Wilhelm Tell war ein Schwyzer. Er räumte nicht nur mit den Habsburgern auf, sondern er gründete mit zwei Kollegen auf dem Rütli auch gleich die Schweiz. Oder doch nicht? Im Bundesbriefmuseum in Schwyz beschäftige ich mich mit der Geschichte und den Mythen rund um die Alte Eidgenossenschaft. Und euch, liebe Leserinnen und Leser, habe ich ein paar Fragen mitgebracht, um euer Geschichtswissen zu testen.

Multimedia im historischen Museum

Für manche Leute ist der Bundesbrief fast eine heilige Reliquie. Wie sonst käme man auf die Idee, ein ganzes Haus zu bauen, um ein Dokument auszustellen? Seit dem Umbau vor fünf Jahren ist das Bundesbriefmuseum in Schwyz ein modernes historisches Museum mit Multimedia-Stationen. Die Geistige Landesverteidigung dominiert nicht mehr die Inhalte – sondern ist selber Teil der Ausstellung geworden.

1. Frage: Geistige Landesverteidigung? Wann war das und welches Ziel verfolgte sie?

a) Im Ersten Weltkrieg, um die Nahrungssicherheit zu gewährleisten.
b) In den 1930er-Jahren, um sich gegen aussen abzugrenzen und die Einigkeit im Innern zu beschwören.

Schweizer Helden

Im Erdgeschoss treffe ich auch schon auf Wilhelm Tell. Genauer gesagt, stosse ich an einer Computerstation auf das Weisse Buch von Sarnen, in dem er das erste Mal erwähnt wird. Notabene rund 200 Jahre nach seiner Heldentat. An der Wand leidet ein anderer Nationalheld: Winkelried.

2. Frage: Erinnert ihr euch, wie Winkelried gestorben ist?

a) 1386 warf er sich bei der Schlacht bei Sempach in die Lanzen der Habsburger, um für die Eidgenossen eine Bresche zu schlagen.
b) 1476 wurde er nach der Schlacht bei Murten von Karl dem Kühnen als Kriegsgefangener enthauptet, um ein Exempel zu statuieren.

© Stefan Kuerzi

Oberbefehlshaber

Die Filmausschnitte an den Säulen holen mich in die Gegenwart zurück. Und ich bin bereit, im 1. Stock General Guisan entgegenzutreten. Man munkelt ja, dass auch heute noch jede Person im Ort Schwyz einen Verwandten hat, der ein persönliches Erlebnis mit General Guisan erzählen kann. Und das nach einem einzigen Besuch, nämlich 1941. So etwas nenne ich „einen bleibenden Eindruck“ hinterlassen.

3. Frage: Warum kam General Guisan 1941 nach Schwyz?

a) Zur 650-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft.
b) Zur Eröffnung des Bundesbriefmuseums, das damals noch Bundesbriefarchiv hiess.

Sakrale Atmosphäre

Beim Betreten des Bündnissaals merke ich, dass sich der Charakter des Museums verändert. Der hohe abgedunkelte Raum erinnert mich an eine Kirche. Statt gotischer Säulen aus Sandstein, ragen schwarze Informationsquader in die Höhe. Diese erzählen von Bündnissen, Streit und Königen. Schmunzeln muss ich beim Verhältnis zwischen den Eidgenossen und den Habsburgern. Auf der einen Seite das Klischee der bösen und gierigen Habsburger. Auf der anderen Seite die Aussagen von damaligen Zeitgenossen über die rüpelhaften und hinterlistigen Schwyzer.

4. Frage: Woher kommen die Habsburger ursprünglich?

a) Die Stammburg der Habsburger lag im Kanton Aargau.
b) Das Fürstengeschlecht der Habsburger stammt aus Böhmen.

DER Brief

Und wo ist nun der Bundesbrief? In einer Vitrine, die wie in einem abgeschirmten Chor steht, um in der Kirchenanalogie zu bleiben. Auf den ersten Blick wirkt das Dokument unscheinbar. Doch sein Wert für das Selbstbewusstsein der Schweiz ist riesig. Und sein Werdegang zur Gründungsurkunde der Schweiz ist eine spannende Geschichte für sich.

Lösung

1b, 2a, 3a, 4a


Infos und Tipps


Teaserbild © Stefan Kuerzi

Manuela schreibt seit dem Jahr 2000 über den Kanton Schwyz. Zuerst als Journalistin, später für Schwyz Tourismus. Allein oder mit ihrer Familie sucht sie nach Neuem, Unentdecktem und Verstecktem zwischen dem Zürichsee, dem Vierwaldstättersee, der Spitze der Rigi und dem hintersten Winkel des Muotatals. Sie begegnet Menschen, die im lokalen Brauchtum verwurzelt sind, innovative Ideen leben oder die Schätze der Natur hegen. So viel Begeisterung für die Schwyzer Vielfalt und landschaftliche Schönheit kann man nicht für sich behalten, man muss sie teilen.

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