Panorama-Wanderung – Kulturweg mit Geschichte 

Kategorien Allgemein, Kultur, Natur, Tradition, Uri

Wandern entlang der Etappe 7 des Waldstätterwegs.

Start in Beckenried

Am Anfang führt der Weg gemütlich entlang der Seepromenade und durch Beckenried Richtung Rütenen. Schon nach wenigen Minuten sieht man die ersten Skulpturen am Weg. Mit dem richtigen Blickwinkel zeigt sich dahinter sogar der Grosse Mythen, der uns später auf der Tour noch öfter begleiten sollte. Beim Badeplatz Rütenen lohnt sich ein kurzer Halt. Direkt am Wasser steht der mobile Saunawagen «Schwitzchaschtä» bereit, dahinter gibt es schöne Plätze zum Verweilen. Das Wasser war an diesem Tag richtig türkisblau und sehr einladend, um schon nach 30 Minuten Wanderung einen Sprung ins Wasser zu wagen. Wir entschieden uns dagegen, und so ging es für uns weiter entlang der SchweizMobil-Route 98, dem Waldstätterweg. Wir hatten noch einige Kilometer vor uns. 

Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli

Richtung Risletenschlucht

Weiter ging es Richtung Risleten. Dort richtet sich unser Blick nicht mehr nur auf den See, sondern auch hoch hinauf zu den Felswänden. Im Sommer 2000 wurden im Steinbruch Risleten seltsame Vertiefungen entdeckt, die als Dinosaurierspuren gedeutet wurden. Also Augen auf. 😉Nach einer kurzen Trinkpause beim Rastplatz ging es weiter zur Risletenschlucht. Das Wasser rauscht kräftig durch die Schlucht, die Luft ist kühl, und man spürt die Feuchtigkeit richtig auf der Haut. Obwohl es ein warmer Frühlingstag war, war dieser Abschnitt eine angenehme Abkühlung.

Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli

Es geht bergauf

Nach der Schlucht wurde der Weg steiler. Spätestens hier merkt man: Gute Schuhe lohnen sich. Wanderschuhe oder Trekkingschuhe mit gutem Profil würde ich für diese Etappe klar empfehlen. Die nächsten Höhenmeter hatten es in sich, aber sie lohnen sich. Immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke Richtung Beckenried und Gersau, auf den Vierwaldstättersee und die umliegenden Berge. Nach einem Anstieg von rund 250 Höhenmetern erreicht man den höchsten Punkt der Wanderung. Dank der Etappe im Wald bleibt die Temperatur aber sehr angenehm. Wieder etwas mehr geradeaus kamen wir an einer traumhaften Aussichtsstelle mit einer Bank zum Verweilen vorbei. Von dort hat man einen tollen Blick Richtung Kanton Schwyz und auf den Mythen.

Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli
Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli

Wald, Wiesen und Seeblick

Raus aus dem Wald liefen wir an einer frisch gemähten Wiese vorbei. Der Geruch von Gras, Kuhglocken in der Nähe und Sonne im Gesicht, etwas Besonderes. Auf diesem Abschnitt geht man auch über landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Deshalb gilt: Zäune wieder schliessen, auf den Wegen bleiben und Abfall mitnehmen. Neben Wiesen, Wald und Seeblick begegnet man hier auch einem kleinen Stück Verkehrsgeschichte. Einst war eine linksufrige Bahnverbindung von Luzern nach Altdorf geplant. Gebaut wurde sie nie, geblieben ist eine spannende Geschichte am Wegesrand. Meine Kollegin und ich sind uns beide einig, genau solche kleinen Entdeckungen machen den Weg besonders spannend.

Volligen und weiter Richtung Treib

Als Nächstes kamen wir in die Ortschaft Volligen, die zur Gemeinde Seelisberg gehört. Inzwischen waren wir also in Uri angekommen. Auf einer schmalen Strasse ging es weiter Richtung Treib. Der Blick wurde nochmals richtig schön: auf den Mythen, auf Morschach, auf den Bristen und ins Urner Reusstal. Bei Treib hätte man zur Talstation gehen und mit der Standseilbahn nach Seelisberg hochfahren können. Wir entschieden uns aber, dem Waldstätterweg weiter Richtung Rütli zu folgen.

Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli
Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli

Auf dem Weg zur bekanntesten Wiese der Schweiz

Weiter Richtung Rütli führte der Weg nochmals durch den Wald. Dort trifft man auch auf Grenzsteine des Wegs der Schweiz. Diese Steine markieren die Abschnitte auf der Route und richten sich nach dem Beitrittsjahr der jeweiligen Kantone zur Eidgenossenschaft.

Kurz vor dem Rütli kommt man zudem an einem der Einstiegsportale des Wegs der Schweiz vorbei. Diese Portale bestehen aus Cristallina-Marmor und stehen seit 2023 bei den Ein- und Ausstiegspunkten.

Und dann taucht auch schon der rote Wegweiser Richtung auf.

Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli
Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli

Ankunft auf dem Rütli

Das Rütli ist natürlich ein besonderer Ort. Egal, ob man wegen der Geschichte kommt oder einfach wegen der Aussicht.

Auf dem Weg zur Schiffstation kommt man auch am Musée Grütli vorbei. Es befindet sich in einer alten Scheune und gilt mit 80 Quadratmetern als kleinstes Museum der Schweiz. Dort geht es um Kultur und Gesellschaft in der Schweiz. Der Zugang ist kostenlos.

Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli

Rückfahrt mit dem Schiff

Vom Rütli entschieden wir uns für die Fahrt mit dem Schiff zurück nach Flüelen. Die Schifffahrt mit dem Dampfschiff Uri (das älteste Schiff der Flotte ist seit 1901 unterwegs), ist fast schon ein eigener Teil des Ausflugs und nochmals ein echtes Erlebnis. Nach dem Halt in Sisikon fährt man weiter Richtung Tellsplatte. Rundherum hört man immer wieder Leute über Wilhelm Tell sprechen.

Zum Schluss zeigte sich der Urnersee nochmals von seiner schönsten Seite. In Flüelen stiegen wir aus und fuhren mit dem Zug zurück nach Altdorf. Die Beine waren müde, aber der Tag hatte sich definitiv gelohnt.

Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli
Waldstätterweg Etappe 7 Beckenried > Rütli

Tipps für Leserinnen und Leser

Der Waldstätterweg führt auf rund 115 Kilometern in sieben Etappen fast rund um den Vierwaldstättersee. Wer nicht die ganze Route wandern möchte, kann einzelne Abschnitte, Aussichtspunkte oder Orte am See auch als Tagesausflug entdecken.

Für die Planung lohnt es sich, die Route, die Wanderzeit und die Schiffsverbindungen im Voraus zu prüfen


#WaldstätterChallenge

Wer unterwegs einen besonderen Moment festhält, kann an der #WaldstätterChallenge teilnehmen: Einfach ein Foto oder Video vom Waldstätterweg oder vom Weg der Schweiz als Story oder Beitrag auf Instagram posten, @wiegederschweiz markieren, dem Kanal folgen und den Beitrag zusätzlich per Direktnachricht einsenden.

Unter allen gültigen Teilnahmen werden attraktive Preise verlost.


Gast-Bloggerin: Julia Gisler

Julia Gisler ist in den Urner Bergen aufgewachsen und am liebsten draussen unterwegs, meist mit Hund, Freunden oder Familie und oft mit der Kamera. Sie spielt Badminton, ist gerne auf Wanderungen unterwegs und selten lange still. Als Projektleiterin der Wiege der Schweiz ist sie in der Urschweiz unterwegs und immer auf der Suche nach spannenden Geschichten und besonderen Momenten.

Mehr Erlebnisse in der Region

Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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