Turner: Romantisches Luzern

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Letzte Woche waren wir zur Eröffnung der neuen Ausstellung «Turner. Das Meer und die Alpen» im Kunstmuseum Luzern zu Besuch. Während andere nicht viel mit Kunst anfangen können, kann ich mich stets für Gemälde, antike Statuen und kreative Inszenierungen begeistern.

Die Direktorin des Kunstmuseums führt uns durch die Ausstellung © Elmar Bossard

Von Hobbymalern und echten Malern

Zur Kunst pflege ich verschiedene Beziehungen. Einerseits habe ich während dem Studium als Künstlerin gearbeitet. Hört sich jetzt extrem spektakulär an, im Grunde genommen habe ich im Coop Bau + Hobby die neusten Malprodukte vorgestellt. Daraus entstanden sind unzählige Leinwände, welche sich nun reihenweise in meinem alten Kinderzimmer stapeln und meine Mutter zu einem halben Nervenzusammenbruch bringen. Andererseits ist meine Tante von Beruf aus Kunstmalerin und unser Haus ist voll mit ihren Gemälden. 

Da ich vor meinem Beginn bei Luzern Tourismus noch nie etwas vom britischen Maler William Turner gehört habe, betrete ich ohne Erwartungen die Eingangshalle des Kunstmuseums. Die hohen Wände sind mal in einem modernen grau-blau, mal in einem satten Dunkelorange gestrichen, wodurch Turners Bilder perfekt inszeniert werden. Wir schlendern durch die Räume und entdecken vertraute Motive: Luzern, die Kapellbrücke, die Rigi, die Museggmauer und die Schöllenenschlucht. Fanni Fetzer, Direktorin des Kunstmuseums Luzern und Kuratorin der Turner-Ausstellung, erzählt uns von Turners Schaffen. Über 30‘000 Werke, darunter Aquarelle, Ölgemälde und Skizzen, hat er zu Lebzeiten geschaffen. Mehr als 30 dieser Werke sind nun zurück an ihren Entstehungsort in die Zentralschweiz zurückgekehrt.

Die Ausstellung umfasst rund 100 Werke © Elmar Bossard

Weg vom Detail – hin zur Atmosphäre

Turner wollte die Natur nicht 1:1 abbilden, er wollte deren Stimmung einfangen. Als ein Künstler der Romantik war er begeistert von der schrecklichen Schönheit der Natur: Wabernde Nebelschwaden, glühende Sonnenaufgänge und tosende Stürme, waren seine liebsten Motive. Dafür malte er oft draussen in der Natur und setzte sich selber den dramatischen Naturspektakeln aus. Anscheinend habe er sich einmal an einen Schiffsmast geschnallt, um die volle Wucht des Unwetters zu erleben.

Turner war derart von der Schweiz begeistert, dass er sie zwischen 1802 und 1844 insgesamt sechsmal besuchte. Als er den Auftrag bekam die Aussicht von der Rigi aus zu malen, war Turner bereits zu alt für eine Wanderung auf die Rigi. Er beschloss die Aussicht aus dem Kopf zu malen, schliesslich sei er ja bereits sechsmal in Luzern gewesen. Fun fact: Turner war gar nie auf der Rigi, er konnte die Aussicht also gar nicht kennen. Für solche Hintergrundfakten und Anekdoten lohnt es sich an einer öffentlichen Führung durch die Ausstellung teilzunehmen. (Dienstag bis Samstag, täglich um 17 Uhr & Sonntag um 11 Uhr).

Fazit

Mir hat die Ausstellung extrem gut gefallen. Die Sorgfalt mit welcher er seine Bilder malte, die romantische Farbwahl und sein Engagement, die reale Atmosphäre des Naturspektakels einzufangen, haben mich sehr beeindruckt. Ich komme bestimmt wieder.

2019 feiert das Kunstmuseum Luzern sein 200-jähriges Jubiläum mit der besonderen Ausstellung: «Turner. Das Meer und die Alpen». Auf über tausend Quadratmetern werden in Kooperation mit der Tate Gallery in London rund 100 Werke des britischen Reisenden und Landschaftsmaler Joseph Mallord William Turner (1775–1851) präsentiert. Turner gilt als der bedeutendste Maler Englands in der Romantik. 
Die Sonderausstellung ist vom 6. Juli bis 13. Oktober 2019 geöffnet.


Infos und Tipps


Egal ob im Tanzstudio oder an der Bushaltestelle, Laila ist immer tanzend anzutreffen. Mit einem Lachen im Gesicht und einer Fotokamera in der Hand sucht die gebürtige Luzernerin überall nach Geschichten und Menschen die sie inspirieren. Oder einfach nach weiteren Orten um tanzen zu können.

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