Schächentaler Höhenweg

Kategorien Natur, Uri, Wandern

Langsam nähert sich der Sommer und damit die Wandersaison in der Höhe. Der Klausenpass gehört für mich mit Abstand zu den schönsten Passlandschaften der Schweiz. Ich erinnere mich zurück an die Wanderung auf dem Schächentaler Höhenweg im vergangenen Sommer und freue mich diese Route diesen Sommer wieder ablaufen zu dürfen.

Heute brauche ich keinen Wecker, da mich das Vogelgezwitscher und die allerersten Sonnenstrahlen gut gelaunt in den Tag starten lassen. Einen solch schönen Tag auf dem Balkon zu verbringen wäre zu schade, die Wohnung kann morgen noch geputzt werden und der Wocheneinkauf kann warten. Soll ich aufs Bike? Lieber an den See? Irgendwie lockte es mich doch eher zu meinen Wanderschuhen. Rucksack packen, Sonnenmilch eincremen und die Wanderschuhe schnüren, schon kann mein kleines Wanderabenteuer auf dem Schächentaler Höhenweg losgehen.

Der Schächentaler Höhenweg bietet für jeden Wanderer und jedes Niveau die passende Route © A.Sanchez

Anreise

Mit dem Postauto geht es Richtung Klausenpass. Vor mir liegen 22 Kilometer, 483 Meter Aufstieg, 991 Meter Abstieg und eine 6.5h Wanderung vom Feinsten. Bereits die Postautofahrt zum Pass ist sehr kurvig und eindrücklich. Oft geht es neben der Strasse steil hinunter, wo der eine oder andere Bauer noch wildheut. Ein Blick aus dem Fenster anstelle aufs Smartphone lohnt sich auf alle Fälle. Eindrücklich ist der Wasserfall Aesch, welcher schon von weitem sehr gut sichtbar ist. Über einen 100 Meter hohen Felsen stürzt das Wasser tosend herunter. Bei der Haltestelle «Untere Balm» heisst es für mich, Rucksack packen, das Postauto verlassen und losmarschieren. Die Route 595 ist sehr gut ausgeschildert, damit auch solche Orientierungsbanausen wie mich den Weg ohne Probleme finden.

Alpkäse und grandiose Aussichten

Vom Untere Balm geht es gemächlich zuerst etwas talwärts, anschliessend folgen immer wieder kleine Zwischenanstiege, welche ohne grosse Anstrengung passiert werden können.  Der Wanderweg führt mich vorbei an grasenden Kühen, frischem Heu oder auch an heimeligen Alpbeizli. Schon bald kann ich dem frischen Alpkäse nicht mehr wiederstehen und mache einen Zwischenstopp im Alpbeizli, um zu «schläinä». Der Älpler gesellt sich kurz zu uns Gästen und plaudert aus dem Nähkästchen. Mit den Geschichten der Älplerfamilie und der authentischen Umgebung schmeckt der Alpkäse mindestens gleich doppelt so lecker.

Der Schächentaler Höhenweg führt durch wohl duftende Alpweiden mit roten Alpenrosen
© A.Sanchez

Immer wieder unterbreche ich meine Wanderung und geniesse den Ausblick. Jetzt weiss ich, weshalb der Klausenpass zweifellos zu den schönsten Passlandschaften der Schweiz gehört. Das Schärhorn oder auch das Massiv des Ruchen ist überwältigend. Als ich fasziniert eine rote Pflanze begutachte, meint ein Wanderer freundlich: «Gell, diese roten Alpenrosen sind schon eine Augenweide». Der Schächentaler Höhenweg ist eine beliebte Wanderung und man ist garantiert nie alleine unterwegs. Der Weg ist nicht zu anspruchsvoll, jedoch auch nicht von zu vielen Wanderfreudigen überlaufen.   

Die Wanderung vergeht wie im Fluge und schon bald komme ich an der ersten Seilbahn vorbei, mit welcher die Wanderung abgekürzt werden könnte. Da ich aber noch keine Müdigkeit verspüre, marschiere ich weiter.

Abstecher zum Aussichtspunkt «Alafund»

Als ich einen Wegweiser zum Aussichtspunkt «Alafund» entdecke, muss ich einfach diese Richtung einschlagen. Ach, die Aussicht von da oben ist einfach einmalig. Dieser kurze Abstecher hat sich für mich auf jeden Fall schon gelohnt. Während der Wanderung bin ich so in die Natur versunken, dass ich keine Sekunde an mein Smartphone denke. Zum Glück gibt es eine Bilddatenbank, wo das eine oder andere Bild meiner Wanderung bildlich festgehalten wird.

Da ich vor lauter Bestaunen der Natur und Aussicht die Zeit völlig vergessen habe, muss ich wieder weiterlaufen. Ich habe meinen nächsten Zwischenstopp bereits im Blick und wandere ruckzuck über Stock und Stein.

Die Sitzbank beim Aussichtspunkt Alafund lädt zu einer Pause ein © UTAG

Letzter Stopp – auf dem «Hünderegg»

Bevor ich den letzten Abstieg zur Seilbahn mache, geniesse ich eine kurze Verschnaufpause auf dem «Hünderegg». Mithilfe des Bergpanoramas kann ich meine Geografiekenntnisse erweitern. Mit etwas müden Waden, neuen Bergnamen im Gedächtnis und einem eindrucksvollen Panorama geht meine Wanderung bei der Seilbahn Eggberge zu Ende.

Auf dem Hünderegg geniesst man einen fantastischen Rundblick auf das Bergpanorama
© A.Sanchez

Hinweis: In den Genuss dieser schönen Wanderung bin ich letztes Jahr gekommen. Momentan liegt noch zu viel Schnee, aus diesem Grund ist von Bergwanderungen abzuraten. Einen Überblick über die offenen und geschlossenen Wanderwege findet man hier


Infos und Tipps


Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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