«Hungerkünste» im Museum Bruder Klaus

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Was passiert mit dem Körper, wenn er keine Nahrung erhält? Wie und warum wird in verschiedenen Gemeinschaften gefastet und welche Arten des bewussten Verzichts gibt es überhaupt? In der Ausstellung Hungerkünste im Museum Bruder Klaus erfährst du von Fastenden, warum und wie sie der uralten Praxis des Verzichts heute nachgehen.

Das Museum Bruder Klaus im Herzen von Sachseln. (Foto: Sybille Kathriner)

Was heisst Fasten?

Fasten bedeutet, freiwillig auf etwas zu verzichten: auf Nahrung, auf Genüsse oder auch auf Bequemlichkeit. Die uralte Praxis der Enthaltsamkeit ist auch heute noch topaktuell. Gestern wie heute geht es dabei meistens darum, gewohnte Muster aufzubrechen, um persönlich oder spirituell weiterzukommen. Früher lag dieser Drang nach Selbstoptimierung primär auf der spirituellen Ebene. Heute steht am Anfang der Askese oft das Bedürfnis nach Gesundheit und Selbstoptimierung oder politisches Engagement und soziale Verantwortung. Menschen treten in den Hungerstreik, um das Klima zu retten oder sie fasten im Intervall, um ihrem Körper Gutes zu tun.

Fastende erzählen

Im Museum begegnen wir zehn fastenden Innerschweizerinnen und Innerschweizer. Es sind Menschen aus den verschiedensten Kulturen, welche die Enthaltsamkeit aus unterschiedlichen Gründen praktizieren. In Bild und Ton erfahren wir, mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert werden. Sie zeigen uns Rituale, welche ihrem Fasten eine Struktur geben und erzählen uns, warum der bewusste Verzicht in ihrem Leben bedeutsam ist. Dabei kommt zu Tage, dass die Tradition des Fastens ein verbindendes Element über alle Kulturen und Religionen darstellt.

fastende Innerschweizerinnen und Innerschweizer. (Fotos: Sybille Kathriner)

Der enthaltsame Bruder Klaus

Niklaus von Flüe gilt wohl als bekanntester Fastender der Schweiz. Fast 20 Jahre lang soll er ohne Speis und Trank als Eremit im Ranft gelebt haben. Naturwissenschaftlich lässt sich dies nicht erklären und es zog schon zu seiner Lebzeit viel Aufmerksamkeit auf sich. Einige sahen ein Wunder, andere zweifelten und vermuteten Betrug oder gar einen Pakt mit dem Bösen. Die Ausstellung erzählt die Geschichte dieses langjährigen Verzichts, ordnet ihn im historischen Kontext ein, stellt andere Asketinnen und Asketen vor und sucht nach Erklärungen für das Fastenwunder.

Zusätzliche Dauerausstellung und Veranstaltungen

Neben der zweimal jährlich ändernden Wechselausstellung wurde im Museum Bruder Klaus auch die Dauerausstellung erweitert. «Dorothee Wyss – die Geschichte einer aussergewöhnlichen Frau» erzählt von der starken Frau an der Seite Niklaus von Flües. Anhand historischer Fakten wird das Leben der engagierten Familienfrau und erfolgreichen Bäuerin rekonstruiert. Neu ist das ganze Untergeschoss Dorothee gewidmet und lädt ein, sich mit ihrer Geschichte, mit Rollenbildern und der Liebe auseinanderzusetzen.

Abbildung von Dorothee Wyss und Niklaus von Flüe. (Foto: Christian Hartmann)

Neben interessanten Ausstellungen finden im Museum Bruder Klaus auch regelmässig kulturelle Veranstaltungen statt. Ob ein Wortkonzert über das Reinigen, eine Lesung mit Verkostung oder ein klassisches Konzert. Das Museum Bruder Klaus ist ein Ort des Austausches und der Diskussion, aber auch ein geselliger Treffpunkt inmitten des Dorfes.

Veranstaltungen:

Theater «Nipple Jesus» mit Gilles Tschudi: 30.04., 19.30 Uhr

Konzert «Im Reinen» von Bruecker_Meister_Trauffer: 12.05., 19.30 Uhr

Vernissage Kabinettausstellung «Heiligsprechung 1947»: 13.05., 19.30 Uhr

Lesung mit Verkostung «Bei Vollmond ist das ganze Dorf auf den Beinen»: 01.06., 19.00 Uhr

Wanderkonzert «erstKlassik am Sarnersee»: 16.06., 17.00 Uhr

Weitere Beiträge zum Bruder Klaus

Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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