Mit Nidwaldner Tracht in Rom – Sacco di Roma 2022

Kategorien Kultur, Nidwalden, Veranstaltung

Alle zwei Jahre findet die Vereidigungsfeier der Gardisten in Rom beziehungsweise im Vatikan statt. Es gibt jeweils einen Gastkanton der Schweiz vor Ort, welcher den Anlass mit organisieren darf. Eine Reihenfolge der Kantone gibt es nicht – jedoch hatte dieses Jahr Nidwalden die Ehre, Gastkanton der Vereidigungsfeier in Rom zu sein. Da Nidwalden Tourismus den ganzen Kanton repräsentiert, durften Sandra und ich von der Geschäftsstelle Nidwalden Tourismus an der Vereidigungsfeier teilnehmen und Nidwalden an der Sacco di Roma 2022 repräsentieren.

Alle Wege führen nach Rom – Auch der Weg von Stans!

Unsere Reise zur Sacco di Roma startete am Donnerstagmorgen früh mit dem Zug. Nach zwei Mal umsteigen, in Arth-Goldau und Mailand haben Sandra und ich um 15:00 Uhr den Bahnhof Rom Termini erreicht. Die Hinfahrt von knapp sieben Stunden war lange, jedoch versuchten wir die Zeit mit UNO-Spielen, viel Geplauder und Snacks zu überbrücken.

In Rom angekommen, haben wir unser Hotel bezogen und bereits den ersten italienischen Kaffee genossen. Anschliessend um 17:00 Uhr war die Einrichtung unseres Standes im Vatikan für die Feier geplant. Mit der Einladung zur Vereidigungsfeier hatten wir Zutritt in den gut bewachten und riesigen Vatikan. Ich fühlte mich wie ein VIP oder eine Berühmtheit, als ich zwischen den Gardisten, Statuen und den hohen Mauern entlang schlenderte. Aufgrund des regnerischen Wetters fand dieses Jahr die Vereidigungsfeier in der Audienzhalle statt.

Die mächtige Audienzhalle des Vatikans in Rom.

Vorbereitungen für die Vereidigungsfeier

In der riesigen päpstlichen Audienzhalle hat es eine Konzertbestuhlung für bis zu 6’000 Personen – dieses Jahr durften jedoch pandemiebedingt nur rund 700 – 1200 Personen dabei sein.

Im Foyer wurde das Buffet, Stehtische, die Musik sowie der Nidwalden Tourismus Stand vorbereitet.

Unseren 4-Meter Tisch hatten wir mit einem Rot-Weiss karierten Tischtuch bekleidet, dahinter wurde ein Poster von Nidwalden mit einer Breite von 10 Meter aufgehängt. Auf den Tisch legten wir Bilder von Nidwalden sowie Broschüren von unseren Partnern auf, wie beispielsweise vom Stanserhorn, Bürgenstock, Pilatus, Klewenalp, Glasi Hergiswil, Kulinarik und so weiter.

Im Eingang der Audienzhalle lief man bereits über «Nidwaldner Boden».
Und wurde von Sandra und mir an dem Stand von Nidwalden Tourismus begrüsst.

Singen im Petersdom und Alphorn blasen auf dem St. Petersplatz

Obwohl der Gottesdienst «schon» um 07:30 Uhr im St. Petersdom startete, war ich bereits um 05:00 Uhr hellwach vor Nervosität. Ich war gespannt auf den ganzen Tag und freute mich sehr auf den Anlass! 

Der Gottesdienst fand in einer der eindrücklichsten Kirche …
… dem Petersdom statt.

Der Gottesdienst in der grössten und bedeutendsten katholischen Kirche der Welt war sehr eindrücklich für uns. Überall, wo ich hinsah, entdeckte ich heilige Statuen, verschiedene Kapellen sowie goldige Verzierungen. Alle Gäste und Gardisten waren vor Ort. Nur der Papst fehlte – leider war er an der Vereidigungsfeier nicht dabei. Vom Gottesdienst habe ich leider nicht viel verstanden, da dieser mehrheitlich auf italienisch war. Trotzdem war es ein einmaliges und schönes Erlebnis.

Auf dem St. Petersplatz wurde die Nidwaldner Fahne geschwungen.

Nach den 1.5 Stunden Gottesdienst genossen alle die Performance des Musikvereins Hergiswil mit dem Nidwaldner Marsch, die Alphorngruppe «Echo von Talboden» sowie die Vorstellung der Fahnenschwinger aus Wolfenschiessen auf dem St. Petersplatz. Zum Schluss des Vormittags gab es eine Führung durch die blühenden Gärten des Vatikans.

Der Musikverein Hergiswil spielte auf dem St. Petersplatz heimische Lieder für das internationale Publikum.

Zuerst das Vergnügen und dann die Arbeit

Sandra und ich schlenderten durch die Pflasterstein-Stadt, schleckten ein Gelati am Trevi Brunnen, gingen durch die Shops und genossen einen Apéro sowie eine grosse Pizza in der Nähe des Panteons. Für beide ist der Besuch in Rom nicht der erste, somit kannten wir bereits einige Ecken der historischen Stadt. Rechtzeitig kehrten wir zurück ins Hotel, damit wir uns für die Feier, welche ab 17:00 Uhr beginnt, vorbereiten konnten.

Zwischendurch gab es etwas Sightseeing für uns.
Zum Beispiel beim Trevibrunnen.

Unser Nidwaldner-Stand ist eingerichtet und wir sind mit der Nidwaldner Werktags-Tracht, den Broschüren und den Änis-Guetzli bereit für die Gäste. Der Rest der Halle wurde mit Steh-Tische und einem Riesenbuffet vorbereitet. Von Nidwalden gab es den Nidwaldner Bratchäs sowie die Zigerkrapfen zum Apéro.

Mit Nidwaldner Spezialitäten begrüssten wir die Gäste in Rom.

Schwören in der Audienzhalle – Die Vereidigungsfeier 2022

Langsam trafen die Gäste ein und haben ihren Platz in der Halle eingenommen. Die Musik spielte damit die Gardisten hintereinander in die Halle für den Schwur und die Vereidigung eintreten konnten.

Alle 36 Gardisten gingen Einzel nach Befehl zum Gardekommandanten, griffen mit einem weissen Handschuh nach der Fahne, welche ausgestreckt wurde und erhoben die rechte Hand. Mit drei Finger in der Luft und lauter Stimme legte jeder Gardist einzeln seinen Eid auf die Fahne ab.

Die eindrückliche Formation der 36 traditionell uniformierten Gardisten.

Nach der Zeremonie freuten sich die Gäste sowie die Gardisten mit ihren Familien und Bekannten auf einen reichhaltigen Apéro. Für Sandra und mich hiess es nun an die Arbeit zu gehen. Aktiv sind wir auf die Gäste zugegangen, verteilten Prospekte und haben Fragen zu Nidwalden und den verschiedenen Regionen beantwortet. Alle Personen genossen die Stimmung sowie und hatten Freude mehr von Nidwalden zu erfahren. Auch ich persönlich fand das Kennenlernen sowie den Austausch spannend. Natürlich habe auch ich sehr viele Fragen an die Gardisten gestellt, um so mehr über ihre Arbeit und ihr Leben im Vatikan erfahren.

Neben den Nidwaldner Spezialitäten …
… genossen auch alle den italienischen Wein.

Der Abend war so stressig, sodass Sandra und ich keinen Happen vom Buffet essen konnten und nicht mal Zeit für ein Glas Wein fanden. Um 23:00 Uhr hiess es Aufräumen … Innert kürzester Zeit war alles wieder in Kisten verpackt und im Lastwagen für den Rücktransport verstaut. Einige Gardisten haben uns, die Musiker sowie die Mitarbeitenden vom Buffet eingeladen, etwas bei ihnen in der Kaserne zu trinken. Das Coole war, dass wir in der hauseigenen Kantine der Gardisten den Abend verbringen durften! So sind wir weiter ins Gespräch gekommen, haben den Gardisten-Wein genossen und doch noch etwas zu Abendessen gekriegt. Um 01:30 Uhr war dann der erfolgreiche und anstrengende Abend für mich zu Ende.

Die päpstliche Sommerresidenz

Am Samstag ging der Tag um 08:00 Uhr los. Zusammen mit dem Organisationsteam und einigen geladenen Gäste fuhr der Car nach Castel Gandolfo. Das ist die ehemalige päpstliche Sommerresidenz. Vor Ort hatten wir eine Führung durch das kleine Dörfchen am See, besichtigten die riesige Residenz sowie den blühenden Garten. Anschliessend genossen wir einen Apéro beim Dorfplatz, während der Chor, die Alphornbläser und Fahnenschwinger uns wieder mit Darbietungen verwöhnten. Die Stimmung war zauberhaft, da alle Leute die Aufführungen genossen und am Ende laut in die Hände klatschten.

Nebst wunderschönen Klängen, gab es in Castel Gandolfo …
… auch eine wunderschöne Aussicht.

Erholte Rückreise

Viele gingen früh am Morgen nach Hause in die Schweiz. Sandra und ich haben uns jedoch entschieden auszuschlafen, das Frühstücksbuffet im Hotel zu geniessen und durch die Stadt zu schlendern. Wir schauten verschiedene Ausgrabungen, das Kolosseum und die spanische Treppe an. Am späten Nachmittag ging es dann auch für uns mit dem Zug wieder nach Luzern.

Für uns beide war der gesamte Ausflug eine «once in a lifetime experience»! Wir können nicht nur die Vereidigungsfeier, sondern auch die historische Stadt Rom empfehlen!

Gast-Bloggerin: Jessica Jecklin, 24 Jahre, aus Luzern


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