
Manchmal besuche ich einen Ort und weiss schon nach wenigen Minuten: Das wird ein besonderer Tag. Genau so geht es mir in der Glasi Hergiswil. Ich bin gekommen, um Glasherstellung zu erleben und gehe mit einer selbst geblasenen Glaskugel, vielen neuen Eindrücken und einem Lächeln nach Hause.
Schon am Eingang liegt etwas Besonderes in der Luft
Noch bevor ich den Schmelzofen sehe, spüre ich seine Wärme. Je näher ich komme, desto faszinierter bin ich. Die Glasmacher arbeiten mit einer Ruhe, die mich beeindruckt. Mit scheinbar mühelosen Bewegungen holen sie die glühende Glasmasse aus dem Ofen, drehen sie geschickt an langen Pfeifen und formen daraus Vasen, Gläser oder Karaffen.
Ich bleibe eine ganze Weile stehen und beobachte jeden einzelnen Arbeitsschritt. Es ist erstaunlich, wie aus einer orangen glühenden Masse langsam ein elegantes Glas entsteht. Mir wird bewusst, wie viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl hinter jedem einzelnen Stück steckt.


Geschichte, die lebendig wird
Anschliessend führt mich mein Weg ins Museum «Vom Feuer geformt». Ehrlich gesagt hatte ich mit einer klassischen Ausstellung gerechnet. Stattdessen werde ich mit Filmen, Ton und eindrucksvollen Inszenierungen auf eine Reise durch die Geschichte des Glases mitgenommen.
Besonders spannend finde ich die Geschichte der Familie Siegwart und wie Roberto Niederer die Glasi vor dem Ende bewahrte. Danach entdecke ich die Ausstellung «Flühli-Glas». Die wunderschönen historischen Gläser erzählen zusammen mit dem Film von den Anfängen der Glasmacher im Entlebuch. Mir gefällt besonders, dass hier Geschichte nicht einfach erklärt wird, sie wird erlebbar gemacht.


Mein persönliches Highlight: selbst Glas blasen
Nun endlich kommt der Moment, auf den ich mich den ganzen Vormittag gefreut habe: Ich darf selbst eine Glaskugel blasen.
Ganz ehrlich? Ich bin zuerst etwas nervös. Die glühende Glasmasse sieht unglaublich heiss aus und ich möchte natürlich nichts falsch machen. Doch der Glasmacher erklärt jeden Schritt mit viel Geduld. Langsam beginne ich zu blasen und tatsächlich wächst vor meinen Augen eine kleine Glaskugel.
Als ich fertig bin, bin ich fast ein bisschen stolz. Dass ich dieses Erinnerungsstück später mit nach Hause nehmen darf, macht das Erlebnis für mich noch schöner. Es ist viel mehr als ein Souvenir, es erinnert mich daran, dass ich selbst Teil dieses alten Handwerks sein durfte.

Verlaufen und Experimentieren gehört dazu
Natürlich will ich auch das berühmte Glas-Labyrinth ausprobieren, das, wie ich mir denke, so schwierig ja nicht sein kann. Tja, keine zwei Minuten später stehe ich bereits vor einer Glasscheibe, die ich schlicht übersehen hatte. Ich muss laut lachen. Genau das macht den Reiz des Labyrinths aus. Spiegel, Licht und Glas täuschen die Sinne immer wieder aufs Neue.
Auch der Erlebnis-Rundgang überrascht mich. Ich bringe Glas-Musikinstrumente zum Klingen, entdecke optische Illusionen und probiere verschiedene Experimente aus.
Draussen wird es etwas ruhiger. Im Glas-Garten funkelt das Licht in den Kunstwerken, während am See Kinder bei den Wasserspielen lachen und andere begeistert Murmeln über die riesige Murmelbahn rollen lassen. Ich setze mich kurz ans Wasser und geniesse diesen Moment. Nach all den Eindrücken des Tages ist genau das der perfekte Abschluss für mich.



Mein persönliches Fazit
Die Glasi Hergiswil hat mich überrascht. Ich hatte mit einer interessanten Glashütte gerechnet. Was ich erleben durfte, war viel mehr: spannendes Handwerk, Geschichte zum Anfassen, Erlebnisse zum Mitmachen und viele besondere Momente, die mir in Erinnerung bleiben werden.
Für mich ist die Glasi ein Ort, an dem man nicht einfach von einer Ausstellung zur nächsten läuft. Man bleibt stehen, schaut zu, probiert aus, lacht, staunt und nimmt sich Zeit. Genau das hat diesen Tag für mich so besonders gemacht.

Weitere Informationen & Tipps
- Glasi Hergiswil: https://www.glasi.ch
- Plane für deinen Besuch mindestens einen halben Tag ein.
- Informiere dich vorab über die Zeiten fürs Glasblasen.
- Das Glas-Labyrinth solltest du auf keinen Fall auslassen.
- Die Lage direkt am Vierwaldstättersee lädt dazu ein, den Ausflug mit einem Spaziergang am See oder einer Schifffahrt zu verbinden.

Gast-Bloggerin: Nina (38)


