Arbeiten wo andere pausieren: die Gotthard Raststätte

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Wer länger im Auto reist, weiss wie wertvoll Raststätten sein können. Doch hast du dich jemals gefragt, was hinter den Kulissen einer der meist besuchten Raststätten der Schweiz abläuft? Simon Arnold, Auszubildender an der Gotthard Raststätte nimmt dich mit in seinen Alltag und zeigt, was er und sein Team täglich leisten, damit Besucherinnen und Besucher eine erholsame Pause geniessen können.

Sicherlich hast du das auch schon erlebt – nach stundenlanger Autofahrt – die Blase gut gefüllt, der Magen gähnend leer, erscheint die Raststätte wie eine Rettungsinsel auf stürmischer See. Angekommen vor dem Objekt der Begierde, ist die Schlange zum Ort der Erleichterung fast so lange wie der überwundene Stau. Das WC in einem Zustand, dass sich das Hungergefühl automatisch verflüchtigt.

Damit du das bei uns nicht erleben musst, bin ich und meine Arbeitskollegen 365 Tage im Einsatz. Ich bin Simon Arnold, Auszubildender  Fachmann Betriebsunterhalt an der Gotthard Raststätte.

Gotthard Raststätte Fahrtrichtung Süd und Nord mit Hängebrücke über die Reuss.
Raststätte Fahrtrichtung Nord mit neuer Gartenanlage inkl. Tremola Nachbildung.
Eingangshalle Fahrtrichtung Süd mit Hörstation der Tellgeschichte.

Das Hauptkriterium einer Raststätte: Saubere Sanitäranlagen

Aus über 2’000 Gästebefragungen wissen wir, dass für eine Raststätte das wichtigste Kriterium saubere WC Anlagen sind. Daher haben wir bei unseren darauf beiden Raststätten extrem viel Wert darauf gelegt. Richtung Norden wurden die Sanitäreinrichtungen im Jahr 2020 für über eine Mio. komplett saniert.

Ergänzt wurde die Anlage mit einem Wickelraum, Duschen sowie Geschichten der 4 Flüsse am Gotthard.

Richtung Süden haben wir im Dachgeschoss schalldichte Holzhäuser mit eigener Zu- und Abluft. Mehr Privatsphäre geht wohl nicht! Alles schön und gut, aber funktionieren muss es ja auch. Ich und meine Kollegen kommen dann ins Spiel. Mit einer Kamera überprüfen wir regelmässig die Abflussrohre, um Verstopfungen oder Gegenstände zu erkennen und zu entfernen. Bei mehreren tausend Besuchern pro Tag ist eine verstopfte Leitung eine kleinere Katastrophe.

Tipp: Du kannst den WC Voucher im Shop / Restaurant sofort oder auch auf der Rückfahrt einlösen.

WC Anlage Fahrtrichtung Nord.
WC Anlage Fahrtrichtung Süd.
Kontrolle der Abflussrohre.

Koffein: die Droge der Autofahrer

Wir begrüssen Gäste während 24 Stunden. Ob für einen starken Kaffee, ein koffeinhaltiges Getränk oder ein Snack, bei uns wird alles geboten.

Ausserhalb der Öffnungszeiten steht ein Kaffee- und Snackautomat zur Verfügung, welchen ich täglich kontrolliere und nachfülle.

Befüllung des Snackautomaten.
Nachschub ist unterwegs.

Sauberkeit beginnt im Detail

Wenn unsere Anlage blitzblank sauber ist, sind auch unsere Besucher viel respektvoller und geben mehr Sorge. Wir erhalten so viel positives Feedback.

P.s.: Die Elefantenpflege gehört nicht zu den Standardanforderungen meiner Ausbildung, macht aber Spass!

Täglich putzen wir für die Zufriedenheit unserer Besucher.
Auch unsere «Haustiere» werden gepflegt.

Hilfe: uns geht die Luft aus!

Ein technischer Ausfall, wie zum Beispiel der Lüftungsanlage, kann jederzeit passieren und muss schnell behoben werden. Weil ohne funktionierende Lüftungsanlage, die Küche und Abwaschräume innert kürzester Zeit überhitzten bzw. voll mit Dampf sind und der Feueralarm ausgelöst werden kann. Daher werden unsere wichtigsten Anlagen 24h elektronisch überwacht.

24h Überwachung der Systeme,…
… damit unsere Mitarbeitenden und Gäste frische Luft haben.

Auf den Hund gekommen

Als erste und bis anhin einzige Raststätte sind wir Hunde zertifiziert. Bei uns können sich die Fellnasen überall bewegen, mit Ausnahme der Koch- und Buffetbereichen. Wir haben sogar eine eigene Hundezone im Garten errichtet, wo die Hunde Freilauf haben. An der Hundebar können sich die Vierbeiner mit frischem Urner Quellwasser stärken.

Die Hundezone der Gotthard Raststätte wird rege besucht.

Servicekultur beinhaltet Mensch und Maschine

Obwohl meine Berufsbezeichnung technischer Unterhalt lautet, sind die meisten Anfragen und Unterhaltungen mit Gästen, die Hilfe benötigen. Häufige Fragen sind: Welches Oel braucht mein Auto? Wo fülle ich Bremsflüssigkeit nach? Wie komme ich nach XY? Es ist enorm spannend und befriedigend, wenn ich jemandem weiterhelfen kann. 

Tipp: Die richtige Motorenölqualität für dein Auto findest du in deinem Serviceheft aufgeführt.

Hilfsbereit aus Leidenschaft: Vom Auto-Tipp…
… bis zur Navigationshilfe.

Mehr Informationen über die Gotthard Raststätte finden Sie hier.

Gast-Blogger:

Simon Arnold, in Ausbildung Fachmann Betriebsunterhalt Hausdienst
«Ich bin Aufgewachsen in Bürgeln und bin aktuell im 2. Ausbildungsjahr zum Fachmann Betriebsunterhalt Haustechnick. Ich habe diesen Beruf gewählt, weil mir die abwechslungsreichen Tätigkeiten gefällt. Die Arbeit bei der Gotthard Raststätte ist sehr spannend, da immer wieder unvorhergesehene Aufgaben anstehen und es so niemals langweilig wird.»

Meine Tipps:

  • Reisen Sie in der Saison am Dienstag oder Mittwoch oder dann spät abends Richtung Süden und früh morgens Richtung Norden
  • Geniessen Sie den Aufenthalt bei der Raststätte und machen Sie einen kurzen Spaziergang an der Reuss, Sie fahren viel entspannter weiter. (Es besteht auch eine Fussgänger Unterführung für den Wechsel an den Fluss)
  • Ein kurzer Besuch im Ort der Besinnung (konfessionslose Kirche mit imposanten Fenstern) auf der Anlage Richtung Süden, ist ein wirklicher Geheimtipp und wird Sie überraschen.
  • Die Tellgeschichte auffrischen! Podcast runterladen und einfach auf der Weiterfahrt in den Süden hören. Ein Hörspiel von der Raststätte neu aufgenommen in amüsanter Hochdeutschversion.
  • Wieso eigentlich in den Süden reisen? Von der Raststätte aus haben Sie direkten Anschluss zum Wander- und Fahrradweg, welche Ihnen kürzere und längere Erkundungstouren ermöglichen und für Verpflegung ist auch 365 Tage gesorgt.


Weitere Erlebnisse in der Region

Menschen aus der Region Luzern-Vierwaldstättersee. Sie berichten über ihre persönlichen Erlebnisse, plaudern aus dem Nähkästchen und verraten unbekannte Schätze aus der Region. Ob Malerin, Grafiker oder Bauarbeiter. Sie alle verbindet die Begeisterung für ihre Region.

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