
Was passiert, wenn der Teufel höchstpersönlich durch die Gassen von Altdorf führt? Genau das wollte ich herausfinden. Eines kann ich schon jetzt verraten: Das ist keine klassische Dorfführung. Das ist Theater, Kunst und Urner Sagenwelt in einem.

Wenn der Teufel plötzlich vor dir steht
Blauer Himmel, sommerliche Temperaturen und beste Laune. Treffpunkt ist beim Telldenkmal auf dem Rathausplatz in Altdorf. Die Gruppe wartet gespannt. Und dann passiert es. Plötzlich taucht sie auf – die Teufelin. Im eleganten feuerroten Anzug, mit Hörnern, Fell an Händen und Füssen und einem Blick, der sofort alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Mit viel Charme, Witz und einem Hauch Diabolik übernimmt sie das Kommando. Widerstand? Zwecklos.


Auf den Spuren von Heinrich Danioth
Gemeinsam ziehen wir durch die historischen Gassen von Altdorf. Immer wieder bleiben wir stehen und erfahren allerlei Spannendes über die Werke und das Leben des bekannten Urner Künstlers Heinrich Danioth (1896-1953) sowie seine Liebe zu Uri. Seine Bilder erzählen Geschichten – und die Teufelin bringt sie auf eindrückliche Weise zum Leben. Sein berühmtes Zitat über Uri begleitet uns während der ganzen Führung:
«Meine Heimat ist, fürwahr, Prunkkammer Gottes und Irrgarten des Teufels, zu gleichen Teilen.»
Und genau dieses Spannungsfeld zwischen Himmel und Hölle, Kunst und Sage macht die Führung so besonders.

Sagen, Rätsel und eine gehörige Portion Humor
Langweilig wird es keine Sekunde. Die Teufelin bezieht uns immer wieder mit ein. Wir erraten pantomimisch dargestellte Danioth-Werke, lauschen Urner Sagen im breitesten Urner Dialekt und erfahren, weshalb der Teufel den Urnerinnen und Urnern bis heute einen kleinen Groll nachträgt. Natürlich darf dabei auch die berühmte Sage der Teufelsbrücke nicht fehlen. Die Teufelin erzählt mit so viel Leidenschaft, dass ich komplett in die Geschichte eintauche.
Zwischendurch wird sogar gesungen, getanzt und gelacht. Genau diese Mischung macht die Führung so lebendig und überraschend. Und wer sich nun fragt, was gesungen wurde. Es sei nur so viel verraten: Beim Lied handelt es sich um die inoffiziellen Urner Standeshymne und die Teufelin fühlt sich geehrt, dass sie im Text persönlich vorkommt.



Altdorf neu entdecken
Die rund einstündige Tour führt vorbei an versteckten Gassen, historischen Plätzen und beeindruckenden Danioth-Werken. Vom Telldenkmal über den Friedhof und das Haus für Kunst Uri bis zum Theater Uri entdecke ich Altdorf aus einer völlig neuen Perspektive. Ich merke schnell: Diese Führung zeigt nicht nur die Geschichte eines aussergewöhnlichen Künstlers.
Besonders in Erinnerung bleibt mir der Halt beim Eingang des Altdorfer Friedhofs mit Heinrich Danioths eindrücklichem Wandbild «Der Schutzengel». Seine letzte Ruhestätte befindet sich allerdings nicht in Altdorf, sondern im Nachbardorf Flüelen, wo der Künstler von 1929 bis zu seinem Tod 1953 lebte.


Ein würdiger Abschluss beim Theater Uri
Der Schlusspunkt der Führung könnte passender kaum sein. Nach 60 abwechslungsreichen Minuten erreichen wir das Theater Uri mit seiner markanten rot-gelben Fassade und hohen Fenstern. Das Gebäude ist weit über die Kantonsgrenzen hinaus als Heimat der Tellspiele bekannt und blickt auf eine lange Kulturgeschichte zurück.
Hier schliesst sich auch der Kreis zu Heinrich Danioth. Im damaligen Tellspielhaus erhielt er mit noch nicht einmal 30 Jahren seinen ersten grossen öffentlichen Auftrag als Künstler. Er schuf die Wandbilder des Rütlischwurs und des legendären Tellsprungs – Werke, die den Grundstein für seine eindrucksvolle Karriere legten. Spätestens hier wird klar: Die Führung erzählt nicht nur vom Teufel und von Urner Sagen. Sie ist vor allem eine Hommage an Heinrich Danioth und sein aussergewöhnliches künstlerisches Erbe, das Uri bis heute prägt.
«Mit dem Teufel durch Altdorf» ist weit mehr als eine Führung. Sie ist Unterhaltung, Kultur, Schauspiel und Urner Geschichte in einem. Die Zeit vergeht wie im Flug und ich nehme viele spannende Geschichten, ein Lächeln – und sogar eine süsse Überraschung – mit nach Hause.


Jetzt den Teufel persönlich kennenlernen
Traust du dich? Es gibt zwei verschiedene Versionen der szenischen Führung – eine für Erwachsene sowie eine speziell für Kinder und Schulklassen. Die Tour für Kinder ist ab sofort buchbar, jene für Erwachsene ab Herbst. Beide versprechen ein einzigartiges Erlebnis voller Urner Sagen, spannenden Details zu Heinrich Danioth und überraschender Begegnungen. Ob als Vereinsausflug, Teamevent, Familienerlebnis oder Gruppenausflug: Dieses Erlebnis sorgt garantiert für Gesprächsstoff. Buche jetzt die neue Führung «Mit dem Teufel durch Altdorf» und entdecke Altdorf von seiner teuflisch schönsten Seite.
Mehr entdecken über Heinrich Danioth
Du möchtest noch tiefer in das Leben und Werk von Heinrich Danioth eintauchen? Dann lohnt sich ein Besuch auf Danioth Digital. Die interaktive Erlebnisplattform nimmt dich mit auf eine spannende Entdeckungsreise durch das vielseitige Schaffen des Urner Künstlers – mit Geschichten, Bildern, Filmen, historischen Hintergründen und einem Danioth-Spaziergang mit Smartphone durch Altdorf. Passend dazu kannst du im Danioth Pavillon beim Haus für Kunst Uri zahlreiche Werke von Heinrich Danioth bestaunen.


