Im Tierpark unterwegs mit der Rangerin

Kategorien Familie, Menschen, Natur, Regionen, Schwyz, Tiere

Ein Traumberuf: Rangerin im Natur- und Tierpark Goldau. Was steckt alles dahinter? Gerne nehme ich euch mit und zeige euch meinen vielseitigen Alltag als Tierpark-Rangerin.

Im Natur- und Tierpark Goldau gibt es einheimische und europäische Wildtiere zu entdecken.

Goldauer Geschichten

Unser Park liegt mitten im Bergsturzgebiet von Goldau. Die grossen Felsblöcke und der märchenhafte Wald sorgen für eine einmalige Szenerie und sind das Zuhause von rund 100 verschiedenen Tierarten. Hinter jeder Tierart steckt eine Geschichte: Bartgeier und Wisent wären ohne koordinierte Zucht und Wiederansiedlungsprojekte ausgestorben. Die Beutegreifer Bär, Wolf und Luchs sind wieder vermehrt in der Schweiz anzutreffen. Diese Geschichten möchte ich unseren Tierpark-Gästen weitergeben und sie für unsere Tierwelt begeistern.

Mein Tipp für alle, die es sportlich mögen: Die 144 Stufen hoch zum Turm halten fit und man wird am Ende mit einer fantastischen Aussicht über die Region belohnt.

Ein Streifzug durch die Bergsturzlandschaft

Wir Ranger haben vielseitige Einsatzgebiete. Wenn wir nicht gerade für eine Gruppe eine Führung machen, sind wir im Tierpark auf Rundgängen unterwegs.  In erster Linie sind wir Ansprechperson für unsere Gäste, informieren über unsere Tiere und den Park und beantworten alle möglichen Fragen. Wir füllen die Futterkästen auf und schauen, dass im Park Ordnung herrscht. Und ganz zu meiner Freude bleibt bei den Rundgängen auch immer Zeit, die Tiere zu beobachten; mal von Auge und mal durch die Linse des Feldstechers.

Die Tiere in der Freilaufzone zu füttern, gehört für viele zum Besuch dazu.

Mein Tipp: Das Tierfutter ist beschränkt und der Verkauf wird an besucherreichen Tagen gestoppt. Im Winter ist dies so gut wie nie der Fall – und ein Besuch im Winter ist wunderschön.
Eine gute Alternative ist ein Abstecher an den Blauweiher: Da gibt es Futter für die Wasservögel und Karpfen, die sich über Leckereien freuen.

Hungrige Hühner und neugierige Gäste

Zu unseren Aufgaben gehören auch einige der kommentierten Tierfütterungen. So füttern wir jeweils am Vormittag die Appenzeller Spitzhauben – das ist eine unserer Hühnerrassen – und bieten einen Rundgang um den Blauweiher mit Karpfenfütterung an. Zudem machen wir spontane Kurzinformationen bei verschiedenen Tieranlagen, an welche wir Felle, Knochen, Schädel, Hörner oder Geweihe mitnehmen, Spannendes erzählen und Fragen beantworten.

Die Appenzeller Spitzhauben übernachten auf Bäumen – dies und weitere spannende Infos gibt es an unseren Fütterungen.

Mein Tipp: Was am jeweiligen Tag läuft, ist an den Infoschildern nach dem Eingang angeschrieben.

Draussen Lernen

Für mich gehören Führungen mit Schulklassen zu den Lieblingsaufgaben. Ich nehme jeweils gerne viel Material mit, meine Rangertasche ist jeweils kurz vor dem Überquellen. Führungen zu verschiedenen Themen helfen, den gelernten Schulstoff zu vertiefen und die Begeisterung dafür zu wecken. Ist ein Tier ein Fleisch-, Pflanzen- oder Allesfresser? Wenn man einen Tierschädel sieht und die Zähne genau betrachtet, wird klar, wer was frisst. Und so wird der Schulstoff lebendig, der Besuch zum Erlebnis und bleibt in Erinnerung. Weg von der Theorie, rein in die Natur! Und dies das ganze Jahr – jede Jahreszeit hat seinen Reiz und spannende Facetten. Darum sind wir Teil des grössten Klassenzimmers der Schweiz, denn Unterricht muss nicht in vier Wänden stattfinden, um dem Lehrplan 21 gerecht zu werden.

Lebendiger Unterricht: Material zum Anfassen bereichert jede Führung.
Der Bär ist ein Allesfresser (Omnivor), was man an seinem Gebiss ablesen kann.

Mein Tipp: Ob für Schulen, Vereine oder Familien: Auf einer Führung mit einem Tierpark-Ranger können auch Tierpark-Kenner viel Neues erfahren und lernen. Und wer den Tierpark bei Tageslicht in- und auswendig kennt, kann bei einer Abendführung den Park ausserhalb der Öffnungszeiten erleben.

Ich liebe meinen Job als Rangerin, weil ich an einem fantastischen Ort arbeiten darf. Egal ob im Schneegestöber im Winter, im Frühling mit dem Vogelgezwitscher im Hintergrund, an warmen Sommertagen oder im Herbst, wenn der farbenprächtige Tierpark auch hin und wieder von einer mystischen Nebelfront umhüllt wird: Der Tierpark mit seinen faszinierenden Tieren und der Natur versetzt mich jeden Tag ins Staunen. Meine Arbeit ermöglicht es mir, mich jeden Tag mit der faszinierenden Natur zu beschäftigen, spannende Menschen zu treffen und bei Zeit und Gelegenheit auch die Tiere zu beobachten.


Infos und Tipps


Gast-Bloggerin: Melanie Andereggen, aufgewachsen in Visperterminen, wohnhaft in Luzern. Vor rund drei Jahren startete sie im Natur- und Tierpark Goldau als Praktikantin – heute ist sie Co-Leiterin der Abteilung Naturförderung und Bildung und regelmässig als Rangerin im Park unterwegs.

Noch mehr Erlebnisse mit Tieren

Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.