Mit dem Ironman in seiner neuen Sportarena

Kategorien Sempach, Sport

Auf dem Gelände des CAMPUS SURSEE hat am 16. April die neue Sportarena ihre Tore geöffnet. Kern der schweizweit einzigartigen Anlage ist die Schwimmhalle mit ihrem Olympic Pool. Noch vor der Eröffnung traf ich mich mit Mathias Hecht, dem Leiter der Sportarena und wir besichtigten die Arena vorab. Mathias war früher Sportler auf Weltniveau.

Er begrüsst mich mit einem kräftigen Händedruck. Das passt, denn früher gehörte er zu den besten Triathleten der Welt. Mathias Hecht bestritt und gewann Ironman-Wettkämpfe rund um den Globus. Rund 4 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen – Mathias absolvierte die Distanzen teilweise in weniger als 8 Stunden und 10 Minuten.

Heute leitet er die nigelnagelneue CAMPUS SURSEE Sportarena, die schweizweit einzigartig ist und zum Zeitpunkt meines Besuches mitten in der Inbetriebnahme steht. Ich bin selber Läufer und kämpfe mich gerade an die 2-Stunden-Marke im Halbmarathon heran. Einen gestandenen Ironman zu treffen und von ihm sogar einen exklusiven Blick in die noch nicht eröffnete Arena zu erhalten, ist wirklich ein kleines Highlight für mich. Ich habe die Kamera zwar dabei, vergesse das Fotografieren aber bald, als Mathias von der Sportarena und seiner Profikarriere zu erzählen beginnt.

Mathias Hecht war früher Profi-Triathlet und leitet die neue Sportarena des CAMPUS SURSEE. Er schwimmt noch immer mit Passion und freut sich auf die Eröffnung.

Das Herzstück: Schwimmhalle mit 50 Meter Olympic Pool

Während die Elektromonteure in der Eingangshalle noch die letzten Einstellungen an den Bewegungsmeldern vornehmen, treten wir in die Schwimmarena ein. Es ist warm, das Wasser schimmert in einem einladenden Türkis-Blau. Ein beruhigendes Plätschern füllt die Halle. Der Pool ist gigantisch – 50 Meter lang. «Das Becken fasst ca. 3 Millionen Liter Wasser und ist auf den Millimeter genau genormt», erklärt mir Mathias. Wir stehen auf der Tribüne, die 700 Leute fasst. «Hier können Rekorde geschwommen werden», fügt er hörbar stolz an. Obwohl er sich Ende 2015 aus dem Spitzensport zurückgezogen hat, schwimmt Mathias noch heute jede Woche 20 Kilometer.

Die Schwimmsporthalle hat zwei vielseitig einsetzbare Pools:

  • Olympic Pool mit verschiebbarer Startbrücke, die das Becken in zwei 25 Meter Semi-Olympic Pools teilt
  • Höhenverstellbarer Hubboden, der über das Wasser hinaus angehoben werden kann
  • Sekundärer Pool mit unterschiedlichen Wassertiefen (für Tauch- und Rettungsschwimmer-Trainings)
  • Kranbahn an der Decke über dem Sekundärpool für das Versenken von Tauchobjekten (bspw. Autos)
  • Künstliche Wellenerzeugung (Sekundärer Pool)
Links der grosse 50 Meter Olympic Pool mit seiner verschiebbaren Startbrücke, rechts der zweite Pool mit dem abgesenkten Ball, der Wellengang im Becken erzeugt.
Der Olympic Pool des CAMPUS SURSEE ist genormt und wettkampftauglich.

«Mit den Menschen ist die Anlage zum Leben erwacht»

Vom Profisport wechselte der charismatische Mathias 2016 direkt in die Position als Leiter der Sportarena. «Damals war hier eine grüne Wiese», erinnert er sich, als wir im Untergeschoss in zügigem Schritt an den Umkleidekabinen, den Physiotherapie-Räumen und dem grossen, bestens ausgestatteten Athletikraum vorbeilaufen. Die grosse Anlage ist für die Öffentlichkeit zugänglich, ist aber gezielt auf Sportkundschaft ausgerichtet und positioniert sich auf Augenhöhe mit den anderen beiden Schweizer Trainingszentren in Magglingen und Tenero. Mir leuchtet ein, dass Mathias als ehemaliger Athlet die nötige Glaubwürdigkeit mitbringt, die er als Leiter der Arena bei dieser Zielgruppe haben muss. Vor Kurzem fand der erste Schwimmanlass statt – ein besonderer Moment für Mathias, der hier seinen Traumjob gefunden hat:

«Im Wasser schwammen zum ersten Mal die Sportler und auf der Tribüne jubelten die Fans. Mit den Menschen ist die Arena endlich zum Leben erwacht.»

Mathias Hecht, Leiter Sportarena

Die Sportarena alleine würde nicht funktionieren

Während der Arbeitswoche sind die Hotelbetten und die Seminarräume des CAMPUS SURSEE gut ausgelastet. Mit der neuen Sportarena wird gezielt der Sportsektor angesprochen, der das Angebot an den Wochenenden und in den Ferien für Trainings nutzt und darüber hinaus die Hotellerie und Gastronomie des CAMPUS SURSEE in Anspruch nimmt. «Nur im Einklang mit dem restlichen Angebot des CAMPUS SURSEE macht die Arena Sinn», hält Mathias fest. Obwohl die 60-Millionen-Anlage neben der imposanten Schwimmhalle auch einen Badebereich für Familien, einen Spa-Bereich und eine Dreifach-Sporthalle zu bieten hat und mit diesem Gesamtpaket einzigartig ist in der Schweiz, wäre sie alleine nicht wirtschaftlich zu betreiben – das haben verschiedene, gescheiterte Projekte ähnlichen Charakters an anderen Orten gezeigt.

Das Unterfangen von der grünen Wiese bis zur Eröffnung am 16. April und darüber hinaus zu betreuen, hat für den ehemaligen Profisportler Parallelen zu einem Ironman: «Verliere das grosse Ganze nicht aus den Augen, aber teile dir den Weg in Etappen ein. Dabei wirst du immer wieder Rückschlage verdauen, dich neu orientieren und weitermachen müssen. Der Zieleinlauf ist alles wert.» Mathias blickt aufs Handy, verabschiedet sich und verschwindet in den Gängen. Er nimmt mit seinem Team die letzte Etappe vor der grossen Eröffnung in Angriff.

In der grossen Halle links befindet sich die Schwimmarena, unter dem Dach des etwas kleineren Gebäudes rechts die Dreifach-Sporthalle.

Über den CAMPUS SURSEE:
Die Ausbildungsstätte für Bauberufe hat sich in den letzten 40 Jahren zum grössten Ausbildungs- und Seminarzentrum der Schweiz entwickelt. Mit der neuen Sportarena wächst die Anlage erneut.

Luftaufnahmen des Campus Sursee mit der neuen, fast fertig gestellten Sportarena © Marco Peter

Infos & Tipps


alle Fotos stammen vom © CAMPUS SURSEE

Marco ist am Sempachersee aufgewachsen und kennt die Region wie seine Westentasche. Das Schreiben ist seine Passion und er glaubt ungebrochen an die Kraft von spannenden Geschichten. Das hat er zu seinem Beruf gemacht und heute ist er digitaler Marketer und selbstständiger Contentprofi. Marco bloggt für Sempachersee Tourismus, spricht fliessend Digital, fotografiert leidenschaftlich, rennt, klettert, übernachtet im Zelt und seit er einen VW-Bus besitzt, besteigt er eigentlich kaum noch ein Flugzeug.

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