Eine Nacht auf der Chelenalphütte

Kategorien Andermatt, Natur, Wandern

Eine Berghütte ist der ideale Ort, um sich fernab des Alltags wieder einmal auf das Wesentliche zu besinnen. In der Ferienregion Andermatt gibt es 15 solcher Berghütten zu entdecken. Die Chelenalphütte ist eine von ihnen.

Die Wahl meiner Hüttentour war schnell getroffen. Remo und Petra Gisler, das Hüttenwartspaar der Chelenalphütte, sind Bekannte aus meiner Umgebung. Mit Rucksack, Wanderschuhen und Stöcken ausgerüstet, konnte es losgehen.

Ausgangspunkt für die Wanderung ist das Berggasthaus Dammagletscher (rund 1800 m ü. M.) in der Göscheneralp. Der Wanderwegweiser zeigt 2 h 50 Minuten an. Ich nahm an, wohl eher für sportlichere Wanderer als mich. In gut angelegten Kehren erreiche ich bald das geschützte Hochmoor. Die zwei kleinen Weiher sind zauberhaft. Berge und Gletscher spiegeln sich darin. «WOW», der Dammagletscher ist einfach immer wieder wunderschön anzuschauen.

Der Göscheneralpsee mit der Dammakette im Hintergrund

Wilde Natur

Der Wanderweg etwas oberhalb und entlang des Göscheneralpsees verläuft leicht auf und ab. Immer wieder gibt es schöne Alpenblumen, Schmetterlinge oder Berggipfel zu bestaunen. Im Bereich Vorder Röti (1836 m ü. M.) wandere ich in das Chelenalptal hinein. Die Chelenreuss ist dabei mein rauschender Begleiter. «Ui», da springt sogar ein ziemlich grosser Frosch aus den Gräsern hervor und wärmt sich auf einem Stein. Bis nach Hinter Röti (1925 m ü. M.) steigt der Weg stetig etwas an. Die Sicht wird frei auf den Chelengletscher in der Ferne, und die Steine immer rötlicher. Die Farbe erinnert mich fast ein bisschen an das australische Outback. Das Gestein hier muss wohl eisenhaltig sein. Die Oxidation verleiht ihm dann diese rötliche Farbe. Speziell schön und wild diese Natur.

Unterwegs im Chelenalptal mit Sicht auf den Chelengletscher

Auf rund 2000 m ü. M. stehe ich plötzlich auf einer Art Aussichtsplattform mit einem riesigen Steinmanndli, welches den Weg zur Chelenalphütte signalisiert. Von hier aus sollen es 30 Minuten hoch bis zur Hütte sein. «Phoä», dieser Aufstieg hat es dann aber in sich. Um die 300 Höhenmeter darf ich als krönender Abschluss der Tour noch hochkraxeln. Ein paar nach Luft schnappenden Pausen später habe ich es dann auf die Chelenalphütte, 2350 m ü. M., geschafft (ganz egal, dass es mehr als 2 h 50 Minuten gedauert hat) und bin schon ein bisschen stolz.

Die Chelenalphütte liegt auf 2350 m ü. M.

Ruhe geniessen

Nach einer herzlichen Begrüssung durch die Hüttenwarte Petra und Remo Gisler sowie ihren zwei Kindern, mache ich es mir auf der Terrasse bei einem Panasch gemütlich. Wahnsinn, diese Aussicht. Ich geniesse die Ruhe in vollen Zügen. Doch Moment. Die Stille wird immer wieder durch die Pfiffe der Murmeltiere unterbrochen. Eines huscht gerade in ein Loch unter einem Schneefeld.

Das Bänkli mit Aussicht auf der Chelenalphütte.

Gegen 17.30 Uhr checke ich in mein Schlafgemach «Sustenhorn» ein. An der Sonne getrocknete Duvets und eine bequeme Matratze erwarten mich. Um 18.30 Uhr ist es Zeit für das Abendessen: Gemüsesuppe, Salat, Riz Casimir und Schoggicrème. Grandios. Insgesamt verbringen an diesem Abend 13 Gäste die Nacht auf der Chelenalphütte. Es wird über geplante und vergangene Bergtouren geplaudert. Vor dem zu Bett gehen, gibt es noch ein Hüttencafé als «Bettmümpfeli».

Um 6.00 Uhr bin ich wach. Herrlich habe ich geschlafen. Meine Muskeln merke ich da und dort. Frühstück gibt es um 7.30 Uhr. Kaffee ist das wichtigste am Morgen. «Da hat es auch schon entsetzte Gesichter gegeben als ein Krug leer war», schmunzelt Petra. Selbstverständlich lässt Nachschub nie lange auf sich warten.

Traumhafte Aussicht morgens aus dem Zimmer

Der Rückweg braucht etwas Konzentration und Kondition. Aber wie steht es so schön auf der Tafel über der Theke in der Chelenalphütte geschrieben: «Gott schuf die Zeit, von Eile hat er nichts gesagt».

Das Hüttenwartspaar

Petra und Remo Gisler verbringen den drittten Sommer als Hüttenwarte auf der Chelenalphütte. Seit diesem Februar sind sie zu viert. Leano, 2 Jahre alt, und Jael, 5 Monate, verbringen den Sommer mit ihren Eltern an einem einzigartigen Ort. Zusammen teilen sie ein zehn Quadratmeter grosses Zimmer. «Es ist erstaunlich, wie wenig man wirklich zum Leben braucht», sagen die Beiden. Remo spielte schon immer mit dem Gedanken, einmal das Leben und Arbeiten auf einer SAC-Hütte auszuprobieren. Petra war diesem Wunsch grundsätzlich nicht abgeneigt. So absolvierte Remo 2013 den Hüttenwartskurs. Für Beide war klar, es sollte eine SAC-Hütte im Kanton Uri sein, welche sie führen wollen. 2016 ging der Wunsch in Erfüllung. Die positiven Rückmeldungen ihrer Gäste freut sie besonders und motiviert für die oft langen Hüttentage. Ausserdem sorgen zwei Hüttenhilfen dafür, dass der Alltag gut gemeistert werden kann.

Hüttenwartspaar Petra und Remo Gisler mit Jael und Leano

Peakhunter Hütten-Challenge
In der Ferienregion Andermatt gibt es 15 Berghütten auf kleinstem Raum. Ist für dich auf einer Wanderung der Genussteil auch dein persönlicher Höhepunkt und nicht der Gipfel selbst? Dann ist die Hütten-Challenge genau das Richtige für dich! Neben dem Genuss- und Wandererlebnis sowie der frischen Bergluft warten attraktive Preise auf dich!
Alle Teilnehmer, welche mindestens 6 von 15 Hütten besucht und sich via Peakhunter-App eingetragen haben, erhalten den Peakhunter-Badge und nehmen Ende Sommersaison an der Hauptverlosung teil. Zusätzlich werden weitere Preise unter allen Teilnehmern verlost, die mindestens drei Hütten besuchen. 

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Infos und Tipps


Fränzi liebt es auf Achse zu sein. Egal, ob in der grossen weiten Welt oder dem schönen Kanton Uri. Im Vordergrund stehen dabei immer die Neugier Neues zu entdecken, die Begegnungen mit Menschen und der Genuss. Ihre Passion fürs Schreiben lebt sie auch als PR- und Kommunikationsmanagerin bei Andermatt-Urserntal Tourismus aus.

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