Wer kennt sie nicht, die Schrattenfluh in der UNESCO Biosphäre Entlebuch – genauer gesagt in Sörenberg. Im Sommer bietet sie mit ihrer wunderschönen und einzigartigen Karstlandschaft ein herrliches Wanderparadies. Und im Winter bis in den Frühling lädt sie Skitourengänger von überall her ein, um die fantastische Aussicht auf dem Gipfel zu geniessen.

In der UNESCO Biosphäre Entlebuch gibt es nicht unzählig viele Touren, dafür aber einige wirklich schöne. Sehr beliebt ist der Gang auf die Schrattenfluh. Allein dort gibt es viele unterschiedliche Routen. Wir wagen uns an den «Klassiker» – den Hängst.

Keine eigene Ausrüstung?

Kein Problem. Denn in Sörenberg kannst du gleich in drei Sportgeschäften eine Ausrüstung mieten. Informiere dich am besten zuvor ob für den gewünschten Tag noch Material verfügbar ist oder reserviere es gleich online.

Da wäre zum Beispiel der Felder Sport. Von Tourenskis über Skischuhe bis zu LVS, Sonde und Schaufel ist hier alles erhältlich. Das Team des Felder Sports berät dich gerne oder du kannst dir die Ausrüstung für deine Skitour gleich online reservieren.

Das perDU hat zwar nur einzelne Tourenskis zu vermieten aber dafür ein grosses Angebot an Splitboards. Wenn du also nicht Ski fährst, sondern lieber mit deinem Board die Pisten unsicher machst, dann bist du hier an der richtigen Adresse. Auch hier gibt es die komplette Ausrüstung mit LVS, Sonde und Schaufel zu mieten.

Oder du kannst dir die Ausrüstung für deine Skitour beim Stöckli mieten. Die neu renovierte Filiale in Sörenberg bietet ein angenehmes Ambiente – reinschauen lohnt sich! Wie bei den anderen beiden Geschäften bekommst du auch hier alles notwendige für deine Skitour.

Das richtige Zubehör

Wir machen uns mit dem Auto auf nach Wagliseiboden. Das sind ca. 10 Minuten Autofahrt vom Dorf Sörenberg. Es lohnt sich früh dran zu sein, denn die Parkplätze dort sind begrenzt. Du kannst auch von weiter unten bei der Hirsegg starten, sofern noch genügend Schnee liegt. Auch dort hat es nicht allzu viele Parkplätze.

Im Wagliseiboden angekommen, heisst es zuerst Felle montieren und LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät) aktivieren sowie die notwendige Ausrüstung und Verpflegung einpacken. Dazu gehören nämlich neben dem LVS auch eine Schaufel und Sonde. Ist das gemacht, kann es losgehen!

Immer mit dabei: LVS, Sonde und Schaufel

Unten grau, oben blau

So war die Devise des Wetterberichtes. Und dieser hat Wort gehalten. Zu Beginn sind wir noch bei Nebel und Minustemperaturen losgelaufen. Alles rundherum war gefroren – sieht doch herrlich aus, nicht?

Eisige Winterlandschaft

Doch schon bald haben wir die Nebelgrenze erreicht und die Sonne lächelt uns an. Kaum zu glauben, dass es unten noch so kalt war. Wir legen eine kurze Pause ein, um die herrliche Aussicht zu geniessen. Bei den plötzlich warmen Temperaturen in der Sonne müssen wir auch gleich mal die Jacken ausziehen.

Die Route auf den Hängst verlangt eine genügend dicke Schneedecke und eine gute Sicht. Denn ohne bestehende Spur (okay zugegeben, das kommt schon eher selten vor 😉) oder Ortskenntnisse, ist die beste Aufstiegslinie nicht ganz einfach zu finden. Der Aufstieg ist aber nicht besonders anspruchsvoll und daher auch gut geeignet für Anfänger. Je nach Kondition dauert es von Wagliseiboden bis zum Hängst ca. 1,5 – 2h ohne Pausen.

Aufstieg zum Hängst

Den Gipfel erreicht

Oben auf dem Gipfel «Hängst» angekommen, heisst es erstmal die Aussicht zu geniessen. Das Panorama auf der Schrattenfluh fasziniert mich einfach jedes Mal wieder.

Aussicht vom Hängst

Trotz den eher kühlen Temperaturen hat es sich beim Aufstieg an der Sonne doch sehr warm angefühlt. Aber jetzt auf dem Gipfel bläst der Wind und die Lufttemperatur ist wieder eisig kalt. Darum schnell die Jacke anziehen, kurz etwas Picknicken, die Felle demontieren und dann heisst es bereits bereit machen für das Vergnügen.

Jetzt kommt nämlich der schöne Teil der Skitour – die Abfahrt. Da es schon ein paar Tage her ist als es das letzte Mal geschneit hat, sind schon die meisten Hänge etwas befahren. Doch wir finden eine Stelle wo der Schnee noch unberührt ist. So macht das ganze richtig Spass und die Anstrengung hat sich voll ausbezahlt.

Kleiner Crash-Kurs

Bei der Alp Silwängen machen wir einen Zwischenhalt und geniessen nochmals die Aussicht bevor wir uns dann wieder in den Nebel hinunterbegeben. Hier nutzten wir auch gleich die Gelegenheit einen kleinen Lawinen-Crash-Kurs zu machen, um mein Knowhow etwas aufzufrischen. Ich stelle also mein LVS Gerät auf Suchen ein und meine Freunde verstecken irgendwo ein weiteres Gerät, welches ich nun aufspüren muss. Zu Beginn irrte ich etwas orientierungslos dem Signal hinterher. Doch je näher ich dem Ziel komme, desto besser kann ich dem Signal folgen und schon bald habe ich das versteckte Gerät gefunden. Schon sehr eindrücklich wie gut diese Geräte den Standort anzeigen können. Für mich war das eine sehr spannende Erfahrung und eine super Auffrischung. Im Ernstfall zählt natürlich jede Sekunde!

Die Suche nach dem versteckten LVS Gerät

Ein grandioser Tag mit einer schönen Skitour geht zu Ende. Falls du nicht sehr viel Erfahrung mit Skitouren hast, kann ich dir diese Tour als Einstieg sehr empfehlen. Wichtig ist aber, dass du immer eine/n erfahrene/n Skitourengänger/in dabei hast, der/die sich im Gebiet und mit der Schneesituation gut auskennt.

Aussicht von der Alp Silwängen

Gerade im Frühling, wenn die Skigebiete ihren Betrieb langsam einstellen, kann es je nach Schneeverhältnissen noch wunderschöne Skitouren-Tage geben. Auf der Webseite findest du noch weitere Tourenmöglichkeiten in der UNESCO Biosphäre Entlebuch. Ich wünsche dir viel Vergnügen und bleib gesund!


Infos und Tipps:


Weitere Erlebnisse im Schnee:

Janine lebt in der Unesco Biosphäre Entlebuch und liebt die Natur und das Fotografieren. Als ehemalige Skirennfahrerin ist sie im Winter bei jeder Gelegenheit auf den Pisten anzutreffen und auch heute noch als Hobby-Skirennfahrerin viel unterwegs. Ob beim Skifahren, Wandern oder Biken, die Kamera ist fast immer mit dabei und hält die wunderschöne Landschaft und die herrliche Aussicht fest.

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