Glacé Workshop gegen Hitzewallungen

Kategorien Kulinarik, Luzern

Normalerweise schaue ich, dass ich mit meinem Süssigkeitenkonsum nicht überborde. Das klappt ganz gut, bis mir der Sommer die Schweissperlen ins Gesicht drückt und ich das Gefühl habe, das einzige was mich jetzt noch retten kann, ist ein Kopfsprung in eine kühle Schoggi-Glacé. Dieses Gelato konnte ich beim Ice Cream Workshop von Max Chocolatier gleich selber herstellen.  

Schokolade ist meine Kernkompetenz. Und die Schokolade des Familienunternehmens Max Chocolatier lässt meine Geschmacksknospen besonders ekstatisch Samba tanzen. Jede Praline ist mit viel Liebe handgemacht (glaub mir, ich war dabei) und besteht aus nachhaltiger und fairer Schokolade, welche vom renommierten Traditionshaus Felchlin in Ibach bezogen wird. Connaisseure schmecken Aromen von Blutorangen, Tabak oder Vanille aus den zarten Pralinen heraus. Lokale Gegebenheiten, welche die Herkunft der verschiedenen Kakaobohne verraten. 

Chocolatier für 90 Minuten

Max Chocolatier bietet seit diesem Jahr einen Ice Cream Workshop an. Diesen konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir treffen uns an einem sonnigen Mittwochnachmittag in der Boutique von Max Chocolatier am Schweizerhofquai. Nach einem ersten Begrüssungs-Praliné werden wir ein Stock höher in das Atelier geführt und erhalten Haarnetze übergestülpt. Ich fühle mich wie in Charlie und die Schokoladenfabrik: Weisse und braune Schokolade fliesst aus Wasserhähnen, Pralinés reihen sich fein säuberlich in den Regalen und in Glastöpfchen häufen sich getrocknete Beeren, zerkleinerte Nüsse und weitere Deko-Zutaten.  

Im Atelier begrüssen uns Chocolatière Andrea und Chef-Chocolatier Daniel. Wir hätten uns spannende Glacé-Kreationen ausgedacht, meint Dani mit einem breiten Grinsen und teilt uns sogleich auf die verschiedenen Stationen ein. Wir zaubern heute ein Rhabarber-Sorbet mit karamellisierten Mandeln und Datteln, sowie eine Rahmglacé aus Weisser Grand-Cru-Schokolade und dunklen Schokoladen-Stückchen. (Also die anderen zaubern. Ich hüpfe mit meiner Kamera herum und versuche möglichst wenig im Weg herum zu stehen).  

Was Schokolade mit Käse zu tun hat 

Wir machen uns an die Arbeit: In der nächsten Stunde wird geschnippelt, geschlagen, abgewogen, gemixt und geschmolzen. Stets unter den wachsamen Augen von Dani und Andrea. Höchste Konzentration verlangt uns das Schmelzen ab, da die Temperatur exakt getroffen werden muss. Allgemein erinnert mich die gesamte Schokoladenherstellung sehr an die Käseherstellung auf der Alp. Geschmolzen wird im Kupferkessel, mit dem Thermometer muss die genaue Temperatur erreicht werden und sogar eine Harfe kommt im Herstellungsprozess zum Einsatz. Zufälligerweise gehört Käse ebenfalls zu meinen Kernkompetenzen. Was für ein Glück lebe ich im Land der Schokolade und des Käses.  

Reisen ist trotzdem möglich

Natürlich kommt der individuelle Schoggi-Genuss nicht zu kurz. Max Chocolatier präsentiert uns vier verschiedene Pralinés zum Schnausen zwischen den verschiedenen Produktionsschritten. Ich schmecke Kokosnuss heraus, freue mich über eine überraschend zarte Mango-Note und wundere mich, wie etwas Fleur de Sel meine Zunge kitzelt. Wir erfahren, wie die Herkunftsorte der Kakaobohnen den Geschmack der Schokolade beeinflusst: Ecuador, Madagaskar, Venezuela und und und «Exotischer wird’s dieses Jahr nicht mehr», denke ich mir, während ich bereits das dritte Praliné auf meiner Zunge verlaufen lasse. Wenigstens kommen meine Geschmacksknospen dieses Jahr etwas herum. 

Während die fertigen Pralinés links darauf warten von uns degustiert zu werden, warten die Pralinés rechts auf ihren nächsten Verarbeitungsschritt

Überraschungs-Tafel 

Nachdem wir die fertige Masse in die Eismaschine gefüllt haben, überrascht uns Dani mit einem neuen Programmpunkt: «Während wir warten, darf jeder seine eigene Schokoladentafel herstellen und nach seinem Geschmack verzieren.» Wir dürfen zwischen weisser, dunkler und «normaler» Schokolade (soweit man irgendwelche Schokolade von Max Chocolatier als normal bezeichnen kann) wählen und die Tafel mit Kakaonibs, getrockneten Himbeeren und weiteren Zutaten dekorieren.

Als wir unsere Kreation gerade in eine bunte Hülle packen, meldet sich die Eismaschine zu Wort und Dani füllt uns die fertige Glacé in unsere mitgebrachten Tupperwares ab. Jetzt gilt’s das kühle Gold möglichst schnell in unsere heimische Gefriertruhe zu bringen.

Jetzt muss es schnell gehen: das überlassen wir lieber Chef-Chocolatier Dani

Zum Abschluss unseres Workshops nimmt mich aber doch noch etwas Wunder. Wenn man den ganzen Tag von Schokolade umgeben ist und sie ständig probieren muss, geniesst man denn privat noch ein Stück Schoggi? Auf meine Frage hin muss Dani herzhaft lachen und meint mit einem Zwinkern, dass er zu Hause mit seiner Frau doch noch gerne ab und zu ein Stückchen schnaust. Schokolade geht also immer. Auch als Chocolatier.

Fazit 

Der Ice Cream Workshop von Max Chocolatier eignet sich hervorragend als Familienaktivität oder Teamevent. Indem man die Geschmacksrichtung der Rahmglacé und des Sorbets im Voraus selber wählen kann, nimmt man bestimmt ein Gelato nach Hause, das man so schnell nicht mit seinen Gästen teilen will. Natürlich ist es stets auch immer ein Erfolgserlebnis, wenn man etwas mit seinen eigenen Händen herstellen kann (und es anschliessend geniessbar ist). Wir kommen auf jeden Fall wieder, schliesslich ist der Glacévorrat schon fast wieder aufgebraucht. 

Gewusst,

… dass Max Chocolatier ihre Glacé-Träumchen auch To Go an ihrem Glacé-Stand anbietet? Der Glacé-Stand befindet sich gleich vor ihrer Boutique am Schweizerhofquai 2 und ist jeweils bei schönem Wetter von 13:00 Uhr bis Betriebsende geöffnet. Abenteuerliche Sorten, wie Tahiti Vanille mit Passionsfrucht oder Erdbeeren, Balsamico & Orangen erwarten dich. 


Infos und Tipps


Egal ob im Tanzstudio oder an der Bushaltestelle, Laila ist immer tanzend anzutreffen. Mit einem Lachen im Gesicht und einer Fotokamera in der Hand sucht die gebürtige Luzernerin überall nach Geschichten und Menschen die sie inspirieren. Oder einfach nach weiteren Orten um tanzen zu können.

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