Dem Frosch auf der Spur – Naturerlebnisgebiet Allmend

Kategorien Familie, Luzern, Natur, Wohlfühlen

Die sonnigen Tage der vergangenen Woche haben nicht nur in mir, sondern auch in der Tierwelt Frühlingsgefühle geweckt. Die Vögel zwitschern wieder, Bienen sammeln die ersten Pollen und einige Frösche suchen sich ein geeignetes Plätzchen zum Laichen. Und genau letzteres Naturschauspiel möchte ich in diesem Jahr mit meiner Kamera festhalten. So mache ich mich auf ins Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern.

Das Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern ist gut beschildert.

Wer hätte gedacht, dass am Rande der Stadt Luzern ein solch schönes und biodiverses Naturparadies aufzufinden ist? Das Gebiet auf der Luzerner-Allmend gilt sogar als eines der wertvollsten Naturgebiete der ganzen Stadt. Die Vielfalt an Lebensräumen ist einmalig, von Trocken- und Feuchtwiesen, Bächen, Waldabschnitten, Weihern und Hecken wird der Tier- und Insektenwelt ein grossartiger Lebensraum geboten. Auch zahlreiche Sandhänge und Holzhaufen warten darauf, von Wildbienen oder Eidechsen in Beschlag genommen zu werden.

Diese Holzhaufen im Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern dienen als Nistplätze für Tiere.
Eine Stockente im Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern.

Lehrpfad bietet Informationen für Wissbegierige

Ich folge den Spazier- und Pirschwegen und ziehe meine Runden durch das schön gepflegte Naturerlebnisgebiet. Zahlreiche Informationstafeln und Erlebnis-Stationen kreuzen meinen Weg. Sie berichten über ansässige Tierarten wie beispielsweise die Gelbbauchunke – ob ich eine solche heute entdecken werde?

Strassen als grosse Gefahr für Amphibien

Bestimmte Froscharten – die sogenannten Frühlaicher – beginnen bereits Ende Februar damit, Eier zu legen. So beispielsweise die Springfrösche, wie das Online-Portal «Froschnetz.ch» berichtet. Später würden sich auch die Gras- und Moorfrösche hinzugesellen. Die Erdkröten seien rund eine Woche später dran, nämlich Mitte März bis Anfang April.

Diese Froscharten wandern oft gleichzeitig in grosser Zahl zu ihren Laichgewässern, weshalb an vielen Strassen seit einigen Wochen die Froschzäune aufgestellt wurden. Diese bewahren die Frösche vor der lebensgefährlichen Überquerung der Strasse. Freiwillige Helfer oder Schulklassen bringen die aufgehaltenen Frösche dann sicher auf die andere Seite, damit diese ihre Laichwanderung fortsetzen können.

Ein Teich im Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern.
Ob in diesem schön gepflegten Teich bald Frösche laichen?

Bunt durchmischte Besucher im Naturerlebnisgebiet Allmend

Die Sonne wärmt meine Haut und ich geniesse das viele Grün um mich herum. Den imposanten Pilatus hat man beinahe aus jedem Winkel des Naturerlebnisgebietes Allmend im Blick. Nicht nur mich hat das schöne Wetter aus dem Homeoffice nach draussen gelockt: Von Kindern, Jugendlichen bis hin zu erwachsenen Paaren treffe ich eine durchmischte Besuchergruppe. Während ich im Dreck kniend versuche, die schöne Szenerie auf einem Bild einzufangen, spricht mich eine ältere Dame an. Sie wohne gleich nebenan in einem der beiden gelben Hochhäuser.

Die Dame komme fast täglich ins Naturerlebnisgebiet und findet, die Stadt Luzern mache hier einen super Job. Doch leider nehmen nicht alle Besucher Rücksicht auf die Natur. Trotz Verbotsschild beobachte sie immer wieder Reiter oder Velofahrer das Gebiet passieren. Sie habe solche «Rebellen» auch schon ermahnt, aber Polizistin spielen wolle sie nicht. «Dafür bin ich zu alt», meint die Dame schmunzelnd und verabschiedet sich von mir. 

Das Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern ist gut beschildert.
Das Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern ist gut beschildert.

Geräusche der Natur – Balsam für die Seele

Während ich so durch das Gebiet spaziere, lausche ich angeregt den Geräuschen der Natur. Ich höre Vögel – Amseln, Rotkehlchen und Krähen –, aber auch Eidechsen, die im Laub herumrascheln, und quakende Enten. Aber quakende Frösche? Fehlanzeige.

Durch Quaken versucht das Froschmännchen, ein Weibchen anzulocken. Bei den Grünfröschen, dem Laubfrosch oder der Kreuzkröte kann dieses Quaken sogar so laut sein, dass man es mehrere hundert Meter weit hören kann. Es dienst auch dazu, Rivalen einzuschüchtern und so das eigene Territorium zu beschützen.

Im Naturerlebnisgebiet Allmend in Luzern hat es viel Sumpfgebiet für Frösche und Amphibien.

Die Sonne geht bereits langsam unter und taucht den Park in goldenes Licht. Auch die Jogger und Spaziergänger machen sich gemächlich auf den Heimweg und es kehrt Ruhe ein im Naturerlebnisgebiet Allmend. Nun könnte die Chance schon grösser sein, dass mir heute noch ein grüner Hüpfer vor die Linse springt.

Bin ich wohl trotzdem noch zu früh, um ein Fröschchen zu erblicken? Sie sind ja vor allem nachts unterwegs. Im Dunkeln auflauern möchte ich ihnen aber nicht. Beim Liebesspiel sollen sie ja schliesslich ihre Ruhe haben.


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Honigernte bei den Bienen oder Nachtbaden im Sempachersee – solche Abenteuer gehören für Franziska zum Jahresablauf dazu. Mit Hilfe von Bild, Text und Ton berichtet sie gerne über ihre Erlebnisse in der freien Natur und lässt sich dabei von der Schönheit der Zentralschweiz bezaubern.

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