«Energie tanken an den Obwaldner Speicherseen»

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Obwalden ist berühmt für seine ruhigen und schönen Seeufer sowie die zahlreichen Bergseen. Wusstet ihr, dass es im Sarneraatal insgesamt 17 Seen und Bergseen zu entdecken gibt? Nicht, dann wird es höchste Zeit auf Entdeckungstour zu gehen.

Alle Seen haben eines gemeinsam – im wundervollen Bergpanorama, lassen sie die Sonne funkeln und erstrahlen in den schönsten Blautönen. Die drei Speicherseen Lungerersee, Melchsee und Tannensee sind aber nicht nur für die Freizeitgestaltung von Bedeutung, sondern auch für die Stromversorgung des Kantons Obwalden.

Lungerersee

Das «must have» Fotomotiv

Der smaragdgrüne Lungerersee ist wohl das meist fotografierte Motiv in Obwalden. Höchstens vielleicht der Pilatus und der Titlis haben noch höhere Bekanntheit. Die Farbe des Sees ist tatsächlich sehr spezielle. Aber nicht etwa, weil das Elektrizitätswerk Obwalden beim Turbinieren das Wasser einfärbt 😉. Sondern aufgrund der Zusammensetzung der Mineralien im Wasser, die von der Sonne reflektiert werden.

Besonders an sonnigen Tagen ist der Weg rund um den Lungerersee bei Joggern, Velofahrern und Spaziergängern sehr beliebt. Auch mit dem Kinderwagen ist der Weg kein Problem. Idyllisch gelegen sind zudem rund um den See mehrere gut ausgerüstete Grillplätze. Kein Wunder, dass gerade Familien hier gerne Energie tanken. Wer den Sprung ins kühle Wasser wagt, besucht die Badi am südlichen Seeufer oder den Badeplatz Bürglen am nördlichen Ufer. Und da es so viel zu entdecken gibt, reicht ein Tag nicht aus. Wieso also nicht ein paar Nächte auf dem Campingplatz Obsee logieren.

Die drei Energielieferanten

Der Lungerersee ist der grösste Speichersee des Elektrizitätswerks Obwalden. Wenn der See bis oben gefüllt ist, kann die Seetiefe bis zu 60 Meter betragen. Mit den rund 55 Millionen Kubikmetern Wasser des Lungerersees können ca.  23 Millionen Kilowattstunden Strom im Kraftwerk Unteraa in Giswil produziert werden. Damit können jährlich rund 5’000 Durchschnittshaushalte mit Strom versorgt werden. Ein Durchschnittshaushalt ist eine Familie, welche in einer 4.5 Zimmerwohnung wohnt und 4’500 Kilowattstunden Strom bezieht.

Kraftwerk Unteraa in Giswil des Elektrizitätswerk Obwalden

Das Spezielle am Lungerersee ist, dass es sich um einen natürlichen See handelt. Das heisst er wurde ursprünglich nicht für die Stromproduktion gestaut wie das bei anderen Stauseen mit riesigen Staumauern der Fall ist. Der See wurde im Jahr 1836 abgelassen, um mehr Land zum Bewirtschaften zu gewinnen. Rund 70 Jahre später erteilte der Kanton Obwalden der CKW Centralschweizerische Kraftwerke AG die Konzession zur Ausnützung der Wasserkraft. Folgend wurde der See wurde wieder eingestaut. Wer im Lungerersee tauchen geht, kann noch heute alte Grundmauern und Brücken entdecken. Seit 1982 ist das Lungererseewerk im Besitz des Elektrizitätswerk Obwalden (EWO).

Auf dem Hochplateau Melchsee-Frutt befinden sich gleich zwei Speicherseen. 2,7 Millionen Kubikmeter Wasser vom Melchsee werden jährlich zu 5 Millionen Kilowattstunden Strom umgewandelt. Etwas weiter hinten liegt der Tannensee. Bei diesem Speichersee handelt es sich um ein vorgelagertes Speicherbecken, welches in den Melchsee fliesst. Mit einer Tiefe von rund 20 Metern kann der See 3.6 Millionen Kubikmeter Wasser fassen. Aus dieser grossen Wassermenge werden schlussendlich 6.7 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. Insgesamt können diese beiden Speicherseen rund 2’600 Durchschnittshaushalte jährlich versorgen. Beide Seen wurden mit einem Erddamm eingestaut. Die Seen bestanden zwar bereits, waren aber viel kleiner. 1956 wurde der Melchsee aufgestaut, 1960 folgte der Aufstau des Tannensees.

Der Tannensee (vorne) und der Melchsee (hinten) aus der Vogelperspektive

Das drei Generationen Hochplateau

Auf und rund um die beiden Speicherseen Melchsee und Tannensee gibt es ein umfassendes Freizeitangebot. Besonders beliebt bei Kindern ist der Fruttli Weg rund um den Melchsee. Zehn Posten sorgen für Spass für die ganze Familie. Aber seht selbst im Geheimtipp Video Nr. 33. Ebenfalls sehr beliebt besonders bei den kleinen Gästen ist der Fruttli Zug, welcher zwischen Melchsee-Frutt Dorf und Tannalp vorbei an den beiden Speicherseen verkehrt.

Auf die Fischerruten fertig los

Ob vom Ufer oder Boot aus, auf dem malerischen Lungerersee ist Fischen für jeden Fischer ein Traum – und für Anfänger vielleicht der Beginn einer neuen Leidenschaft. Der Lungerersee gilt nämlich als absolutes Fischerparadies. Schweizweit einmalig ist, dass das Fischen im Lungerersee auch im Winter erlaubt ist. Lediglich vom 1. bis 25. Dezember darf nicht geangelt werden. Wer möchte, kann seinen eigens geangelten Fisch im Restaurant Kaiserstuhl direkt zubereiten lassen und geniessen.

Natürlich ist das Fischen auch im Melchsee und im Tannensee beliebt. Ein besonderes Erlebnis ist das Eisfischen im Winter. Aus dem Eis auf dem See wird ein Loch herausgesägt, die Angel runtergelassen und gewartet. Am besten mit einem heissen Obwaldner Cheli gegen kalte Hände. Liegt nur wenig Schnee, den man wegwischen kann, kann man durch das Eis die Fische beim Schwimmen beobachten.

Eisfischen auf Melchsee-Frutt mit einem Obwaldner Cheli

Im Winter zieht ein Schlepplift die Ski- und Snowboardfahrer über den gefrorenen Melchsee zum Sessellift Erzegg und zum Skilift Balmeregg am anderen Seeufer.

Nachhaltiger Strom aus Wasserkraft

Das Elektrizitätswerk Obwalden erzeugt ausschliesslich erneuerbaren und CO2-freien Strom, welcher vollständig aus dem Kanton Obwalden stammt. 95% des Stroms wird aus Obwaldner Wasserkraft und 5% aus Obwaldner Sonnenenergie gewonnen. Alle Kundinnen und Kunden, welche in der Grundversorgung sind, beziehen standardmässig nachhaltigen EWO NaturStrom.

Wer diese drei Seen bereits kennt, wie gesagt, es gibt 14 weitere Seen und Bergseen in Obwalden zu entdecken. Und auch bei einem erneuten Besuch wird es einem am Lungerersee, Melchsee oder Tannensee bestimmt nicht langweilig.


Infos und Tipps


Die Obwaldnerin liebt es zu Reisen und neue Orte und Geheimtipps zu entdecken. Désirée ist eine begeisterte Skifahrerin und deshalb im Winter meistens auf dem Schnee anzutreffen. Auch im Sommer ist sie zum Wandern gerne in den Bergen unterwegs oder geniesst es am Sarnersee auszuspannen. Als Mutter einer kleinen Tochter erlebt sie die Region gerade neu, auf der Suche nach Spass für Gross UND Klein.

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