Das bunte ABC der Urner Fasnacht

Kategorien Kultur, Uri, Veranstaltung

Wenn Uri Fasnacht feiert, dann nicht halb. Dann wird aus Alltag ein Maskenspiel und aus der Gasse eine Bühne. Es hämmert, trötet, trommelt, lacht. Und irgendwo zwischen Konfetti, «Chatzämüüsig» und Narrenfreiheit passiert genau das, was Fasnacht ausmacht: Man gehört dazu, selbst wenn man zum ersten Mal mittendrin steht. Hier schlägt die Fasnacht nicht nur auf die Pauke, sondern mitten ins Herz.

Damit du dich im Urner Fasnachtschaos zurechtfindest, kommt hier das kleine Lexikon der Urner Fasnacht:

A wie Alte Fasnacht
Die Alte Fasnacht bezeichnet jene Fasnachtszeit, die nicht nach dem üblichen Kalender direkt vor dem Aschermittwoch endet, sondern eine Woche später. Vereinzelt finden an diesem Sonntag noch Tanzveranstaltungen, oder – wie in Flüelen – die letzte Katzenmusik statt. Und wenn sich jemand im Alltag in einer Sache verspätet, wird ihm gesagt, dass er «wiä diä alt Fasnacht» daherkomme.

B wie Brauchtum
Die Urner Fasnacht ist mehr als Party. Sie ist gelebte Tradition und tief verwurzelt im Dorfleben. Diese einheimischen Fasnachtsbräuche und Überlieferungen gilt es zu pflegen. So ist es zum Beispiel in Schattdorf üblich, dass am Güdeldienstag vor dem Aschermittwoch beim «Üstrummälä» eine Katze aus Stroh verbrannt wird. So wird die Fasnacht verabschiedet. Diesen ebenso spektakulären wie traurigen Fasnachtsbrauch gibt es seit 1961.

C wie «Chatzämüüsig»
Das Herzstück der Urner Fasnacht ist die «Chatzämüüsig». Einzigartig in der Schweiz, denn die «Chatzämüüsig» gibt es nur im Urkanton. Dabei ziehen kleine und grosse Formationen mit ihren Trompeten, Posaunen, Trommeln und Pauken durch die Gassen und spielen den berühmten «Chatzämüüsig-Marsch». Jene Melodie von «Aux champs en marchant», die Soldaten der Bourbaki Armee, während ihrem Aufenthalt in Uri im Frühjahr 1871, zurückgelassen haben. Dabei spielt jede Gemeinde den Marsch in ihrem eigenen Tempo. Übrigens: Guggenmusiken spielen an der Fasnacht in Uri die zweite Geige. Hier hat die «Chatzämüüsig» das Zepter in der Hand. Und was es mit der Katze auf sich hat, könnt ihr hier nachlesen.😸

D wie (Schmutzigä) Donnschtig
Am Schmutzigä Donnschtig fällt in Uri (falls noch nicht «ytrummälet») der Startschuss ins närrische Treiben. Beim Umzug in Altdorf stehen dann traditionsgemäss die kleinen Fasnachtsbürgerinnen und -bürger im Mittelpunkt. Denn dann ist Kinderumzug.

E wie Entstehung
Hinter dem Lärm steckt Geschichte. Die «Ürner Chatzämüüsig» begann als urchiger Weckbrauch: Am frühen Morgen des Schmutzigen Donnerstags zog man los und machte mit allem Krach, was nur irgendwie tönte: Büchsen, Hörner, Trommeln, Rätschen. Hauptsache schrill und laut. So ist die Katzenmusik über Jahrzehnte gewachsen: vom wilden Krachzug zum typischen Urner Fasnachtsklang.

F wie Fünfte Jahreszeit
Für viele Urnerinnen und Urner ist die Fasnacht die fünfte Jahreszeit. Dabei ist der offizielle Fasnachtsstart am Martinstag am 11.11. um 11:11 Uhr. Eine wahrlich närrische Zahl.

G wie Gruppen
Viele Vereine, Cliquen, bunt zusammengewürfelte Gruppen und andere Formationen tragen die Fasnacht mit Ideen, Humor, Kostümen und viel Herzblut. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil und oft auch mit eigenen Wagen an Umzügen präsent.

H wie Hörprobe
Wer die Melodie einmal gehört hat, vergisst sie nicht mehr. Fasnacht kann man nicht nur sehen. Man muss sie hören. Deswegen gibt es hier nicht nur den Text der «Ürner Chatzämüüsig», sondern auch eine Kostprobe der Katzenmusikgesellschaft Erstfeld.

I wie Inspiration
Zum Beispiel im Buchtipp «Fasnächtliches Uri». Denn die Urner Fasnacht ist nicht nur Trubel und Lärm, sondern auch ein Stück Kulturgeschichte. Das Buch kommt wie ein farbiges Fotoalbum daher und ist in 18 facettenreiche Kapitel eingeteilt. Ideal zum Schmökern, Weitererzählen und Immer-wieder-Staunen.

J wie Jauchzer
Zwischen Trommeln, Gelächter und Masken sind herzhafte Jauchzer und kurze Rufe wie ein «Zooogä» oder «Innä mit dä Fääli» wie ein Funke im Gedränge.

K wie Konfetti
Klein, bunt, überall. Und du kannst garantiert sein: Die kleinen «Fasnachtsflöhe» findest du auch Monate später noch irgendwo bei dir zuhause.

L wie Lärm
Lärm gehört zur Fasnacht wie Konfetti. Der Klang der Trommeln, Schellen und «Chatzämüüsig» soll ja auch den Winter vertreiben. Der Lärm stellt auch unmissverständlich klar: Jetzt regiert die Fasnacht.

M wie «Maschgäráadä»
So nennt Uri die Maske samt ganzer Figur. Nicht nur Gesicht, sondern Verwandlung. Die zum Teil aufwändigen und höchst kreativen Verkleidungen werden mit Stolz getragen. Und hinter der Maske gilt Narrenfreiheit.

N wie Narrenblatt
Fasnacht kann auch schreiben. Die verschiedenen Narrenblätter der Urner Gemeinden kommentieren, spicken und sticheln. Natürlich immer mit Augenzwinkern.

O wie Orangenwagen
Beim Umzug rollt mehr als Musik. Der Orangenwagen gehört dazu: klassisch, charmant, typisch Fasnacht.

P wie Plaketten
Die Urner Fasnacht kostet. Und darum sind Plaketten viel mehr als nur hübsche Abzeichen: Wer eine kauft, zeigt Solidarität und hilft mit, dass Umzüge, Musik und Maskentreiben überhaupt möglich bleiben. Gleichzeitig sind sie kleine Sammlerstücke – denn jedes Jahr erzählt eine neue Plakette ein neues Urner Fasnachtskapitel. Eine Auswahl an Fasnachtsplaketten findet ihr hier.

Q wie Quer durch Uri
Fasnacht ist nicht nur an einem Ort. Sie ist überall, von Realp bis Sisikon, quer durch Täler, Dörfer und Nächte. Jede Urner Gemeinde feiert anders, aber überall gilt: Ohne Fasnacht fehlt etwas.

R wie Ritual
Fasnacht ist kein Zufall. Sie folgt Abläufen, Tagen, Symbolen. Und trotzdem wirkt sie jedes Jahr neu.

S wie Schnitzelbänke
Nicht nur die Basler haben Schnitzelbänke, sondern auch die Urner. In Reimen, Pointen und frechen Versen nehmen sie das Dorfgeschehen aufs Korn. Dabei treffen sie erstaunlich oft genau ins Schwarze.

T wie Trommeln, Pauken, Posaunen und Trompeten
Das volle Fasnachtsorchester und die vier wichtigsten Instrumente der fünften Jahreszeit. Mitmachen kann Gross und Klein, einfach jedermann und jederfrau. So lautet es übrigens auch im zum Marsch gehörenden Text: «Wer nu nit wäiss, was Chatzämüüsig isch, sell äinisch gheerig loosä. Wenn dü de eppä fasnachtswiätig bisch, chumm doch und mach äü mit».

U wie «Üstrummälä» oder «Üsstrummet»
Wenn die Fasnacht in Uri ausklingt, wird es nochmals eindrücklich. In Altdorf ist das «Üstrummälä» besonders bemerkenswert: Hunderte von schwarz gekleideten und behüteten Männern (im Frack) und Frauen (im Rock) stehen in Reih und Glied. Keine Trompeten oder Posaunen, nur Trommeln und Pauken. Gänsehautgefühle für alle, die mitmachen, und auch für die zahlreichen Zuschauer am Strassenrand. Ein traurig-schönes Abschiedskonzert.

V wie Virus
Fasnacht steckt an. Wer einmal drin ist, kommt kaum mehr raus. Im besten Sinn. Es kann gut vorkommen, dass dir der «Chatzämüüsig-Marsch» noch lange im Ohr herumsaust.

W wie Wann ist es so weit?
Keine Angst, du musst nicht mehr lange warten: Vom 11. bis 17. Februar 2026 heisst es wieder «Zoooogäää»!

X wie x-mal laut
Die Dezibel gehören wirklich dazu. Uri feiert nicht leise. Uri feiert richtig.

Y wie «Ytrummälä»
Der traditionelle Auftakt der Urner Fasnacht mit Trommelwucht und diesem typischen Kribbeln in der Luft. Im Urner Hauptort ziehen beim «Ytrummälä» weit über 600 «Maschgäráadä» mit.

Z wie «Zämä sii»
Das ist vielleicht das Wichtigste. Fasnacht verbindet. Dörfer, Generationen, Fremde, Freunde. Alles wird ein grosses «Zämä». Zusammen in der winterlichen Kälte, zusammen im Konfetti, zusammen im Rhythmus der «Ürner Chatzämüüsig».


Weitere Informationen

Fasnacht in Uri ist Tradition, Lärm und Lebensfreude. Falls du nun noch mehr Fasnachtsfragezeichen hast, dann findest du unter www.uri.swiss/fasnacht weitere Infos oder noch besser: Hingehen. Erleben. Mitlachen. Mittrommeln. Wir freuen uns auf deinen Besuch an der Urner Fasnacht. Zooogä!


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Obwohl die Urnerin mittlerweile in Zug wohnt, ist sie mit ihrem Heimatkanton immer noch sehr verbunden. In ihrer Freizeit ist Tanja oft und gerne draussen unterwegs: Beim Skifahren, Wandern oder am See. Dabei kommt ihr die imposante Urner Bergwelt natürlich gelegen. Sie liebt das Reisen und ist fasziniert von verschiedenen Kulturen und kulinarischen Köstlichkeiten ferner Länder.

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