Das Naturlehrgebiet Buchwald – ein Ort, um der Natur hautnah zu begegnen

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«Si-si-si-si-si-si-SÜÜÜ» tönt der liebliche Gesang aus der Krone des weiss blühenden Schwarzdorns. Eine Goldammer kündigt in der Morgenröte einen prächtigen Tag im Naturlehrgebiet Buchwald an. Sie ist nur eine von unzähligen Vögeln, die sich – so scheint es mir – im Ausdruck an Lebensfreude zu überbieten versuchen.

Dieser Gesang, die kühle Luft und das warm-goldene Morgenlicht haucht dem erwachenden Leben Seele ein und verleiht den zarten Pastellfarben des Frühlings die unvergleichliche Wesensart.

Frühling: Das Naturlehrgebiet Buchwald blüht auf.

Das Kleinod

Weiter wandle ich durch das Kleinod, vorbei an einem älteren Herrn auf dem Holzbänkchen sitzend – in Gedanken versunken dem zeitlosen Plätschern der Rot im Hintergrund lauschend – und lasse den Frühlingszauber auf mich wirken: Zierliche Blüten, saftige Knospen, mannigfaltige Flechten auf längst totem Baumstamm.

Der Märzenbecher ziert das Naturlehrgebiet bereits früh im Jahr.

Faszinierender Mirkokosmos: Flechten auf Totholz.

Leben im Teich

Mein Blick schweift über die Umgebung, ein leichtes Schmunzeln: da liegen noch die kleinen Schaufeln im Spielbereich, welche die Kinder nach einem erlebnisreichen Vortag haben liegen lassen. Das Quaken eines Froschs lenkt mein Gedanken zum klaren Wasser des nahen Weihers. Gerade noch erspähe ich das heimliche Teichhuhn, wie es lautlos im jungen Schilf entschwindet.

Wasser- und Grasfrosch leben in den unzähligen Kleingewässern des Naturlehrgebiets.

Eine seltene Beobachtung

Auf dem Weg zur Brücke nehme ich eine flüchtige Bewegung am Fusse einer Böschung im Blickwinkel wahr. Ich schau hin, doch nichts – haben mir die Augen einen Streich gespielt? Nein, da! Zwei schwarze Knopfaugen in einem braunpelzigen Gesicht mit wachsamen Ohren beobachten mich. In zwei flinken Sätzen huscht das junge Hermelin hinter dem bemoosten Stein hervor, um sofort im Dickicht des grossen Asthaufens wieder zu verschwinden. Welch Freude, diesen seltenen Anblick!

Das flinke Hermelin ist schwierig vor die Linse zu kriegen, doch Not macht erfinderisch: Ein gemaltes Bild hält die Beobachtung fest.

Willkommen

Lachen aus der Ferne erinnert mich an mein Vorhaben, bereite mich mental auf die Führung vor, als die erste Familie eintrifft: «Guten Tag und willkommen im Naturlehrgebiet Buchwald in Ettiswil.»

Von der Pflanzenvielfalt profitieren viele Insekten: Hier die farbige Schwalbenschwanzraupe an einer Pastinake und der kleine Hauhechel-Bläuling am Natternkopf Nektar saugend.

Bild und Text Dominik Henseler (Ausnahme: Foto Frosch Roman Bühler)


Tipps & Links:


Gastblogger: Dominik Henseler, Gebietsbetreuer Naturlehrgebiet Buchwald

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