hier gefühlt noch kälter, dafür ist die Kulisse einfach klasse. Mir gefallen die kleinen Figuren, die das Becken umgeben. Die gepflegten Bäume mit den Holzbänkli sowie der Liegestuhl – alles steht genau am richtigen Ort. Uns gefällt’s – am liebsten würden wir gleich hierbleiben. Eine Ferienwohnung zum Übernachten stünde zur Verfügung. Na ja, ein andermal.

Hübsche Wassertretanlage beim Buurehof Holzmatt.
Im lauschigen Garten beim Buurehof Holzmatt steht alles am richtigen Ort.

Kneippen – die stärkende Wassertherapie

Ein aufdringlicher Hunger macht sich langsam bemerkbar und so kehren wir bereits wenige Minuten von der Holzmatt entfernt im Gasthaus Hämikerberg ein. Während unter der sengenden Sonne unermüdlich Spielgolf gespielt wird, geniessen wir unser spätes Mittagessen. Gestärkt radeln wir dann weiter auf der Velolandroute Nr. 599 Richtung Lenzburg.

In Oberschongau angekommen, probieren wir das Armbad in einem Quellwasserbrunnen bei der Kirche aus. Auch hier sind wir dankbar für die Anleitung. Der Kneipp Verein Seetal unterhält die Anlagen und hält die Beschilderungen in Schuss. Nach kurzer Rast geht es weiter.

Armbad in Oberschongau.

Eine schöne Kneippanlage mit Barfussweg erwartet uns wenig später. Sie liegt direkt an der Route Nr. 599 am renaturierten Erusbach. Ich fasse nochmals Mut und wate mit Martin durch das kalte Wasser der Tretanlage. Danach prickelt es an Füssen und Unterbeinen. Das Wassertreten soll die Durchblutung und die Sauerstoffaufnahme der Haut und der Organe bewirken.

Das Kneippen geht auf den deutschen Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp zurück. Im 19. Jahrhundert entwickelte er ein Naturheilverfahren, welches auf fünf Säulen basiert, die allesamt das Ziel haben, den Körper zu stärken und gegen Umwelteinflüsse abzuhärten. Eine der Säulen bildet die Wassertherapie. Dabei sind die kalten und warmen Kneippgüsse sowie das Wassertreten die bekanntesten.

Wassertretanlage Erusbach in Oberschongau.

Die Wirkung des Barfusspfads

Diesmal probieren wir auch den Barfusspfad aus. Der Pfad aus verschiedenen Unterlagen wie Moos, Tannzapfen, Steine, Mulch oder einem Baumstamm soll eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. Die unterschiedlichen Bodenbeläge entspannen die Füsse, fördern die Sinneswahrnehmung und die Koordination sowie die motorischen Fähigkeiten. Spannend, wie sich die verschiedenen Materialien unter den Füssen anfühlen.

Der Barfussweg bei der Kneippanlage Erusbach.
Auf dem Barfussweg die Balance trainieren.

Erfrischt fahren wir auf der Route Nr. 599 weiter bis nach Seengen. Hier biegen wir in die Route Nr. 56 Richtung Mosen ein. Genüsslich radeln wir in Ufernähe dem Hallwilersee entlang. Links und rechts Kornfelder, um uns herum das Summen der Bienen, das Zirpen der Grillen.

In Mosen fädeln wir wieder auf die kantonale Route nach Beinwil am See ein und lassen während der Fahrt die Eindrücke des Tages Revue passieren. Wir waren nicht am See und doch kehren wir erfrischt zu unserem Ausgangspunkt zurück. Wir stellen die E-Bikes in den Ständer, klicken auf der App auf «Fahrt beenden», erfreuen uns ein letztes Mal an der Top-funktionierenden Selbstausleihe und machen uns auf den Heimweg. Herrlich erfrischend wars.


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Gast-Blogger: Diana Fry & Martin Strahm

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Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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