Der Tag des Skirennens in der Skischule Frutt 

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Immer freitags endet der Gruppenunterricht in der Skischule Frutt mit einem Skirennen. Ein kleines Highlight der Woche, das die Kinder bereits aus Erzählungen ihrer älteren Geschwister kennen und von dem sie ihren Freunden in der Schule erzählen werden. Doch wie läuft dieser Tag für die Skilehrerin oder den Skilehrer ab? Was passiert hinter den Kulissen?  

Die Vorbereitungen beginnen 

Schon am Morgen, wenn ich unseren Skischulraum betrete, spüre ich, dass sich die Freitagsstimmung unter den Skilehrpersonen ausgebreitet hat. Doch nicht etwa aufgrund des bevorstehenden Wochenendes, – nein: Das Skirennen steht an. Die Vorbereitungen laufen bereits seit gestern: Startnummern sortieren, Startlisten kontrollieren und das Büchlein der Swiss Snow League für die Kinder ausfüllen. Für jedes Level sind in der Swiss Snow League klare Ziele vorgegeben, die es in der Woche zu erarbeiten gilt. Ziele meiner Gruppe im Level Blue Star sind zum Beispiel rückwärtsfahren in V-Stellung oder pflugschwingen auf abwechslungsreicher blauer Piste. Doch zurück zum Tagesgeschehen. Die ersten Skilehrer haben bereits in der Früh das warme Büro verlassen, um die Rennstrecke vorzubereiten und die Zeitmessung einzurichten. Auch ich packe alles Nötige für den Tag ein und begebe mich frühzeitig zum Sammelplatz, wo mich bereits einige Kinder mit ihren Eltern ungeduldig erwarten. 

Der Unterricht beginnt 

Alle Kinder sprechen gleichzeitig, sind nervös und wollen von ihrem letztjährigen Rennen erzählen. Ich nutze eine kurze Stille aus, um die Eltern zu versammeln und sie über den Tagesablauf zu informieren. Dann helfen sie mir dabei, den Kindern die richtigen Startnummern anzuziehen. Die Gruppe ist vollständig und bereit. Also fahren wir los zum Skilift Vogelbüel.  

Auf die Plätze, fertig, los 

Bereits in den ersten Fahrten zeigt sich, welches Kind das Rennen kaum erwarten kann und wer ungewohnt still und in sich gekehrt ist. Nun stehen wir am Rand der Rennpiste und beobachten, wie die älteren Kinder die Tore meistern. «Seht ihr, so müsst ihr um die Tore fahren. Rechts um das Blaue, links um das Rote – folgt am besten den Spuren im Schnee», erkläre ich ihnen. Wieder überschütten sie mich mit Fragen und Geschichten. Nun geht es auf zum Bügellift, wir müssen uns ranhalten, um unsere Startzeit nicht zu verpassen! Beim Anstehen hoffe ich heimlich, dass keines der Kinder vom Lift fällt, – denn darauf folgt eine organisatorische Hochleistung. Doch es läuft alles wie am Schnürchen. Oben eingereiht, startet ein Kind nach dem anderen, die restlichen feuern sich gegenseitig an. Das Rennen ist vorbei.  

Auf zum Posthuis

Früher als gewohnt versammle ich meine Gruppe im Fruttli-Land, um ihnen ihre Büchlein und Pins für diese Woche zurückzugeben. Ich erkläre ihnen, was sie gut gemacht haben und wo sie vielleicht noch etwas üben sollten. Dann sammle ich die Startnummern ein und mache mich mit meiner Gruppe auf zum Posthuis für die Siegerehrung. Einige Eltern kommen bereits angelaufen und gesellen sich zu ihren Kindern. Auch ich bin gespannt, wer heute wohl am schnellsten gefahren ist? 

Die Siegerehrung beginnt 

Endlich ist meine Gruppe am Zug. Ich stelle mich neben das Podest, meine Gruppe schaut erwartungsvoll. «Auf den 7. Rang gefahren ist… », hallt es durch den Lautsprecher. Eines nach dem anderen kommt zu mir gelaufen, um seine Medaille entgegenzunehmen. Gewonnen hat die Kleinste, aber auch Mutigste von allen. Sie war sich bereits am Morgen sicher, dass sie das Rennen gewinnen wird. Ich verabschiede mich von den Kindern, die mir in dieser Woche ans Herz gewachsen sind und beantworte die letzten Fragen der Eltern. Doch dann muss ich los zum Mittagessen, denn am Nachmittag wartet ein Privatgast auf mich, dessen Unterricht ich noch vorbereiten möchte.  


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Gast-Bloggerin: Mona, 19 Jahre, aus Melchsee-Frutt  

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