
Sobald mysteriöse Musik in der Stadt erklingt, architektonische Formen sich um den Wasserturm schlängeln und bunte Kreise an den Fassaden von Jesuitenkirche, Altstadtgassen und Co. tanzen, wird mir automatisch gleich ein bisschen wärmer ums Herz. Und das trotz Minustemperaturen auf dem Thermostat. It’s that time of the year again: Das Lilu Lichtfestival Luzern 2026 hat begonnen!

Am letzten Donnerstag hiess es wieder: Lights on, baby – für das siebte Lilu Lichtfestival in Luzern. Vom 15. bis zum 25. Januar 2026 verwandelt sich die Stadt in ein leuchtendes Wunderland. Spoiler: Es wird tierisch gut! Auch im wortwörtlichen Sinne. Das Lilu lässt gigantische Wale über die Stadt schwimmen, einen Oktopus über das Seebad kraxeln, Fische tanzen und magische Seelentiere die Emporen der Jesuitenkirche hochklettern.
Über sieben Seelenbrücken musst du gehn›
Ein Fest für alle Sinne findet in der Jesuitenkirche statt. Obschon ich geübte Lilu-Gängerin bin, fasziniert es mich immer wieder aufs Neue, wie präzise die Lichtkunst auf das Gemäuer der Jesuitenkirche projiziert wird. Die Lichtshow, die Story und die Musik verschmelzen und alles wird irgendwie eins mit dem Gebäude.
Bei der Lichtshow «SOUL» mischen sich Traum und Realität. Der Mix aus der surrealen Sphäre und den realen Tiergeräuschen macht die Lichtshow zum Highlight. Während ich von den Klängen vom neu interpretierten Saint-Saëns’ Karneval der Tiere berieselt werde, fliege ich mit einem Vögelchen durch das Universum, schwimme mit Schwänen und Walen durch eine Unterwasserwelt und entdecke den die Sphäre mit Bären. Klingt abgespaced. Ist es auch ein bitzli – und trotzdem bin ich jedes Jahr wieder aufs Neue gespannt, was sich das Künstlerkollektiv Projektil ausdenkt für die Show in der Jesuitenkirche.



Tipp: Diese Woche wird die Lichtshow mit Live-Konzerten von internationalen Künstler:innen begleitet. Ein Highlight dabei: die Lilu-Hausband namens «Lichtklang Collective», spielt am Dienstag, 20. Januar. Am Freitag, 23. Januar, spielt der deutsche Pianist und Komponist Niklas Paschburg und am Samstag, 24. Januar, erklingen die Klänge von Flora Cash zwischen den Kirchenmauern.
Stahlwolle, Sonnenblumen und Selfie-Spots
Weiter geht’s an der heute etwas sehr frischen Januarluft. Ein bisschen zu sehr, wenns nach meinem Gusto geht, aber ich will mal nicht «jömmerle». Es war schon wesentlich schlimmer in den vergangenen Jahren, meinen meine Gspändli. Recht haben sie.
Ein bisschen Sommervibes gibt uns die Installation hinter dem Hotel Schweizerhof auf jeden Fall. Wir laufen durch ein blühendes, oder besser gesagt, glühendes Blumenfeld vor der Matthäuskirche. Die herzliche, sommerliche Wärme der übergrossen gelben Blumen nehmen wir mit. Wir wechseln die Strasse und laufen am Quai entlang. Am Pavillon begeben wir uns in den Crodino-Light-Room, wo wir von zahlreichen der gelben Fläschchen begrüsst werden. Die verspiegelten Wände machen die Nummer 34 auf der Festivalkarte zum perfekten Selfie-Spot. Bevor wir die Orientierung ganz verlieren – schnell wieder raus.

Nachdem wir ein paar Wände abtasteten, haben wir den Ausgang auch wiedergefunden und weiter geht’s. Das sanfte Plätschern und die Musik der nächsten Installation rufen uns schon. Also dem Klang des Vierwaldstättersees nach!
Wie Feuerwerk sehen wir von Weitem Wasserfontänen in die Höhe schiessen. Begleitet von einer Lichtchoreografie und den schönen Melodien bleiben wir vor dem Casino stehen. Wasser hat einfach eine magische Wirkung auf mich. Und scheinbar auch auf andere. Immer wieder beobachte ich, wie Menschen vertieft kurz die Augen schliessen, durchatmen und damit der Installation «Breathe» alle Ehre machen.




Nochmals tief ein- und ausatmen, bevor wir den kostenlosen Lilu-Rundgang weiterführen.
Beim Löwendenkmal wird es dieses Jahr fast schon himmlisch. «Solar Dust» legt sich wie leuchtender Sternenstaub über den Teich vor dem historischen Monument. Wir stehen länger als geplant vor der Installation – irgendwo zwischen Sternenmeer und Staunen. Das Zusammenspiel aus Licht und Klang fühlt sich fast meditativ an und passt erstaunlich gut zu diesem geschichtsträchtigen Ort. Wuselig und trotzdem irgendwie so harmonisch.



Lights out
Auf dem Weg zurück in die Altstadt, kommen wir an einem zahlreichen pinken Gastrohüttli vorbei. Wir versorgen uns mit warmem Tee und heisser Schokolade und streifen noch etwas weiter durch die Gassen. Neben uns zählen Kinder tanzende Fische, vor uns geht ein Pärchen, das bei jedem «Ohh wie schön» etwas näher zusammenrückt. Am nächsten Ort beobachten wir, wie eine Freundes-Clique ein Dance-Battle bei Installation 20 veranstaltet und alte Bekannte, die sich per Zufall in der Stadt treffen.
Etwas, was mir am Lilu besonders gefällt, ist, dass es für alle etwas dabei hat: von jung bis alt, von befreundet bis verliebt. Das macht es für mich zum perfekten Wintererlebnis. Und nach einem – leider viel zu häufig – grauen Tag in der Stadt muntern die farbigen Lichter an diesen Januarabenden die ganze Leuchtenstadt auf.
Die Uhr tickt weiter, unsere Hände werden kälter, die Schritte ein bisschen langsamer. Irgendwann heisst es auch für die Lichtkunst Lichterlöschen und gute Nacht – bis um 22 Uhr taucht das Lilu die Stadt täglich in Farbe. Dann wird es ruhiger, dunkler, und man geht heim mit kalten Nasen, müden Beinen und diesem warmen Gefühl ums Herz, das noch ein Stück mitläuft.
Weitere Informationen & Links
- Das Lilu leuchtet vom 15.-15. Januar 2026 täglich von 18-22 Uhr
- Mehr über das Lilu Lichtfestival Luzern
- Ticketshop
- Festivalkarte
- Shows in der Jesuitenkirche
- Hotel & Gastronomie Angebote am Lilu 2026
Fotos: Tamara Stalder | Luzern Tourismus

