Willisau – die Stadtperle im Luzerner Hinterland

Kategorien Kultur, Tradition, Willisau

Das historische Städtchen Willisau besticht durch viele liebliche Details, die man selbst entdecken und bestaunen kann. Heute nehme ich euch mit in die Stadtperle im Luzerner Hinterland.

Das Untertor und das Glockenspiel

Durch das Untertor erreiche ich die Hauptgasse. Schon die Strassengestaltung ist besonders. Helle und dunkle Streifen wechseln sich ab und geben dem Städtchen eine gewisse Breite. Während den Sommermonaten haben verschiedene Restaurants und Cafés Podeste aufgestellt, auf denen man sich verpflegen und gemütlich dem regen Treiben zuschauen kann. Jetzt, in der kalten Jahreszeit, zieht man sich in eine der vielen Wirtschaften zurück.

Die Wirtschaftsschilder

Mir fallen einige prächtige Wirtschaftsschilder auf. Dasjenige des Restaurants Sonne zierte sogar 1982 die 20-Rappen Pro Patria Marke. Die Sonne steht im Mittelpunkt, umgeben von 13 Kantonswappen. Ich habe seinerzeit im Geschichtsunterricht gut aufgepasst. Das muss die 13-örtige Eidgenossenschaft darstellen. Aber auch die anderen Schilder sind eindrücklich, feine Schmiedekunst.

Die siebeneckigen Brunnen

Drei markante Brunnen gliedern das Städtchen. Ich zähle zweimal und komme wieder auf sieben Ecken. Das sei eben gerade das Besondere an diesen Brunnen, wo sonst gibt es siebeneckige Brunnen auf der Welt? Sie seien um 1600 entstanden und in den 1950er Jahren vom einheimischen Bildhauer Gottlieb Kreiliger nach altem Riss und Zoll neu erstellt worden. Dies erklärt man mir im Tourismusbüro gerade nebenan. Hier bekomme ich auch interessante Unterlagen zum Ort.

Ein siebeneckiger Brunnen vor der Pfarrkirche

Das Rathaus und der „Geisterhund“

Mitten im Städtchen steht das mächtige Rathaus. Beim Eingang ist ein spezieller Eisenstab eingemauert. Es ist die alte Luzerner Doppelelle, welche noch im 19. Jahrhundert im ersten Stock des Hauses, in der Tuchlaube, benutzt wurde.

Im Boden eingelassen ist ein Hund. Nach einer Sage soll beim letzten Stadtbrand der Herr, der für den Wiederaufbau verantwortlich war, sein Haus grösser gebaut haben als alle anderen. Aus diesem Grund fand er nach seinem Tod keine Ruhe und muss nun in den Fronfastennächten als heulender Hund um Mitternacht durch die Gassen rennen. Ich trete ihm nicht zu nahe und bin froh, dass ich bei solchen Nächten nicht im Städtchen bin!

Ich laufe weiter. An wichtigen Häusern entdecke ich Tafeln, die mir Auskunft über das Gebäude geben und einen Einblick ins Mittelalter ermöglichen.

Öffentliche Stadtführungen im Städtli Willisau

Die Mühlegasse

Im oberen Teil des Städtchens stehen die ältesten Zeugen vergangener Zeit. Die Jahreszahl am oberen Tor verrät mir, dass es den letzten Stadtbrand von 1704 überlebt hat. An der Mühlegasse bestaune ich die beiden prächtigen Holzfassaden. So muss das Städtchen früher ausgesehen haben. Bei der Töpferei mit dem originellen Berufsschild kann ich bei genauem Betrachten die Jahreszahl erkennen: 1590.

Die Mühlegasse

Die Pfarrkirche

Ich wage mich in die Pfarrkirche St.Peter und Paul. Wau, ist die gross! Gibt es so viele Kirchgänger in Willisau? Auf den Seitenaltären begegne ich bekannten Büsten. Da ist Crispin, der Patron der Schuhmacher, Eligius, der Schutzherr der Hufschmiede und Severin, der Beschützer der Weber. Die drei Figuren erinnern an die Zeit im Mittelalter als es Handwerkszünfte gab. Ich verweile einige Minuten und betrachte die vielen Bilder an der Decke.

Der Archäologiekeller

Jetzt geht es den Hang hinauf zum Schloss. Unmittelbar neben dem Torbogen der alten Stadtmauer finde ich einen Hinweis mit «Archäologischer Keller». Die Türe ist offen, ich trete ein. Eine andere Welt tut sich mir auf. Der prächtige Bolenstein-Boden ist mit einer begehbaren Scheibe geschützt. Eine informative Tonbildschau sagt mir, dass der Boden ungefähr 500 Jahre alt ist. An einer Wand ist eine kurze Zeitgeschichte des Städtchens aufgelistet. Dieser Keller ist wirklich ein Kleinod, ein Geheimtipp für alle Willisauer Besucherinnen und Besucher!

Gast-Blogger: Willi Korner aus Willisau


Infos und Tipps


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Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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