Eine Nachtschicht im Pistenbully auf der Rigi

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Wenn du morgens die frisch präparierten Pisten der Rigi hinuntergleitest, erlebst du diesen einmaligen Moment: Unter den Ski knistert der Teppich aus gerilltem Schnee. Wie entsteht dieser «Traumpisten-Morgen»? Um dir das zu erzählen, habe ich eine Nacht lang einen Pistenbully-Fahrer auf der Rigi begleitet.

Sonnenuntergang auf der Rigi: jedes Mal ein Erlebnis.

Arbeitsstart bei Sonnenuntergang

Als die Sonne hinter den Berggipfeln verschwand und die letzten Gäste ins Tal fuhren, war es wieder einmal so weit: eine Nacht unterwegs mit dem Pistenbully. Die Rigi fasziniert mich immer wieder. Oben an der Bergstation Rigi Staffel, auf knapp 1700 m ü. M., wo tagsüber reges Treiben herrschte, breitete sich jetzt eine fast unheimliche Stille aus, nur unterbrochen vom leisen Knirschen des Schnees unter meinen Stiefeln. Im warmen Licht der untergehenden Sonne warteten sie: die Giganten der Piste. Ich war bereit, eine «Heldin der Nacht» zu sein, wenn auch nur als Beifahrerin.

Pistenbully in der Abendsonne: Gigant, Schönheit oder beides?

Im Cockpit der Schnee-Giganten

Ich kletterte in die riesige Fahrerkabine, wobei ich die massiven Stahlketten als Tritte benutzte. Ich war überwältigt von der Technik. Überall Joysticks, Schalter und der Monitor. Es fühlte sich an wie das Cockpit eines kleinen Flugzeugs. Der Fahrer, ein Veteran mit jahrzehntelanger Erfahrung, erklärte mir geduldig die Grundlagen. Das sanfte Brummen des riesigen Motors war sofort spürbar und vermittelte ein Gefühl von roher Kraft, die nur darauf wartete, entfesselt zu werden.

Zwei Kraftpakete am Start.

Die Kunst der Pistenpräparierung

Dann ging es los. Die Sonne war nun fast versunken, während die Scheinwerfer die Dunkelheit der Dämmerung durchschnitten und die unberührte, aber unebene Schneedecke vor uns frei legten. Mit unglaublicher Präzision manövrierte der Fahrer die Maschine. Die Ketten griffen in den Schnee, die riesige Frontschaufel schob, glättete und formte die Piste. Es war faszinierend zu sehen, wie aus einer zerfahrenen Fläche innerhalb von Minuten ein perfekt präparierter «Teppich», die sogenannte Piste, entstand. Jeder Handgriff sass und mir wurde klar, diese Maschinen sind das Rückgrat des Wintersports auf der Rigi.

Die riesige Frontschaufel glättet den Schnee.

Stille und Einsamkeit am Berg

Trotz der lauten Maschine war die Atmosphäre auf dem Berg in der Nacht unglaublich still. Über uns funkelten die Sterne, weit entfernt glimmten die Lichter des Dorfes im Tal durch den Hochnebel. Es war ein Moment der Ruhe, fernab vom Trubel des Tages. Die Arbeit eines Pistenbully-Fahrers ist eine einsame, aber essenzielle Aufgabe, die oft unbemerkt im Schutz der Dunkelheit erledigt wird, damit wir am nächsten Morgen perfekte Bedingungen fürs Skifahren und Winterwandern vorfinden.

Ein Nachthimmel nur für uns allein.

Fazit: Harte Arbeit in der Nacht für unvergessliche Momente am Tag

Nach Stunden in der Kälte, aber warm eingepackt in der Kabine, kehrten wir zur Basis zurück. Die Pisten waren nun makellos präpariert, bereit für den Ansturm des Tages. Diese Nacht hat meine Wertschätzung bestärkt: Mich hat nicht nur die enorme Leistung der Maschinen begeistert, sondern auch der unermüdliche Einsatz der Menschen dahinter, die ihren Gästen mit dieser harten Arbeit unvergessliche Momente einbringen.

Arbeitsplatz mit Aussicht.

Weitere Informationen


Gastbloggerin: Yvi’s Herz schlägt für die Berge und die unberührte Natur. Ihre grosse Leidenschaft ist die Fotografie, mit der sie eindrucksvolle Momente ihrer Abenteuer einfängt. Abseits von ausgetretenen Pfaden findet man sie in alpinen Landschaften, immer auf der Suche nach dem nächsten atemberaubenden Motiv. Ein besonderes Faible hegt sie für grosse Maschinen wie Pistenbullys, die sie auf ihren Touren begleitet, sowie für eine Community in der US-Pickup-Truck-Szene.

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Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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