Wege im Laufschritt erkunden – auf dem neuen Viktor Röthlin Trail

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Berglauf, Joggen oder Trailrunning. Drei Begriffe vereinen einen Grundgedanken: Das Laufen abseits von Strassen. Seit diesem Sommer können Gäste auch auf dem Hochplateau Melchsee-Frutt diese Laufart erleben. Ob gemütlich am Tannensee entlang oder ambitiös mit einigen Höhenmetern auf den Hochstollen — die neuen Viktor Röthlin Trails bieten allen Laufbegeisterten ein unvergessliches Erlebnis.

Das Hochplateau auf 2‘000 Meter über Meer ist bekannt für die Vielseitigkeit und die weite Landschaft, welche den Menschen neue Energie schenkt. So verwundert es uns nicht, dass wir nach einer 30 minütigen Fahrt von Luzern nach Stöckalp und der anschliessenden Gondelbahnfahrt auf Melchsee-Frutt diese tiefe Ruhe und Ausgeglichenheit in uns verspüren. Die alpine Landschaft auf Melchsee-Frutt lädt uns für Sport und Bewegung ein — ohne Hektik, dafür in vielseitigen Facetten. Fasziniert von der Landschaft treffen wir auf Melchsee-Frutt Viktor Röthlin, welcher mit uns die nächsten drei Tage seine drei neuen Trailrunning-Wege in den drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen ablaufen möchte. Unsere Reisetaschen lassen wir uns ins Hotel bringen, während wir uns für den ersten Trail bereit machen.

Drei Trails, drei Leistungsstufen

Analog zu den Skipisten sind auch die Viktor Röthlin Trails mit den Farben blau, rot und schwarz gekennzeichnet. Der blaue Trail kann sehr gut von Trailrunning-Neulingen oder Familien absolviert werden. Beim roten Trail sind schon etwas mehr Grundkondition und eine gute Trittsicherheit gefragt. Und nach dem Absolvieren der schwarzen Route, hat jeweils auch Viktor abends keine Einschlafprobleme. Bei jeder Abzweigung weist ein Pfeil den Weg, auf fixe Kilometermarkierungen haben die Macher aber bewusst verzichtet, denn sie wollen die Natur den Gästen in ihrer natürlichsten Art und Schönheit präsentieren. Start und Ziel befinden sich für alle drei Trails direkt vor der Bergstation der Gondelbahn auf Melchsee-Frutt auf 1‘898 m ü. M.

Blauer Trail

Ausgerüstet mit gutem Schuhwerk und Kleidung sowie einem Trailrunning-Rucksack gefüllt mit Riegeln und Wasser gehen wir zum Warm-up den 9.5 Kilometer langen Trail, welcher von der Bergstation im Gegenuhrzeigersinn um den Melchsee führt.

Von Distelboden geht’s über eine kurze Asphaltpassage hoch ans rechte Ufer des Tannensees, wo man während der Umrundung das wunderschöne Bergpanorama im See spiegeln sieht. Unser persönliches Highlight waren die Inseln im hinteren Teil des Tannensees.
Unterhalb des Bonistocks führt der Trail uns sanft am Melchsee vorbei zum Ausgangpunkt zurück.

Wir fühlen uns gut. Der Kopf ist frei von kreisenden Gedanken. Am Abend im Bett nehmen wir uns vor, am nächsten Tag auch noch den roten Trail abzulaufen.

Roter Trail

Viktor ist bereits startklar, als wir am Morgen noch etwas müde am Frühstücksbuffet ankommen. Gestärkt stellen wir uns auf die 14.5 km ein, welche vor uns liegen. Noch am Morgen laufen wir los, dem Melchsee entlang und bei der Talstation Balmeregg rechts beim Skilift hoch. Auf dem Weg nach oben brennen unsere Waden. Viktor motiviert uns, durchzuhalten. Oben angekommen, werden wir mit einem echten Gipfelerlebnis belohnt. Es folgt ein fantastischer Grat-Run runter nach Tannalp. Von dort geht es nochmals hoch zum Bonistock. Kurz davor erleben wir das persönliche Highlight von welchem Viktor seit zwei Tagen schwärmt: Die Aussicht. Schaut man nach rechts, geht der Blick bis weit ins Mitteland. Schaut man nach links, liegt einem das wunderschöne Hochplateau mit Melchsee und Tannensee zu Füssen. Ab nun geht es nur noch bergab, zurück zum Ausgangspunkt bei der neuen Bergstation.

Am Mittag sind wir zurück im Hotel und freuen uns alle auf ein leckeres Mittagessen mit anschliessendem Wellness im Spa-Bereich. Viktor legt uns nahe, dass wir früh schlafen gehen, damit wir den letzten Trail am letzten Tag gemeinsam anpacken können.

Schwarzer Trail

Wie der Name schon sagt, steht uns der ultimative Trail bevor. 24 Kilometer nehmen wir uns vor zu rennen. Den Melchsee und Tannensee lassen wir hinter uns und rennen über einen den gleichen Grat, wo wir tags zuvor runter gelaufen sind. Auf Bernerboden geht es weiter zur Planplatten. Beim idyllischen Häägenstubeli startet der Aufstieg zum Hochstollen. Am Anfang über Alpweiden, wird der Weg immer steiler, der Puls geht hoch und die Umgebung wird immer felsiger. Schlussendlich vergessen wir beim Gipfelkreuz auf dem Hochstollen aber all die Strapazen der letzten Stunden und wir werden mit einer unglaublichen 360 Grad Rundsicht belohnt.

Zurück zum Ausgangspunkt geht es dann via Abgschütz, vorbei am wunderschönen Blauseeli nach Melchsee-Frutt.

Den Rucksack mit neuen sportlichen Erlebnissen, malerischen Landschaften und neuer Energie für die Woche gefüllt, machen wir uns auf den Weg zurück nach Luzern. Mühe mit dem Einschlafen haben wir diese Nacht definitiv nicht!


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Gast-Autorin: Julia, 23 Jahre, aus Luzern.

Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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