Von Mohnblumen und Seerosen – «Monet Experience» in der Messe Luzern

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Während des französischen Sommers durch ein Blütenmeer aus Mohnblumen schweben und dabei der Dame mit dem Schirm zuwinken – all dies ist aktuell möglich auf dem Messegelände in Luzern. In der Ausstellung «Monet Experience and the Impressionists» tauche ich ein in die bezaubernden Werke des französischen Meisters Claude Monet und weiterer bedeutender Maler des Impressionismus.

Wer kennt sie nicht, die Seerosen von Claude Monet. Die einzigartige und verträumte Serie des französischen Malers sind Bilder für die Ewigkeit. Monet lebte von 1840 bis 1926 und wird gar als Vater des Impressionismus bezeichnet. Und genau diese Welt gilt es heute in der Messe Luzern zu entdecken. Nach der freundlichen Begrüssung des Ausstellungs-Personals und einem kurzen Check der Temperatur betreten meine Familie und ich den ersten Raum der Ausstellung.

Die Welt von Claude Monet

Eine Pergola geschmückt mit Glyzinen und Körbe gefüllt mit Lavendel und Klatschmohn versetzen mich in die Szenerie eines französischen Sommers. Der grosse Zeitenstrahl gibt Auskunft über das Leben Monets und hebt wichtige Ereignisse hervor. So lerne ich beispielsweise, dass der Franzose 1870 während des Deutsch-Französischen Kriegs nach London reiste, um sich dem Militärdienst zu entziehen. Der Künstler war besonders angetan von der nebligen Stimmung über der Themse.

In seiner Jugend war Claude Monet ein begnadeter Karikaturist und in seinem Wohnort Le Havre weit bekannt. Erst Ende 20 begann er damit, sich in impressionistischer Kunst zu versuchen. Mit wahrlich viel Erfolg. Die Ausstellung «Monet Experience and the Impressionists» zeigt die wichtigsten Werke Monets und gibt Hinweise auf die Entstehung der Gemälde.

Meine Schwester, die seit einem mehrmonatigen Aufenthalt in Paris viel über die französische Kunst gelernt hat, belehrt mich immer wieder mit Zusatzinformationen zu den einzelnen Gemälden. Da sie im Pariser «Musée d’Orsay» und der «l’Orangerie» bereits viele Werke des Künstlers in Echt sehen durfte, fand sie es etwas schade, dass die Ausstellung nur Fotografien der Gemälde zeigt. Doch der nächste Raum der Ausstellung haute auch sie aus den Socken…

Impressionismus mit allen Sinnen erleben

Wir betreten das Herzstück der Ausstellung: den grossen Raum mit einer riesigen 360°-Leinwand. Hier erleben wir Monet und weitere Werke impressionistischer Künstler in Bild und Ton – lebhaft und originell animiert. So fliegen auf einmal tausende Blüten um uns herum, die sich allmählich in ein gemaltes Blütenmeer eines berühmten Werkes verwandeln. Wir Zuschauer sitzen in der Mitte des grossen Raumes auf bequemen Hockern und können unseren Blick je nach Wunsch durch den ganzen Raum schweifen lassen.

Mir als Musikliebhaberin hat ausserdem die tolle Begleitmusik gefallen, die während des Erlebnisses und in der ganzen Ausstellung zu hören ist. Bekannte Stücke wie der «Danse Macabre» von Camille Saint-Saëns oder die Arie «Je veux vivre» aus Roméo et Juliette versprühten ihren eigenen Charme und zauberten mir mehr als einmal Gänsehaut.

Unendliches Farbspektakel im Spiegelraum

Im nächsten Raum zog der Eingang in eine kleine Kabine meine Aufmerksamkeit auf sich. Er führte in den Spiegelraum, mein persönliches Highlight der gesamten Ausstellung. Eine Leinwand projizierte Gemälde, die sich aufgrund der vielen Spiegel zu unendlich wirkenden Farbspektakeln entwickelten.

Einmal die Brücke von Monet betreten

Die nächste Station bot die Möglichkeit, eine besondere Erinnerung mit nach Hause zu nehmen: die Nachbildung der weltberühmten «Brücke von Giverny» aus dem Garten Claude Monets durfte von den Ausstellungsbesuchern zu Fotozwecken betreten werden.

Monets Gemälde erwachen zum Leben

Bevor wir uns auf den Heimweg begeben, erlebe ich noch den letzten Höhepunkt der Ausstellung: Mit Hilfe einer VR-Brillen tauche ich ein in die abstrakte Welt von Monets Werken und finde mich inmitten eines französischen Mohnblumenfeldes wieder. Den Blick kann ich im 360°-Winkel um mich herum schweifen lassen und entdecke immer wieder schöne Details. So schwebe ich an der Dame mit dem Sonnenschirm vorbei, welche mir aus einem Gemälde von Claude Monet bekannt ist. Ein spezielles Gefühl, wie sie mir bei meinem virtuellen Rundgang durch die Landschaft nachblickt.

Die Ausstellung «Monet Experience and the Impressionists» findet noch bis zum 24. Mai 2021 auf dem Messegelände in Luzern statt. Die immersiven Installationen und erlebbaren Stationen lassen die Besucher auf eine originelle Weise in die Welt Claude Monets eintauchen. Und ich muss gestehen: Mir hat es so gut gefallen, dass ich sogar überlege, noch ein zweites Mal hinzugehen.


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