
Manchmal sind es die ungewöhnlichsten Geschenke, die am längsten in Erinnerung bleiben. Zum Geburtstag durfte ich ein Ziegentrekking in Isenthal erleben. Gemeinsam mit sieben neugierigen Capra-Grigia-Ziegen entdeckte ich die Urner Bergwelt aus einer ganz neuen Perspektive – entschleunigt, naturnah und überraschend berührend.
Ankommen und die Herde kennenlernen
Bei unserer Ankunft in Isenthal werden wir herzlich von Wanderleiterin Sanna vom Honigberg empfangen. Bevor die Wanderung beginnt, nehmen wir uns Zeit, die Ziegen kennenzulernen. Beim Bürsten entsteht bereits der erste Kontakt und ich merke schnell: Jede Ziege hat ihre ganz eigene Persönlichkeit. Onni ist der Chef, Sulo riesig, aber nicht ganz so selbstbewusst, Sisu neugierig, Toivo möchte am liebsten ständig gekuschelt werden, Tähti ist anfangs etwas scheu, Into eher ruhig und Mama Donata strahlt viel Gelassenheit aus. Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, dass Sanna eine ganz besondere Beziehung zu ihren Ziegen hat. Sie begegnet jedem Tier mit viel Geduld, Respekt und Zuneigung – fast so, als wären sie Familienmitglieder.
Während der Einführung erfahren wir viel Spannendes über das Verhalten der Tiere und ihre Art zu kommunizieren. Besonders wichtig ist, dass wir lernen, die Körpersprache der Ziegen zu verstehen. Schon nach kurzer Zeit fühlt es sich an, als würde ich nicht einfach Tiere begleiten, sondern Teil ihrer kleinen Herde werden.

Gemeinsam unterwegs durch die Urner Bergwelt
Dann geht es los. Die Ziegen laufen frei und suchen sich ihren eigenen Weg. Mal marschieren sie neugierig voraus, mal bleiben sie stehen, um an einem besonders saftigen Strauch zu knabbern. Statt die Tiere zu führen, passe ich mich ihrem Rhythmus an. Genau das macht den besonderen Reiz dieser Wanderung aus.
Unterwegs wird schnell klar, dass gegenseitiges Vertrauen wichtiger ist als Kommandos. Mensch und Tier bewegen sich gemeinsam als Team durch die Landschaft. Immer wieder entstehen lustige Momente, wenn eine Ziege plötzlich einen kleinen Umweg macht oder neugierig ihre Umgebung erkundet. Die entspannte Atmosphäre wirkt ansteckend und lässt mich den Alltagsstress rasch vergessen.

Entschleunigung zwischen Bergen und Natur
Während der Wanderung legen wir immer wieder kurze Pausen ein. Am Fuss von Schlieren und Uri Rotstock eröffnet sich eine eindrucksvolle Bergkulisse, die zum Staunen einlädt. Ohne Eile beobachte ich die Ziegen beim Grasen und geniesse die Ruhe der Natur.
Gerade diese Entschleunigung beeindruckt. Statt ständig auf die Uhr zu schauen, richtet sich der Blick auf die kleinen Dinge: das Spiel der Wolken, den Duft der Bergwiesen oder die Gelassenheit der Tiere. Ich merke, wie wohltuend es ist, für ein paar Stunden einfach im Moment zu sein.


Angenehme Temperaturen für Mensch und Ziege
Wir sind im Frühling unterwegs – und für mich fühlt sich diese Jahreszeit einfach perfekt an. Die Luft ist angenehm frisch, die Natur erwacht und weder uns noch den Ziegen macht die Wärme zu schaffen. Während der Wanderung erfahre ich, dass Frühling und Herbst tatsächlich als die besten Jahreszeiten für ein Ziegentrekking gelten. Bei den kühleren Temperaturen fühlen sich die Tiere besonders wohl – und genau das spürt man auf jedem Schritt.
Fazit
Für mich war dieses Ziegentrekking eine besondere Erfahrung, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Wer Tiere und Natur liebt, erlebt hier die Urner Bergwelt aus einer ungewohnten und entschleunigten Perspektive.


Weitere Informationen & Links
- Dauer: von kurzen Schnuppertouren bis zu ganztägigen Touren
- Beste Wanderzeit mit Ziegen: Frühling und Herbst.
- Anbieter Erlebnisse mit Ziegen: Honigberg.ch
- Informationen zum Tourismus Isenthal
- Wanderung von Isenthal nach Klewenalp
Gast-Bloggerin: Sandra, 35 Jahre aus Basel

