Wir haben es gewagt und geschafft! Sieben Tage lang war das Team von Luzern Tourismus für euch auf der Route 1291 unterwegs und hat alle Etappen auf Herz und Nieren geprüft. Dem Wind und Wetter haben wir getrotzt (und die haben es uns wirklich nicht einfach gemacht…). Wie es uns ergangen ist, wo sich die Highlights befinden und Challenges verstecken, haben wir dir in diesem Erfahrungsbericht zusammengetragen.

Während sieben Tagen haben sich fahrradbegeistere Mitarbeitende von Luzern Tourismus jeweils in Zweierteams auf den Weg der Route 1291 gemacht. Nach der Übernachtung im jeweiligen Etappenziel, fand am nächsten Morgen die Stabs- oder in diesem Fall die Fahrradakku-Übergabe statt. Quasi wie beim Staffellauf, einfach mit E-Bikes. Unser Ziel war es einen ehrlichen und ungefilterten Erfahrungsbericht, mit allen Sehenswürdigkeiten und Herausforderungen, die es während der siebentägigen E-Bike Route zu erleben und meistern gibt, zusammenzutragen

Klicke auf die Titel, um mehr über die einzelnen Etappen zu erfahren!

Etappe 1: Luzern – Altdorf

Tag eins auf der Route 1291. Wir freuen uns den Auftakt machen zu dürfen. Wir, das sind Susanne und Reina. Normalerweise arbeiten wir im Backoffice der Tourist Information in Luzern. Und heute bilden wir das erste Etappen-Team auf der Route 1291 von Luzern nach Altdorf.

Hier rechts zu sehen ist Susanne. Links zu sehen: nicht Reina. (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

Bereits zu Beginn der Etappe sind wir begeistert: Die Route ist sehr abwechslungsreich – von der belebten Stadt ist man schnell im ruhigen Meggerwald. Sobald man den Wald hinter sich gelassen hat, befindet man sich in der idyllischen Landwirtschaftszone mit Vieh, Aussicht auf den Vierwaldstättersee, Wiesen und Berge. Die Strecke führt uns vorbei an schönen Bauernhöfen mit Einkehrmöglichkeiten. Die Strassen sind grösstenteils asphaltiert, was uns den Weg einfach macht. Diese Route verfügt über so viele schöne Fotosujets, dass wir regelmässig zum Anhalten gezwungen werden. Also unbedingt genügen Zeit einplanen und nebst dem E-Bike Akku, auch den der Kamera laden! Dazu lockt der Vierwaldstättersee mit etlichen schönen Badeplätzen zum Reinhüpfen, viele bieten keinen grossen Komfort, sind dafür umso idyllischer gelegen. Dazu bezaubern die charmanten Dörfer, wie Küssnacht, Greppen oder Weggis entlang der Route 1291. Sie liegen alle am See und bieten traumhafte Kulissen. Ab Weggis fahren wir grösstenteils entlang der Hauptstrasse auf dem Trottoir. Das mediterrane Ambiente auf diesem Abschnitt lenkt vom Strassenverkehr ab. 

Folgst du der Route 38 des Schweizer Veloradnetzes, kommt du sicher ans Ziel. Zwei Mal musst du aufpassen: 

  • Bei der Bushaltestelle Buchmatt in Meggen, musst du links abzweigen. Der Wegweiser kann hinter den Bäumen versteckt sein (siehe Bild).
  • Anfangs Küssnacht kommst du auf eine grössere Strasse, dort rechts abzweigen. Der Wegweiser fehlt.


In Brunnen angekommen steigen wir auf das Schiff in Richtung Flüelen. Aber zuerst haben wir uns eine Abkühlung verdient. Darum gönnen wir uns ein feines Glacé während wir auf das nächste Schiff warten. Dieses verkehrt stündlich zwischen Brunnen und Flüelen. Für weitere Informationen empfehlen wir den Online-Fahrplan der Schifffahrtsbetriebe des Vierwaldstättersees (SGV) zu konsultieren. Der Verlad der Velos auf das Schiff ist kein Problem. Der Einstieg ist fast bodeneben und auf dem Schiff hat es genügend Platz, um unsere E-Bikes abzustellen.

Sehr wohl verdient…
… hat sich Reina ihr Glacé.

Wir fahren los. Vorbei an der Rütliwiese und dem Schillerstein, den Dörfern Bauen und Isleten. Wir lehnen uns zurück und entspannen. Während dieser Zeit kannst du ein Kaffee oder Bier im Schiffsrestaurant geniessen. Ab Flüelen sind es dann nur noch vier Kilometer bis Altdorf, wo du in verschiedenen Gasthäusern übernachten kannst. Nicht verpassen: in Altdorf steht das berühmte Tell-Denkmal mitten auf dem Rathausplatz. Und mit diesem letzten Fotosujet ist unsere Etappe für heute geschafft.

Der Schillerstein im kristallblauen Urner Seebecken.
Wir sind im Ziel: das Tell Denkmal in Altdorf.

Unsere Tipps:

  • Schau auf dem Weg von Luzern nach Weggis auf dem Haldihof vorbei.
  • Pack die Badesachen ein, um bei (mindestens) einer der zahlreichen Badestellen einen Halt zu machen
  • Die Online-Fahrpläne der SGV oder der SBB, sind hilfreich, um sich zu den aktuellen Fahrzeiten der Schiffe zu informieren.
Das erste Highlight der Route 1291: ruhige Morgenstunde auf der Kapellbrücke. (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

Etappe 2: Altdorf – Andermatt

Heute sind Chiara und Tiffany für euch am Start der zweiten Etappe! Unser Tag beginnt mitten in Altdorf. Mit der lässigen Schnitzeljagd Tatort Tell machen wir uns zuerst einmal auf die Spuren des Schweizer Nationalhelden und seinem Sohn Walterli. Mit dem Rucksack voller Hilfsmitteln gehen wir von Posten zu Posten und meistern die einzelnen Fragen und Aufgaben. Wusstest du, warum das Wappen von Altdorf auf der rechten Seite drei rote Balken hat? Der Hauptort vom Kanton Uri wurde vom ältesten Urner – dem Föhn (ein berühmter warmer Fallwind in der Schweiz) – dreimal durch einen Grossbrand zerstört. Die geschichtsträchtigen Häuser und Denkmäler wurden damals wieder aufgebaut, weshalb es auch heute allerlei Sehenswürdiges zu entdecken gibt. Leider hat es für uns noch nicht zum Hauptkomissar gereicht – doch Spass hatten wir trotzdem. Der Aufstieg zum Türmli mitten auf dem Hauptplatz ist definitiv das Highlight dieser Schnitzeljagd. 

Kniffeln und rätseln…
… und in die Fusstapfen von Willhelm Tell tretten.

Nun heisst es auf den Sattel schwingen und in die Pedale treten. Nach knapp 20 Minuten kommen wir bei unserem zweiten Highlight an – der Gotthard Raststätte Richtung Norden. Diese Raststätte ist alles andere als langweilig. Lokale Küche, architektonische Bauten, diverse Verweilmöglichkeiten wie die Hängebrücke über die Reuss laden zum gemütlichen Verweilen ein. Wir sind positiv überrascht davon, wie viel die Raststätte zu bieten hat. Nach einer Stärkung geht es für uns nun auch weiter in Richtung Schöllenenschlucht. 

Die imposante Statue unseres Nationalhelden.
Perfekte Gelegenheit, um die Akkus zu laden vor dem grossen Aufstieg.
Chiara stellt sich unter den Apfel.
Gestärkt und motiviert: Tiffany vor dem ersten Aufstieg.
Übrigens: Wer Challenges mag, der kann die Route 1291 auch ohne mechanische Unterstützung unter dem Sattel machen.

Die Fahrt entlang der Reuss, die als treuer Begleiter immer mit dabei ist, macht die Route durch Erstfeld, Silenen, Gurtnellen, Wassen und schliesslich Göschenen zum echten Erlebnis. Ab Göschenen geht es bergauf bis nach Andermatt. Dank dem E-Bike sind die rund 1000 Höhenmeter gut zu bewältigen. Die Teufelsbrücke thront kurz vor dem Etappenziel als markantes Wahrzeichen über dem Tal. Natürlich lassen wir uns die Besichtigung der Teufelsbrücke und der Rundweg bei diesem geschichtsträchtigen Ort nicht entgehen!

Dank dem riskanten Deal der Andermatter:innen mit dem Teufel …
…steht heute die Teufelsbrücke, die die zwei Talseiten der wilden Schöllenenschlucht verbindet.
Familienportrait bei der Teufelsbrücke: Mit auf der Etappe dabei waren unsere Kolleg:innen von Schwyz Tourismus, Uri Tourismus, Andermatt-Urserntal Tourismus und den Bikegenossen
Der Kluge Fährt im Zuge, der Zug aber nicht immer entlang der Route 1291.
Geschafft! Angekommen im Radisson Blu Hotel Reussen in Andermatt.

Nun dauert der Anstieg nur noch 200 Höhenmeter und wir haben unser Etappenziel, das Radisson Blu Hotel Andermatt, erreicht.

Unsere Tipps:

  • Wer mit Familie oder Kindern unterwegs ist, dem empfiehlt sich ein Start in den Tag mit dem Tatort Tell.
  • Unbedingt einen Halt bei der Gotthard Raststätte einlegen. Entweder für einen Imbiss, zum Akku aufladen oder zum Stöbern.
  • Wer die Teufelsbrücke nicht besichtigt, hat definitiv das absolute Highlight dieser Etappe verpasst!
Die zweite Etappe führt vorbei an der sagenumwobenen Teufelsbrücke. (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

Etappe 3: Andermatt – Meiringen

Mit der dritten Etappe der Route 1291 starten wir schon fast in die Halbzeit der Rundfahrt. Für euch schwingen sich heute André und Beda, mit tatkräftiger Unterstützung von Carmen von Andermatt-Urserntal Tourismus in den Velosattel. Nach einem gemütlichen Start in Andermatt durch das urchige Dorf Richtung Hospental, vorbei am alten Wehrturm, der seit kurzem begehbar ist, biegen wir auf der Furkastrasse ab und fahren entlang der noch sehr kleinen und wilden Reuss bis zum Autoverlad Furka. Dort, wo die immer schmaler werdende kurvige Strasse beginnt und wir langsam die Höhenmeter hochpedalten, eröffnete sich der Blick auf das Tal und die umliegenden Berge.

Gemütlicher Beginn im Bergdorf Andermatt.
Die Fahrt entlang der wilden Reuss.
Das Wichtigste auf einer langen Fahrt: Gute Gesellschaft.

Hoch motiviert wollten wir den Furkapass im Eco Modus bezwingen, doch das stellt sich als etwas zu anspruchsvoll heraus. Während der Bergfahrt gibt uns jede Kurve wieder einen neuen fotowürdigen Blick auf das Tal und die Umgebung frei. In einer dieser Kurven erinnert eine Tafel an den Drehort des legendären Films «Goldfinger».  James Bond, damals gespielt von einem deutlich jüngeren Sean Connery, war sicherlich dynamischer unterwegs als wir beiden und sah dabei höchstwahrscheinlich auch noch viel besser aus. 

Andenken am Drehort von «Goldfinger» mit Sean Connery als James Bond.
Aussichten die Gold wert sind.
Und mittendrin strampeln wir diesen Strassen entlang.

Der bedeckte Himmel erwies sich spätestens ab hier als Segen, denn bei strahlender Sonne wäre eine Überhitzung wohl sicher gewesen. Als erstes Etappenziel war der Furkapass nicht nur ein sportlicher Erfolg, sondern bot mit dem Restaurant Furkablick ein überraschendes Highlight. Von aussen unscheinbar, entpuppt sich das Gasthaus von innen als stilvolles Lokal mit Einrichtung im Vintage-Stil. Aus der Kombination dieser Elemente ergibt sich ein wundervolles Spannungsfeld zwischen der imposanten Berglandschaft und dem gemütlichen Ambiente. Dazu passend eine genauso kreative, bewusst lokale und nachhaltig gewählte Menü- und Getränkekarte, welche eher in einer hippen, urbanen Lokalität zu erwarten wäre. Wir entscheiden uns für den veganen Burger mit Salat. Eine ausgezeichnete Wahl! Nach dem Kaffee, natürlich aus einer stilvollen Kolbenmaschine, begann schon bald unsere erste kurze Abfahrt bis zur Rhone.

Traumhafte Landschaften begleiten uns.
Und wie James Bond einst, liefern auch wir uns eine kleine Verfolgungsjagd.

Ab da beginnt die Bergfahrt zum Grimselpass, welche sich als einiges leichter erwies als erwartet. Angekommen auf über 2’165 Meter über Meer folgt eine entspannte Fahrt entlang des Totensees, bis dann die grosse Abfahrt bis nach Meiringen beginnt. Ab diesem Zeitpunkt waren nicht mehr die Pedale, sondern die Bremsen das auschlaggebende Element am Fahrrad. Vorbei an der felsigen Berglandschaft, dramatisch untermalt mit dunklen Wolken und sehr viel Fahrtwind sowie dem entsprechend lauten Windgeräusch in den Ohren stürzen wir uns in einen fast stündigen Geschwindigkeitsrausch bis Meiringen.

Auch die Passhöhe auf der Grimsel haben wir wohlbehalten erreicht.
Wir blicken zurück auf kurvige Strassen…
…und freuen uns auf eine lange Abfahrt.

Unsere Tipps:

  • Mittagspause im überraschenden Restaurant Furkablick.
  • Da es nicht viele besiedelte Gegenden oder Einkehrmöglichkeiten auf der Strecke gibt, empfehlen wir unbedingt Werkzeug dabei zu haben und während der Mittagspause den Akku aufzuladen.
Nicht nur James Bond lieferte sich eine Verfolgungsjagd auf der Strecke der dritten Etappe. (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

Etappe 4: Meiringen – Sörenberg

Bereits die Anfahrt eröffnete uns wunderbare Ausblicke auf die bevorstehende Etappe. Angekommen in Meiringen und nach einem kurzen «Guten-Morgen-Schwatz», fand die obligate Akku-Übergabe statt. Und schon gab es die erste Herausforderung: Wie passen unsere Siebensachen in die Velotaschen? Mit viel Gequetsche! Gepäck verstaut, Helm sitzt. Vierte Etappe Route 1291 – Let’s go! Oder doch nicht?

Akku-Übergabe mit den Team des Vortages.

Denn schon nach wenigen Pedaltritten wurde unsere Weiterreise abrupt unterbrochen. Der Grund: Ein Helikopter mit angeseilten Baumstämmen (Gefahr von Holzschlag). Doch wie sagt man so schön: Alle Wege führen nach Sörenberg. Kurzerhand haben wir improvisiert und sind anstatt nach Hasliberg über die Brünig-Passstrasse geradelt. Und wie kann es anders sein, auf dem Weg zur Passhöhe kam er wieder, dieser Helikopter und blies uns beinahe von der Strasse in den nächstgelegenen Bauernhof. Nach einem kurzen Schock und einer ersten Verschnaufpause haben wir das Etappenhighlight, den Brünigpass, erreicht.

Der Helikoptereinsatz führt uns über die Brünigpassstrasse.
Der erste Pass ist geschafft.

Es folgt die rasante Abfahrt zum malerischen Dörfchen Lungern. Dort erwartet uns ein tiefblauer Bergsee, urchige Hof-Lädeli und ein feines Mittagessen im Restaurant Kaiserstuhl. Gestärkt und erholt machen wir uns auf in Richtung Glaubenbielenpass. Auf dem Weg merken wir schnell, dass wir während der Mittagspause etwas Wichtiges vergessen hatten: Akkus nachladen. So wird aus einer gemütlichen E-Bike Tour ein beschwerlicher Kampf gegen 1’119 Höhenmeter und Akku-Restreichweite. Da stellt sich die Frage: Wie kann man seinen inneren Schweinehund überwinden? Wir beschliessen gegen unseren inneren Schweinehund anzukämpfen und belohnen uns dafür mit einem köstlichen Glacé auf der Mörlialp.

Stahlblau und tiefbeeindruckend: Der Lungernsee.
Einkaufs-Päuseli an einem der vielen Hoflädeli unterwegs.

Bisher vom Wetterglück verfolgt, öffnet der Himmel kurz vor der Schlüsselstelle «Glaubenbielenpass» seine Schleusen. Aber dafür sind wir ausgerüstet. Der Endspurt führt uns über die Panoramastrasse (ohne Panorama, weil Nebel) und die eindrucksvolle Moorlandschaft nach Sörenberg. Geschafft! Nun können wir uns im Hotel Rischli verwöhnen lassen.

Graue Wolken ziehen auf…
… und verschlucken unseren Yves beinahe.

Unser Fazit zur vierten Etappe: Es erwarten dich 43 Kilometer Schweiz pur, atemberaubende Landschaften, gut ausgeschilderte Velowege und doch den ein oder anderen Schweisstropfen. Also denkt daran: Akkus laden! Am besten in den verschiedenen Bergrestaurants entlang der Etappe, sonst ist Muskelkater vorprogrammiert

Unsere Tipps:

  • Auch hier lohnt es sich die Badehosen bereit zu halten. Denn wir glauben bei schönem Wetter wäre es echt toll gewesen, in den Lungernsee zu hüpfen.
  • Unbedingt die Akkus in Lungern oder während der Mittagpause aufladen, damit man genügend Akkupower für den Glaubenbielenpass auf Vorrat hat.
  • Eine Verschnaufpause auf der Mörlialp geniessen. Hier war es schon bei grauem Wetter sehr idyllisch. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie malerisch es bei schönem Wetter gewesen wäre.

Viel Spass und frohes Schwitzen, wünschen dir Yves und Lisa.

Neuer Tag, neue Passhöhe: Auf der vierten Etappe gilt es den Glaubenbielenpass zu meistern. (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

Etappe 5: Sörenberg – Entlebuch

Die fünfte Etappe ruft und damit startet auch der Einsatz für Martina und Lea. Im Hotel Rischli angekommen erwarten uns Lisa und Yves für eine kurze Einweisung zum E-Bike und die Akku-Übergabe. Auf Grund des regnerischen Wetters gabs erstmal einen Kaffee, denn wir müssen zuerst das Regenradar genau studieren.

Für die einen geht’s nach Hause für die anderen raus auf das Fahrrad (und ein bitzli in den Regen).

Mit einem «Zämä» stossen wir auf einen guten Tag an und schwingen uns um 11 Uhr auf die Sattel. Von einer trockenen Fahrt und Sonnenschein haben wir uns schon lange verabschiedet – wir machen einfach das Beste draus. Wir treten in die Pedale und fahren los. Eigentlich hätte man von der Route aus immer einen tollen Blick auf das beeindruckende Karstgebiet der Schrattenfluh. Doch wir haben an dem Tag leider nichts davon gesehen. Nur ganz kurz hat sich der «Schibengütsch» gezeigt.

Mit einem «Zämä» sind wir auch im Regen motiviert.
Trotz Regen, ist es schon ziemlich idyllisch hier.
Das Wetter erlaubt uns volle Konzentration auf den Trail.
Willkommen in der UNESCO Biosphäre Entlebuch.

Weiter geht es vorbei an diversen Hofläden, Höfen und kleinen «Heimatli». An diesem Tag ist auf Grund des Wetters nicht viel los und wir können uns aufs Fahren konzentrieren. Gar nicht so einfach mit den Velos bei Regen über Stock und Stein. Beeindruckt hat uns die mystische Landschaft, die Wälder, die Wiesen, aber auch die Kraft des Wassers beim Kemmeriboden-Bad, wo vor kurzem ein Unwetter gewütet hat

Natürlich konnten wir nicht an den hübschen Hoflädeli vorbeifahren…
… so kamen wir mit mehr Gepäck zurück als bei der Anreise.

Wir freuen uns unglaublich als wir die Gondeli der Marbachegg Bahn sehen. Unser Ziel… Zmittag! Eine feine Flädlisuppe bringt Leben zurück in unsere nassen Körper und wir können uns dank unseren mitgebrachten Wechselkleider zumindest leicht trocknen und aufwärmen. Auch hier hätten wir THEORETISCH eine wunderbare Sicht auf die beeindruckenden «Schratten», wie sie von den Einheimischen liebevoll genannt wird. Gestärkt mit einem Kafi-Luz starten wir die Weiterfahrt.

Team Entlebuch wärmt sich bei einem heissen Tee auf.
Viel Zeit beim Geniessen der Aussicht verlieren wir nicht: weiter geht’s.

Auf Grund des kalten und nassen Wetters (ja, es regnete an diesem Tag nur einmal) haben wir uns für eine Abkürzung entschieden und nehmen ab Escholzmatt den Zug bis nach Entlebuch. Hier erwartet uns eine warme Dusche, unsere warmen Pullis und ein kuscheliges Bett im Hotel 3 Könige – herrlich und wohlverdient.

Unsere Tipps:

  • Falls das Wetter nicht mitmacht, kann man die Route von fast überall aus mit dem Zug abkürzen.
  • Bike-Begeisterte kommen auf dem Flowtrail in der Marbachegg voll auf ihre Kosten.
  • Auf dem Weg liegt die Traditions-Distillerie Studer. Ein Abstecher lohnt sich!
Die fünfte Etappe der Route 1291 führt dich weiter durch die wunderschöne UNESCO Biosphäre in Entlebuch. (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

Etappe 6: Entlebuch – Sursee

Weiter geht es auf der sechsten Etappe der Route 1291 mit Team Weggis: Claudia und Sandra. Nach der Übernahme der E-Bikes im strömenden Regen sind wir zuversichtlich, dass sich das Wetter nach einer Kaffeepause bessert.

Das Wetter ist gut und die Laune entsprechend noch mehr.

Und siehe da – auf das Regenradar ist Verlass! Gestärkt und voller Tatendrang nahmen wir den ersten, einfach zu überwindenden Aufstieg Richtung Romoos unter die Pedale. Schon hier liess sich erahnen, welch idyllische Landschaft uns noch bevorsteht.

Trotz Sack und Pack fallen uns die Höhenmeter leicht.
Dank der E-Bikes haben wir gut Lachen auf der Tour.

Und wir sollten nicht enttäuscht werden. Vorbei an Bauernhöfen und weidenden Kühen geht es in einem stetigen auf und ab durch das Napfgebiet mit herrlichen Aussichten. Nach einer rasanten Abfahrt fahren wir gemütlich der kleinen Fontannen entlang, bevor der Aufstieg auf der Naturstrasse zum Menzberg folgt. Dank der Unterstützung der Batterie jedoch kein Problem. Auf dem Menzberg angekommen, geniessen wir die verdiente Mittagspause mit prächtigem Rundumblick. Es erfolgt die sportliche Talfahrt in Richtung Hergiswil. Hier ist Vorsicht vor möglichem Gegenverkehr geboten! Die Strecke bleibt abwechslungsreich – mal durch den Wald, mal vorbei an Bauernhöfen und lauschigen Picknickplätzen und immer wieder Möglichkeiten zum Shoppen im Hofladen.

Wir radeln durch grüne Landschaften…
…mächtige Maisfelder…
… und pausieren an den friedlichsten Orten.

Dann passiert es: Dunkle Wolken ziehen auf! Und in Hergiswil bei Willisau kommen wir nicht mehr darum herum, doch noch unsere Regenhosen zu montieren. Nach zehn Minuten ist uns Petrus aber wieder gut gesinnt und die Sonne vertreibt den Regen. Nach einem kurzen Aufstieg erfolgt nun die Abfahrt nach Willisau. Perfektes Timing für Kaffee & Kuchen – und das Laden der Batterien. Im traditionsreichen Café Amrein erfahren wir vom Inhaber Michael Renggli Interessantes über die Geschichte und Herstellung der weltberühmten Willisauer Ringli.

Farbenfroher Empfang in Willisau.
Ein obligates Willisauer Ringli im Café Amrein gehört zur Route 1291 dazu.

Unsere Batterien vollgetankt – die der E-Bikes immerhin wieder zur Hälfte – nehmen wir die letzten 12 Kilometer in Angriff. Auf Naturstrassen und an Maisfeldern vorbei gelangen wir bald zum Biohof Burgrain. Hier lohnt sich ein Abstecher in den Hofladen und im Agrarmuseum erlebt man wie die Landwirtschaft gegenwärtig funktioniert und zukünftig aussehen könnte. Noch ein kurzes Stück blieben wir auf Naturstrassen, bei Mauensee folgt der Radweg dann parallel zur Strasse Richtung Sursee. Den Mauensee im Blickfeld nähern wir uns dem Städtchen und nach viereinhalb Stunden Fahrzeit treffen wir in Sursee ein. Das Altstädtchen eignet sich perfekt, um diesen ereignisreichen und wunderschönen Tag Revue passieren zu lassen!

Biohof Burgrain ist ein Besucht und Einkauf wert.
Links oder Rechts? Wir informieren uns zur Route auf der Outdooractive-App
Weiter geht’s zwischen Mais und saftig grünen Wiesen.

Unser Fazit zur sechsten Etappe: Die sechste Etappe ist eine idyllische, abwechslungsreiche Route, deren Höhenmeter sich dank der Batterie mühelos überwinden lassen.

Unsere Tipps:

  • Besuche den Biohof Burgrain und das Agrarmuseum in Alberswil.
  • Probiere das köstliche Angebot des Café Amreins in Willisau.
  • Es empfiehlt sich einen Ersatzakku einzupacken oder einen Stopp zum Aufladen der Fahrradakkus einzulegen, sodass auch die letzten Kilometer ohne grössere Anstrengungen genossen werden können
Ein Halt in der Heimat der Willisauer Ringli ist auf der sechsten Etappe ein Muss! (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

Etappe 7: Sursee – Luzern

Sonntags in Sursee, vier Frauen treffen sich für die Stabsübergabe der siebten Etappe der Route 1291 in Sursee. Nach einem kurzen Velo-Briefing schwingen wir – das sind heute Manuela und Anina – uns auf die Sattel und radeln los. Nach wenigen Pedaltritten müssen wir jedoch bereits wieder absteigen, weil uns gleich das erste Highlight erwartet: das Stadttor von Sursee.

Während es für die beiden Frauen links zum Frühstück geht, schwingen sich die anderen zwei auf den Fahrradsattel.
Auftakt zum Endspurt bildet die Fahrt durch die sehenswerte Altstadt von Sursee.

Weiter fahren wir durch das noch vom Nebel durchzogene Sursee und über den ersten Aufstieg, vorbei an typischen Bauernhöfen und vielen Tieren, die uns zur frühen Stunde freundlich begrüssen. Kaum zu erkennen durch die dicke Wolkendecke, erscheint vor uns das nächste Highlight der Route 1291: Der Landessender von Beromünster. Wir knipsen unverzichtbare Erinnerungen und düsen weiter.

Durch die dicke Nebelsuppe radeln wir.
Ein Highlight am Tag sieben: Der Landessender.
Paris oder Beromünster? Man weiss es nicht so genau.

Es wird wärmer und wir ziehen unsere erste Wärmeschicht aus. Der nächste Aufstieg erwartet uns und mit ihm auch die langerwarteten ersten Sonnenstrahlen – Juhui! Am anderen Ende des Hügels zieht uns die traumhafte Aussicht über den Baldeggersee in ihren Bann. Wir empfehlen eine Mittagspause im Wirtshaus zum Herlisberg, denn der Ausblick hinterlässt uns ziemlich verliebt ins Luzerner Seetal zurück.

Herrlicher Ausblick über den Baldeggersee.
Unser Tipp für die Mittagspause: Das Wirtshaus zum Herlisberg.

Weiter sausen wir herunter, wo uns der kräftig blaue Baldeggersee und mächtige Steinbauten erwarten. Doch wir haben ein anderes Ziel vor Augen: das Schloss Heidegg auf der gegenüberliegenden Seeseite. Wir radeln hoch und geniessen eine Verschnaufpause. Hinter dem Schloss nehmen wir kurz schliesslich den steilsten Anstieg der Etappe in Angriff.

Zwischenziel in Sicht.
Aussicht vom Schloss Heidegg.
Scheint, als wäre bald Erntezeit.


Zum Glück führt der Weg auch durch kühle Waldabschnitte, denn mittlerweile heizt uns die Sonne richtig ein. Dafür geniessen wir den frischen Fahrtwind während der Abfahrt, die teilweise über Kieswege führt. Weiter zwischen Maisfeldern, durch saftige Wiesen und an vielen einladenden Hoflädeli vorbei, folgen wir zuerst der Schweiz Mobil Route 84, anschliessend der Route 599 und 56 bis Luzern. Wir sind positiv überrascht über die fast nahtlose Ausschilderung. Kritische Stellen konnten wir dank der Outdooractive-App problemlos meistern.

Müde und stolz auf unsere Teamleistung…
…kommen wir in Luzern an.

Nach knapp über 4 Stunden Fahrzeit stehen wir vor der Kapellbrücke. Mit noch zwei Akkustrichen schiessen wir die letzten Fotos, bevor wir unsere E-Bikes bei Rentabike am Bahnhof Luzern zurückgeben.  

Unsere Tipps: 

  • Immer ein bisschen Bargeld im Hosensack haben, damit man sich mit den Köstlichkeiten der Hoflädeli am Weg eindecken kann! 
  • Die Outdooractive-App hat uns einige Male geholfen, die richtige Abzweigung zu nehmen.  
Endspurt! Doch vorher gibt es einen Halt bei der Stiftskirche St. Michael in Beromünster! (© Nico Schärer | Luzern Tourismus)

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Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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