Skischule Melchsee-Frutt – Mehr als Kinderunterricht

Kategorien Obwalden, Ski / Snowboard

Hört man «Skischule», so denkt man gleich an Kinder, die ihn einer Schlangenlinie im Pflug dem Skilehrer folgen. Doch Ski- und Snowboardschulen bieten so viel mehr. Auch Erwachsene, ob Anfänger oder Fortgeschrittene, kommen auf ihre Kosten. 

Kinder im Skiunterricht auf der blauen Piste «Vogelbühl» auf Melchsee-Frutt

Wie alles anfing

Bereits im Herbst buchten wir für die ganze Familie Skiferien auf Melchsee-Frutt und reservierten auch gleich online für unsere vier Kinder Ganztagesskiunterricht bei der Schweizer Ski- und Snowboardschule Melchsee-Frutt. Ich selbst hatte keine besonderen Erwartungen oder Pläne an unsere Skiferien, ausser ein wenig Bewegung und noch mehr Erholung. Als jedoch am ersten Abend die Kinder stolz von ihren Fortschritten erzählten, war mein Ehrgeiz geweckt. Ich entschloss mich, gleich am übernächsten Tag selbst Privatunterricht mit einem Skilehrer zu nehmen. Erst aber wollte ich meine etwas eingerostete Technik und vor allem meinen Kreislauf in Schwung bringen und ging allein auf die Piste. Das hätte ich im Nachhinein besser gelassen.

Kinder im Skiunterricht bei den Blauen Prinzen/Prinzessinen

Der Unterricht beginnt

Pünktlich stand ich am Mittwochmorgen um 9.50 Uhr am Treffpunkt vor der alten Bergstation mit meiner Skiausrüstung bereit. Meine Skiausrüstung hatte ich am Vorabend noch im Frutt Rental, dem Miet- und Servicecenter direkt neben dem Skischulbüro, zum Kontrollieren und Präparieren abgegeben. Da wurden mir die Kanten geschliffen und die Skier gewachst, damit von materialtechnischer Seite her sicher nichts mehr schiefgehen kann.

Die Fahrten am Vortag hatten mir einerseits meine fahrtechnischen Defizite aufgezeigt, aber auch in Form von schmerzender Muskulatur ihre Spuren hinterlassen. Peter, mein Skilehrer für den Tag, erkannte mich sofort und empfing mich mit guter Laune. Wir besprachen in groben Zügen den Tag. Er bat mich, ihm auch meine Wünsche und Ziele an den Unterricht mitzuteilen. Mit dieser Frage hatte ich gar nicht gerechnet, aber nach kurzem Überlegen war klar: ich möchte auch auf steileren Hängen Curving Schwünge fahren können. Der Respekt umfallen zu können, hindert mich immer daran, schöne Schwünge auch auf steileren Pisten zu fahren.

Nach einem kurzen und Muskelkaterlindernden Aufwärmen stiegen wir in die Skibindung. Peter lotste mich in Richtung Vogelbüel. Von vielen als «Idiotenhügel» verschrien, ist er tatsächlich ein geeigneter Übungshang, denn hier lassen sich alle möglichen Schwünge und Techniken kontrolliert und mit Übersicht ausprobieren. So wurde ich immer selbstsicherer und unter fachlicher Anleitung und verschiedener Übungen traute ich mich Bewegungsabläufe auszuführen, die mir zuvor unmöglich erschienen.

Das Mittagessen will verdient sein

Etwas zu euphorisch startete ich anschliessend in die Fruttabfahrt, wo ich einen Sturz gerade noch verhindern konnte. Peter rief mir die vorhin gelernte «waagrechte Schulterachse» ins Gedächtnis. Mit dem nötigen Respekt machte ich mich an die Umsetzung im steileren Gelände – was mit der gelernten Technik, dem stabilen Oberkörper und der Aussenskibelastung tatsächlich einfacher war als gedacht. Mit den Sessellliften ging es hoch zum Bonistock, wo wir meine Technik beim Carven und dem Kurzschwingen verfeinerten, ehe sich meine Muskulatur bemerkbar machte. Am Pilatus vorbei konnte man deutlich die Wolken sehen, welche einen nasskalten bedeckten Tag in Luzern bedeuteten, während uns auf über 2.000 Meter Höhe die Sonne verwöhnte. Wir entschieden uns – angesichts der Sonne – für eine Rast auf dem Bonistock. Die vermutlich beste Kässchnitte der Welt weckte im Bonihorst neue Lebensgeister in mir.

Kässchnitten und feine Apfelringe mit Vanillesauce gibt es im Bonihorst zu geniessen

Der Unterrichtstag geht zu Ende

Viel schneller als gedacht ging der Unterricht zu Ende. Nach einem Tag in der Skischule hatte ich ein besseres Gefühl dafür entwickelt, wie ich mich bewegen muss, Widerstände überwinde und Schwünge mit der richtigen Technik einfacher fahre. Ich habe geflucht, gelacht, gezweifelt und genossen. Ich denke, ich habe heute mehr über mich und das Leben gelernt, als in vielen Managementseminaren zusammen. Und dafür sage ich ein ganz herzliches Dankeschön an Peter.

Übrigens: Die Skischule Melchsee-Frutt bietet auch Unterricht für Telemark, Langlauf, Freeride und Snowboard an. Eine Unterrichtstunde im Telemarkfahren wird wohl meine nächste Herausforderung sein.

Der Schneesportlehrer zeigt einem Gast das Telemarkfahren

Infos und Tipps


Gast-Blogger: Lambert, 52 Jahre, aus Luzern

Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.