Wie man sich vor Zecken schützt

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Wandertouren, Veloausflüge und Joggen sind meine liebsten Ferienaktivitäten. Häufig führen diese durch Wälder, Wiesen und Felder. Die Zecke, die grosse Gefahr aus der Natur, hält sich dort gerne auf. Zuhause im eigenen Garten geniesst man die Erholung und Entspannung. Aber auch im Garten können Zecken auftreten. Was kannst du tun, wenn du dich im Zecken-Risikogebiet aufhältst? Als Apotheker gebe ich dir gerne ein paar Gratis-Tipps für sorglose Ausflüge.

Was musst du wissen?

Die Zecke ist ein Spinnentier. Sie lebt vor allem im Unterholz und an Wald- und Wegrändern. Sie steigt von der Bodenschicht auf Pflanzen bis ca. 1,5 m über Boden. Die Zecke kommt in verschiedenen Arten in der ganzen Schweiz vor und kann schwerwiegende Erkrankungen auslösen.

Als Apotheker werde ich häufig gefragt, ob auch eine kleine Zecke gefährlich ist. Egal wie klein die Zecke ist, sie ist während allen Entwicklungsstufen gefährlich.

Die Zecke ist besonders im Frühling und Herbst aktiv. Meine Katzen sind bereits im Februar und März voller Zecken. Somit macht es Sinn sich bereits im Winter mit dem Thema Zecken auseinander zu setzen.

Ausweitung der Risikogebiete

Ob beim Joggen, Wandern oder im Garten, überall in der Natur besteht ein Infektionsrisiko. Zecken werden während des ganzen Jahres gefunden, kommen aber meistens im Frühjahr und Herbst vor.

Aufgrund der zunehmenden Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Erkrankungen in den letzten Jahren hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Risikogebiete für FSME ausgeweitet. Neu gilt die ganze Schweiz als Risikogebiet, ausser die Kantone Genf und Tessin.

Vergleich 2017 vs. 2019

Unterschied Borreliose und FSME-Virus

Unterschieden wird zwischen Borreliose und FSME-Virus. Bei der Borreliose handelt es sich um eine Übertragung durch Bakterien, wo hingegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch einen Virus hervorgerufen wird. Hier findest du die Erklärungen:

FSME in Kürze

  • Auch Zeckenenzephalitis oder Frühsommer-Meningoenzephalitis genannt.
  • Meningoenzephalitis bedeutet die Entzündung von Hirnhaut und Hirn.
  • Durch ein Virus verursacht
  • Mittels Blutuntersuchung diagnostizierbar.
  • Schwerer Krankheitsverlauf möglich.
  • Schutzimpfung vorhanden.

Keine Behandlung mit Antibiotika möglich, da viraler Erreger.

Die Lyme-Borreliose in Kürze

  • Auch Lyme-Krankheit oder kurz Borreliose genannt.
  • Durch das Bakterium «Borrelia burgdorferi» verursacht.
  • Je nach Gegend sind bis 50 Prozent der Zecken von diesem Erreger befallen.
  • Infektion verläuft oftmals unbemerkt, da die Krankheit ganz unterschiedliche Verläufe aufweisen kann.
  • Auch nach einer Infektion ohne Beschwerden können Antikörper im Blut nachgewiesen werden.
  • Keine Impfung gegen Borreliose vorhanden.

Behandlung mit Antibiotika

Zeckenstiche können schwerwiegenden Erkrankungen auslösen

Leben mit der Krankheit

«Hätte ich mich nur rechtzeitig geimpft»

Tim wurde im Jahr 2013 von einer Zecke am Kopf gebissen. Vier Wochen später traten bei ihm Symptome wie Fieber, Nackensteifigkeit, heftige Kopfschmerzen, grossflächige Hautrötungen und ein massiver Leistungsabfall auf. Im Spital wurde daraufhin eine Hirnhautentzündung durch eine FSME-Infektion diagnostiziert.

Nachdem die akuten Symptome nach einigen Monaten rückläufig waren, traten Gelenkschmerzen, neurologische Störungen und Herz-Kreislauf-Probleme auf. Unzählige Therapieversuche brachten nur wenig Linderung der Beschwerden. Seinen Beruf als Führungskraft in einem grossen Unternehmen und alle sportlichen Aktivitäten konnte er nicht mehr ausüben.

Nachdem es ihm immer schlechter ging und er viele Ärzte konsultierte, wurde schlussendlich durch eine Fachärztin für Neurologie eine Neuroborreliose diagnostiziert. Es erfolgte endlich eine zielgerichtete Antibiotikatherapie über sechs Monate.

Nach einer zweijährigen Genesungszeit kann er heute wieder seinen beruflichen und sportlichen Aktivitäten ohne Spätfolgen nachgehen. Tim ist ausgesprochen dankbar, dass er noch rechtzeitig therapiert werden konnte.

Die kleine Gefahr aus der Natur ©Nidwalden Tourismus

So schützt du dich vor Zecken

  • Trage bei Aufenthalten in Zeckengebieten geschlossene Kleidung.
  • Verwende Zeckenschutzmittel auf Haut und Kleidern. z.B. ANTI-BRUMM rot (forte, gegen Zecken und Insekten) oder Zecken Stopp (gelb, gegen Zecken), ANTI-BRUMM (grün, gegen Zecken und Insekten, ätherische Öle, muss häufiger angewendet werden).
  • Meide den engeren Kontakt mit bodennahen Pflanzen.
  • Suche nach einer Wanderung den ganzen Körper sowie die Bekleidung sorgfältig nach Zecken ab. Bei Kindern ist auch häufig der behaarte Kopf befallen. Baden oder Duschen ist empfehlenswert, da die noch nicht angedockten Zecken weggespült werden können.
  • Gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) schützt eine vorbeugende Impfung. Auffrischungsimpfung solltest du alle 10 Jahre wiederholen. Da der Winter nicht mehr so kalt ist, können die Zecken besser überleben. Eine Impfung macht daher bereits im Herbst Sinn, damit der Impfstoff im Winter wirkt. Informiere dich in einer Impfapotheke in deiner Region. Gegen die Borreliose gibt es keinen Impfschutz.

Massnahmen nach einem Zeckenstich

  • Zecke unverzüglich möglichst dicht an der Haut mit einer Pinzette (notfalls mit den Fingernägeln) fassen und gerade (nicht drehen) und mit gleichmässigem Zug herausziehen.
  • Einstichstelle anschliessend desinfizieren (am besten mit Jod).
  • Körper in den nächsten Tagen und Wochen beobachten auf allfällige lokale Veränderungen sowie auf grippeartige Symptome.
  • Treten nach einem Zeckenstich Symptome auf, sollte ein Arzt oder Apotheker aufgesucht werden.

Wichtig

FSME-Viren werden sofort nach dem Stich übertragen, Borrelien dagegen erst ca. 12 – 24 Stunden nach dem Stich. Eine frühzeitige Zeckenentfernung vermindert somit das Risiko einer Borrelien-Ansteckung.

Gast-Blogger: Urs Näpflin ist Apotheker FPH und Inhaber Inhaber der Rotpunkt Apotheke Drogerie Durrer & Näpflin im Länderpark in Stans. Gerne gibt er sein fachliches Wissen als kurzer Gesundheitstipp weiter. Für Gesundheitsfragen nimmt er sich gerne Zeit für eine unverbindliche Beratung.


Infos und Tipps


alle Bilder stammen von der Pfizer AG

Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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